Eschweiler: Falsche Route: Kinder müssen am Ortsrand aussteigen

Eschweiler: Falsche Route: Kinder müssen am Ortsrand aussteigen

Einige Familien in Neu-Lohn sind derzeit nicht gut auf die Aseag zu sprechen: Der Bus, der Kinder aus dem Ort zur Grundschule Dürwiß bringen soll, hat nämlich in den vergangenen Monaten immer wieder eine falsche Route genommen.

In der Folge mussten die Kinder am Ortsrand von Dürwiß aussteigen und auf dem für sie ungewohnten Weg zur Schule unter anderem die vielbefahrene Jülicher Straße überqueren — ohne Erwachsenenlotse. Laut Verwaltungssprecher René Costantini besuchen 23 Kinder aus Neu-Lohn die Dürwisser Grundschule. Sie alle nutzen den Bus.

Die Eltern haben das Aachener Verkehrsunternehmen mehrmals angeschrieben und auf die „Gefahren für die Kleinkinder“ — manche Schüler sind sechs Jahre alt — hingewiesen. In der Antwort sprach die Aseag ihr „Bedauern“ aus und kündigte an, dass der Busfahrer „eindringlich auf sein Fehlverhalten“ hingewiesen wurde. Wenige Wochen später wiederholte sich der Vorfall: Statt an der Schule abgesetzt zu werden, mussten die Kinder an der Haltestelle „Am Rodelberg“ den Bus am Ortsausgang von Dürwiß verlassen. Es folgte ein erneutes Schreiben der Eltern. Wieder bat die Aseag um Entschuldigung, diesmal mit dem Zusatz, dass man ein Auge auf diese Fahrt haben werde. Als sich nun der Vorfall wiederholte, wandten sich die Eltern auch an die Öffentlichkeit: „Wir sind fassungslos“, schreibt Marcel Cuvelier als Vertreter der Eltern in Neu-Lohn.

Paul Heesel, Sprecher der Aseag, bestätigte die Vorfälle und zeigte Verständnis für die Eltern. „Wir müssen und wollen alles dafür tun, dass der Bus der Linie 6 seine vorgeschriebene Route nimmt.“ Diese führt allerdings nur einmal am Tag an der Dürwisser Grundschule vorbei. Nur die Fahrt um 7.03 Uhr ab Jülich Bahnhof zum Eschweiler Bushof nimmt diesen Weg. Ein Navigationsgerät, das den Fahrer auf den Fehler hinweisen könnte, besitzen die Linienbusse nicht. Die Kursstrecke ist in einem Buch vermerkt. Heesel kündigte jedoch an, es nicht bei den bisherigen Möglichkeiten zu belassen. Geplant ist, unter anderem im Bordcomputer den Verlauf deutlich zu machen. Auch das Fahrpersonal soll nochmals sensibilisiert werden.

Ob diese Aussagen die Eltern in Neu-Lohn beruhigen? In der Vergangenheit haben die Aussagen der Aseag nicht dazu geführt, das Vertrauen in das Unternehmen zu wecken. „Wir, die Eltern der Erstklässler aus Neu-Lohn, fühlen uns nicht ernstgenommen und können nicht nachvollziehen, wie es mittlerweile innerhalb von sechs Monaten drei Mal zu solchen Fehlern kommen kann“, teilt Marcel Cuvelier mit.

(pan)
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