Prächtiger Festzug in Hehlrath: Fröhlich, festlich, und sehr feierlich

Prächtiger Festzug in Hehlrath : Fröhlich, festlich, und sehr feierlich

Vor wenigen Wochen erst feierte ganz Hehlrath sein 800-jähriges Bestehen. Nun zog schon wieder ein riesiger Festzug durch die Straßen: Die Schützenbruderschaft St. Sebastianus richtete das Bezirksschützenfest aus.

Von Freitag bis Montag wurde gefeiert. Im Mittelpunkt standen dabei Schützenkönig Daniel Karduck und seine Königin Kirsten Karduck.

Schon am Freitagabend war Stimmung im Festzelt an der Velauer Straße. Dafür sorgte DJ Markus. Am Samstagabend hieß es dann „Antreten zum Abholen der Fahne“. Mit dem Spielmannszug zogen die Hehlrather Schützen anschließend durch den Ort. Ziel war der Ehrenfriedhof, wo ein Kranz niedergelegt wurde zur Erinnerung an die Opfer der Weltkriege. Mit diesem Ritual, das alljährlich zum Schützenfest gehört, wollen die Hehlrather Schützenbrüder daran erinnern, dass Frieden nicht selbstverständlich ist, sondern eine Aufgabe, um die man sich immer neu bemühen muss.

Am Samstagabend war Schützenball im Festzelt. Traditionell gibt das Schützenkönigspaar des Vorjahres bei diesem Ball seine Insignien an das neue Königspaar weiter. Ein feierlicher Moment, der dann durch den „Großen Zapfenstreich“, gespielt zu Ehren des Königspaares, Daniel und Kirsten Karduck, noch ein wenig feierlicher wurde.

Wer am Sonntag nach dem Ball  lange ausschlafen wollte, musste sich die Ohren zustopfen. Denn ab 6 Uhr in der Früh zog der Spielmannszug zum Wecken durch die Straßen des Ortes. Um 9 Uhr traten die Schützen dann vor dem Festzelt an, um ihre Fahne und ihren Schützenkönig zur Heiligen Messe in der Kirche St. Cäcilia abzuholen. Ein Vorbeimarsch am Präses der Bruderschaft, Pfarrer Dr. Rainer Hennes, schloss sich an, dann ging es zum Frühschoppen.

Der Umzug am späten Sonntagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein war der Höhepunkt des viertägigen Festes. Viele Anwohner – sofern sie nicht im Umzug selber mitwirkten – standen am Zugweg, als die Schützen zunächst den Schützenkönig samt seinem riesigen Gefolge abholten und dann durch den Ort zogen. 75 Paare gingen in diesem Festzug mit. Vorweg marschierten die Musikanten des Hehlrather Spielmannszuges, verstärkt durch den Posaunenchor Buir.

Mit dem Königswalzer eröffneten Kirsten und Daniel Karduck den Königsball am Sonntag. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Mit dabei waren Abordnungen aller Eschweiler Schützen-Organisationen, die im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften organisiert sind, samt ihrer Schützenkönigspaare und auch der Bezirks-Majestäten. Das Bezirksschützenfest wird gerne an Bruderschaften vergeben, die ein rundes Jubiläum feiern. Das gab es in diesem Jahr nicht, denn die Hehlrather Bruderschaft St. Sebastianus ist „nur“ 177 Jahre alt. Aber der Ort Hehlrath selber ist 800 Jahre alt, und das ist auch für alle Schützen des Eschweiler Bezirks ein Grund, mit zu jubilieren.

Natürlich wurde auch im Umzug am Sonntag an dieses Dorfjubiläum erinnert. Heinz-Theo Frings, der gemeinsam mit Klaus Müller die Ortschronik verfasst hat, trug ein Transparent mit, das jene 800 Jahre alte Urkunde zeigte, die das Alter des Ortes beweist.

Viele hundert Meter lang war der Festzug, der von vielen Zuschauern bejubelt und bestaunt wurde ging es wieder zum Festzelt, wo Schützenkönig Daniel Karduck und Königin Kirsten Karduck mit dem Königswalzer den Festball eröffneten. Mit Musik des Duos „Double Speed“ wurde dann bis in die späte Nacht fröhlich gefeiert.

Zuvor hatte Brudermeister Franz Josef Zentis allen Menschen gedankt, die ehrenamtlich zum Gelingen des Bezirksschützenfestes beitragen. Auch in der Festschrift hatte Zentis bereits besonders den Frauen der Schützenbrüder Dank gesagt: „Man muss das wirklich mal erwähnen, was unsere Frauen für die Bruderschaft leisten. Ohne ihre Mithilfe hätte die Bruderschaft erhebliche Probleme.“

Die Schützen waren nicht die einzigen in Hehlrath, die am Sonntag etwas zu feiern hatten. Die 2. Fußballmannschaft der Sportfreunde Hehlrath ist aufgestiegen, da gratulierten auch die Schützen vor dem Festzelt herzlich. Den Spruch, den die Fußballes von „Hähle 2“ auf ihre Meister-Trikots hatten drucken lassen, konnten sie sicherlich auch unterschreiben: „Wir sind alle Hehlrather Jungs“.

Der Montag als letzter Tag des Schützenfestes gehörte traditionell den Hehlrather Mädchen. Denn – so der 1. Brudermeister in seiner Festschrift – „der Schützenfestmontag ist der Tag der Frauen, hier führen sie das Regiment und erfreuen die Schützen und Gäste mit ihrem Auftritt“.

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