Eschweiler: Extreme Hitze und Trockenheit machen Gartenbesitzern Sorgen

Eschweiler : Extreme Hitze und Trockenheit machen Gartenbesitzern Sorgen

Herbert Prehler schaut erst in Richtung Himmel und dann auf sein Gemüsebeet. „Es wird Zeit, dass es endlich mal regnet. Aber nicht so viel auf einmal. So ein schöner Landregen muss es sein“, sagt er und spricht damit wohl so ziemlich allen Gartenbesitzern aus der Seele. Seine Frau Anna sitzt nur wenige Meter entfernt von ihm, wischt sich einige Schweißperlen von der Stirn und kommentiert das Wetter mit einem Wort: „Furchtbar“.

Herbert Prehler und seine Frau bewirtschaften eine Parzelle direkt an der Bahnlinie, beim Kleingartenverein Röthgen. Und natürlich haben gerade auch Gärtner mit der Hitze und extremen Trockenheit zu kämpfen.

Seit dem Jahr 2004 ist das Ehepaar Prehler Teil des Röthgener Vereins. „2003 hatten wir einen ähnlichen Sommer wie in diesem Jahr“, sagt Anna Prehler. Sie war es auch, die damals gerne ein eigenes Stückchen Garten haben wollte. So wie ihr Bruder Josef Prost, der seit mehreren Jahrzehnten 400 Quadratmeter Garten sein Eigen nennt. Die Prehlers bewirtschaften 180 Quadratmeter. „Als wir hier damals angefangen haben, war hier nichts“, erzählt Herbert Prehler. Das hat sich grundlegend geändert. Auch, wenn Herbert Prehler über sich selbst sagt, anfangs zwei linke Hände in Sachen Gartenarbeit gehabt zu haben.

Derzeit sind Improvisation und Durchhaltevermögen gefragt. Wasser und Stromleitungen gibt es in der Kleingartenanlage nämlich nicht. Die Prehlers haben Wassertanks, die 2000 Liter fassen. Nur noch ein kleiner Rest ist vorhanden und das auch nur, weil derzeit nicht mehr als nötig gegossen wird. „Das ist wie zu Hause. Wenn nur noch eine Flasche Bier da ist, bekommt jeder auch nur noch die Hälfte“, sagt Herbert Prehler und lacht.

Ist auch das aufgefangene Regenwasser aufgebraucht, dann muss eben Wasser von zu Hause aus mitgebracht werden. Ein mühsames Unterfangen, zumal die Zahl der Parkplätze direkt vor dem Eingang zur Kleingartenanlage an der Röthgener Straße ohnehin sehr gering ist. „Das wird auch nicht besser, wenn der Tunnel aufgeweitet wird“, sagt Prehler.

Pflanzen vertrocknet

Beinahe täglich schauen die Prehlers nach ihrem Garten. Das macht in dieser Anlage längst nicht jeder. So gebe es Mieter, die für mehrere Wochen im Jahr verreisen — und darauf hoffen, dass es irgendwann genügend regnet. In Eschweiler und Umgebung konnte man sich darauf stets verlassen. Nur eben anno 2018 nicht. In den Gärten, die derzeit nicht gepflegt werden (können), sind schon einige Pflanzen vertrocknet. Kartoffeln zum Beispiel und auch andere Gemüsepflanzen.

Ein weiteres Problem. Die Temperaturen erschweren Gartenarbeit sehr. „Nach ein paar Minuten muss man sich erstmal setzen und ausruhen“, sagt Herbert Prehler.

International ist es inzwischen in der Kleingartenanlage geworden. Deutsche sind dort, genau so wie Familien aus der Türkei, aus Portugal und Vietnam. Neuerdings sind die Kleingärten auch für junge Familien wieder interessant, freut sich Herbert Prehler. Eine Zeit lang gab es Nachwuchsprobleme. Manche Gärtner sind zu alt geworden, einige hatten andere Gründe. Gestiegene Kosten zum Beispiel. Früher gehörte das gesamte Areal der Deutschen Bahn.

Als die Prehlers vor 14 Jahren begannen, zahlten sie 33 Cent pro Quadratmeter. Ein Teil der Anlage gehört noch der Bahn, ein anderer nicht mehr. Mit dem Übergang auf neue Besitzer sind die Kosten gestiegen. Wie viel, das möchte Herbert Prehler nicht verraten. Es sei jedoch „wesentlich mehr“ und das zu stemmen sei mit einer Rente nicht für jeden problemlos zu bewältigen.

Prehler ärgert sich auch darüber, dass nicht jeder bei der Instandhaltung der Anlage mit anpackt. Will heißen: Die eigenen Gärten halten alle (mehr oder weniger) in Ordnung. Jenseits der Zäune hört die Liebe für die Pflege jedoch abrupt auf.

Vandalismusschäden

Ein weiteres Problem: Nach wie vor ärgern sich die Kleingärtner immer wieder über Vandalismusschäden. Dabei gibt es in den Gartenhäuschen so gut wie nichts zu holen. Zwar seien die Besuche von Einbrechern weniger geworden, aber es komme dennoch immer wieder vor.

Für den kommenden Samstag sind Gewitter angekündigt. Anna und Herbert Prehler sowie alle Gartenfreunde hoffen auf Regen. Damit auch die Pflanzen endlich mal wieder ein wenig durchatmen können. Und sie selbst ebenfalls...