Eschweiler: Fledermaustour mit Experten: Auf den Spuren von Mausohr & Co.

Eschweiler : Fledermaustour mit Experten: Auf den Spuren von Mausohr & Co.

Ein kleiner Schatten, ein kurzes Flattern; mehr ist von den nachtaktiven Tieren, um die sich so mancher Mythos rankt, meist nicht zu sehen und oft stellt sich die Frage: War das jetzt eine Fledermaus oder nicht? Doch wer genau hinsieht und nach Anbruch der Dämmerung aufmerksam nach oben schaut, der kann die kleinen Säugetiere entdecken, denn auch in Eschweiler sind sie zu Hause.

In alte Gemäuer, Baumhöhlen oder auch in Fledermauskästen ziehen sie sich zurück, bevor sie abends zur Jagd aufbrechen und auch für den Menschen sichtbar werden.

Zum Abschluss freuten sich auch die Erwachsenen über einen Fledermausstempel und Infobroschüren über die nachtaktiven Säugetiere. Und nicht nur Fledermäuse sind nachts im Wald unterwegs. Arno Kohlert zeigte den Wanderern auch andere nachtaktive Waldbewohner wie diese Kröte (kleines Foto). Foto: Katja Bach

Arno Kohlert weiß alles über Fledermäuse. Seit Jahren sind die Tiere seine Passion und sein Wissen sowie seine Leidenschaft gibt er gerne weiter. Bei Fledermauswanderungen, die über die VHS Eschweiler angeboten werden, zeigt er, wo man die kleinen Säuger im Eschweiler Stadtwald beobachten kann und beantwortet gerne alle Fragen von Kindern und Erwachsenen. So auch am vergangenen Freitagabend, als man sich kurz nach Einbruch der Dämmerung auf dem Waldparkplatz traf.

„Auch bei uns leben verschiedene Fledermausarten“, erklärte Kohlert zu Beginn und berichtete von Zwergfledermaus, Mausohren, kleinem und großem Abendsegler sowie grauen Langohren. Insgesamt gibt es um die 850 Fledermausarten, von denen 22 auch in Deutschland leben. Und kaum war die kleine Gruppe losgegangen, zeigte sich auch schon die erste Fledermaus und sorgte für Begeisterung unter den Anwesenden.

Mit einem Fledermausdetektor, der die Rufe der Fledermaus auch für das menschliche Gehör wahrnehmbar macht, konnte Arno Kohlert die kleinen Säugetiere im Wald und Umgebung orten und weil Kohlert ganz genau weiß, wo er seine Lieblingstiere finden kann, kam es, dass die Teilnehmenden der Wanderung sowohl Zwergfledermaus und Abendsegler zu Gesicht bekamen, aber auch der Wasserfledermaus beim Jagen zusehen konnten. Doch das ist nicht immer so, berichtete der Experte: „Fledermäuse mögen keinen Regen. Und so kann es je nach Wetterlage auch schon einmal sein, dass wir bei einer Wanderung keine Fledermäuse sehen.“

Doch auch das ist nicht weiter schlimm, denn eine Menge lernen kann man trotzdem und wenn man einmal weiß, wo man suchen muss, kann man sich später auch selber noch einmal auf den Weg machen, um die flinken Tiere zu beobachten. Und was hat es mit den Vampirgeschichten auf sich? „Die sind auch nicht völlig aus der Luft gegriffen“, verriet Kohlert, denn es gäbe tatsächlich Fledermausarten, die Blut saugten. Allerdings sei das kein Grund zur Sorge, denn das gefährlichste daran sei die Möglichkeit, dass eventuell Krankheiten übertragen würden und in unseren Breitengraden seien diese Tiere sowieso nicht heimisch.

Die Fledermauswanderer waren vom nächtlichen Waldrundgang jedenfalls begeistert und auch wenn dieses Mal keine Kinder dabei waren, gab es zum Abschluss einen Fledermausstempel als Erinnerung. Im Herbst werden die Fledermäuse nun in den Winterschlaf gehen. „Meistens von November bis März“, erklärte Arno Kohlert, aber spätestens im nächsten Jahr gehe er wieder auf Fledermauswanderung und freue sich über jeden, der dann dabei sein wird, um etwas mehr über die kleinen Nachtschwärmer zu erfahren, die am Abendhimmel sooft unseren Blicken entgehen.

(kaba)
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