Eschweiler: VHS bietet breite Programmvielfalt

100 Jahre Wissen teilen : Volkshochschule Eschweiler feiert runden Geburtstag

Der Artikel 148 der Weimarer Verfassung war der Auslöser: Er forderte alle staatlichen Ebenen dazu auf, das Volksbildungswesen zu fördern.

„Das löste deutschlandweit eine Welle von Volkshochschulgründungen aus. In keinem Jahr der deutschen Geschichte wurden so viele Vokshochschulen gegründet wie 1919, dem Jahr des demokratischen Neubeginns nach dem Ersten Weltkrieg“, weiß Silvia Hannemann, Leiterin der VHS Eschweiler, die im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert.

100 Jahre Volkshochschule Eschweiler: Das muss gefeiert werden. Nicht zuletzt, weil die indestädtische VHS die einzige in der Region ist, die auf dieses historische Gründungsjahr zurückgeht. „100 Jahre Wissen teilen“ lautet das Motto, unter dem Silvia Hannemann und ihre Mitstreitenden das Jubiläum feiern wollen - „gemeinsam mit der gesamten Volkshochschulfamilie und den Bürgern dieser Stadt“, wie Hannemann jetzt im Kulturausschuss versprach.

Im Mai soll eine Jubiläumsfeier einen „Rückblick und einen verzauberten Blick in die Zukunft“ bieten, gefolgt von einer Veranstaltungsreihe unter dem Motto Zehn Jahrzehnte VHS-Partys, was sich im VHS-Deutsch so liest: #10jahr10te-vhs Partys- und Familienküche sowie 10jahr10te-vhs Partytanz“. Neben einer mehrtägigen Studienfahrt gehört auch eine große VHS-Präsentation beim Stadtfest am 1. September zum Geburtstagsprogramm.

Allerdings: Die Volkshochschule mit ihren rund 125 Dozierenden konzentriert sich im Jahr ihres 100. Geburtstags keineswegs nur aufs Feiern. Ihr Alltagsgeschäft ist die Vermittlung von Wissen - und da bietet sie im kommenden Frühjahrssemester mit 430 Veranstaltungen und mehr als 10.000 Unterrichtsstunden eine noch breitere Palette als zuletzt: Im ersten Semester 2018 gab es 394 Veranstaltungen, im neuen Semester sind es 430. Und statt der zuletzt 9621 Unterrichtsstunden stehen nun 10.063 auf dem Programm.

So steigt die Zahl der Unterrichtseinheiten im Bereich Lesen, Schreiben, Rechnen von 430 auf 490. Computertechnik nimmt nun 286 statt 253 Stunden in Anspruch, Kurse in Sachen Gesundheitsbildung umfassen 2379 statt 2228 Stunden. In kulturelle Bildung werden 410 statt 382 Unterrichtseinheiten investiert. Leichte Rückgänge gibt es dagegen in der Beruflichen Bildung (1120 statt 1170 Stunden) und bei den Sprachen (1627 statt 1727). Das detaillierte Semesterprogramm erscheint am 9. Januar.

„Volkshochschulen stehen ein für ein Recht auf Bildung für alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft, sozialem Status oder Bildungsabschluss, Religion oder Weltanschauung“, betont Silvia Hannemann. „Sie eröffnen der breiten Bevölkerung Zugänge zum lebensbegleitenden Lernen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Chancengerechtigkeit in Deutschland.“

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