Eschweiler: Zehn Jahre Tagespflege am SBZ

Zehn Jahre SBZ-Tagespflege : Die Nachfrage ist höher als das Angebot

Im SBZ wurden daher 2009 Tagespflegeplätze geschaffen, heute sind es zwölf an der Zahl. Aber mehr als doppelt so viele Menschen nehmen das Angebot in Anspruch. Nicht alle werden jeden Tag betreut, teilweise nur an einzelnen Tagen.

„Ein Klecks in über 125 Jahren und doch eine aufregende Zeit.“ Mit den Worten gratulierte Bernhard Müller der Tagespflege des Senioren- und Betreuungszentrums (SBZ) der Städteregion Aachen zum zehnjährigen Bestehen. Monika Büttgen zieht von Beginn an die Fäden und freute sich mit den Feiernden über den ersten runden Geburtstag des Angebots.

Einige Jahre hat das heutige SBZ auf dem Buckel. Als Bernhard Müller die Leitung übernahm, führte er intensive Gespräche, auch darüber, Plätze der Tagespflege einzurichten, nachdem sich die rechtlichen und finanziellen Bedingungen geändert hatten. Er erinnert sich: „Das war insofern eine spannende Zeit, da ich einerseits die Leitung des SBZ mitsamt des Aufbaus der Tagespflege in Angriff nahm, andererseits bei der Familiengründung mein Sohn das Licht der Welt erblickte.“

Dass die Tagespflege mittlerweile zum Angebot von Seniorenheimen gehört, ist nicht nur im SBZ der Fall. Die Notwendigkeit liegt auf der Hand: Ältere Menschen, die tagsüber Pflege und Betreuung benötigen, können diese nicht immer zu Hause in ausreichendem Maße erhalten. Ziel der ergänzenden Vorsorgeeinrichtung ist es, die dauerhafte Unterbringung hinauszuzögern oder gar zu verhindern. Das sind die ambitionierten Absichten, mit denen sowohl die Pflegebedürftigen unterstützt werden als auch die Angehörigen entlastet werden sollen, sodass diese ohne Probleme ihren Berufen nachgehen und somit ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Im SBZ wurden daher 2009 Tagespflegeplätze geschaffen, heute sind es zwölf an der Zahl. Aber mehr als doppelt so viele Menschen nehmen das Angebot in Anspruch. Nicht alle werden jeden Tag betreut, teilweise nur an einzelnen Tagen. Eine, die allerdings von montags bis freitags als Tagesgast das SBZ seit 2010 besucht, ist Edeltraud Sonnenberg. Seit neun Jahren profitiert sie von den Leistungen. Dies fängt mit dem Fahrdienst an, reicht über die alltäglichen Verrichtungen wie Mahlzeiten und Körperpflege bis hin zu Aktionen wie Gymnastik, kreative Tätigkeiten, Spaziergänge und Ausflüge. Geistige und physische Fitness soll bei einem festen Tagesrhythmus gefördert werden, aber ebenso die Selbständigkeit erhalten bleiben. Edeltraud Sonnenberg freute sich nicht nur über die gesellige Runde bei der Jubiläumsfeier. „Das SBZ ist eine zweite Heimat für mich geworden. Das Personal sorgt sich um mich und ist sehr nett“, lobt sie.

Seit der ersten Stunde dabei sind vor allem zwei Personen: Monika Büttgen übernahm damals die Leitung der Tagespflege. Emotional wurde es, als sie dankende Worte äußerte. „Viele Menschen, mehr als 150, haben wir seit 2009 begleitet und zahlreiche fröhliche, aber auch traurige Geschichten erlebt. Kein Tag gleicht dem anderen, und wir stellen uns immer wieder neuen Herausforderungen.“ Den Tränen nahe war nicht nur sie, sondern auch ihr Team, das ihr einen Tag am Meer als Dank schenkte.

Dass die Gemeinschaft sich auf die Gäste überträgt, ist ebenfalls die Wahrnehmung von Irmgard Winterscheid. Ihr Mann Günther war einige Jahre in der Tagespflege, Irmgard Winterscheid stand in ständigem Kontakt mit dem Team vom SBZ, lernte auch, wie sie ihren Mann pflegen kann. „Damals machte ich ordentlich Werbung für das Angebot und empfehle es auch heute weiter. Mein Mann war leidenschaftlicher Musiker und sorgte auf einem alten Klavier im SBZ für Unterhaltung. Einmalig empfinde ich den Umgang der Mitarbeiter mit den Pflegegästen, vor allem Schwester Monika ist eine gute Seele.“ Die Freude stand bei dem Jubiläum im Vordergrund, und Helmut Güldenberg sorgte für die musikalische Untermalung an Saxophon und Gitarren.

Während das SBZ schon seit geraumer Zeit mit langen Wartelisten zu kämpfen hat, stellt man sich auf die hohe Nachfrage nach Plätzen der Tagespflege ein und plant weitere Plätze in der Zukunft.

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