Eschweiler: Stromtrasse Alegro verläuft durch Eschweiler

Deutsch-belgisches Großprojekt : In Röhe wird ein Tunnel für die Stromtrasse „Alegro“ gebaut

In Röhe am Römerberg sowie zwischen Dürwiß und Hehlrath an der Alsdorfer Straße ist derzeit zu sehen, wie der Bau der deutsch-belgischen Stromtrasse Alegro fortschreitet.

„In Eschweiler geht es sukzessive voran“, sagt Joëlle Bouillon, die Sprecherin des zuständigen Unternehmens Amprion. „Von insgesamt 38 Bauabschnitten liegen dort die Abschnitte 14 bis 25.“ In Röhe laufen in dieser Woche Arbeiten für einen Tunnel, durch den die Rohre für die Stromkabel verlaufen sollen. Dass überhaupt unterirdisch gebaut wird, ist bei dem Großprojekt über 90 Kilometer zwischen Oberzier in der Gemeinde Niederzier und dem belgischen Lixhe nicht die Regel, größtenteils verläuft der Bau offen.

Zudem sind gerade in Röhe die Arbeiten „relativ anspruchsvoll“ und umfangreich, weil die Trasse unter anderem eine Gasleitung quert, betont Joëlle Bouillon. „Wir werden in dem Stadtteil in den kommenden Wochen noch öfter aktiv werden“, sagt die Projektsprecherin – die genaue Dauer der Maßnahme könne sie noch nicht absehen, weil es auch immer mal wieder sein kann, dass das Wetter die Pläne etwas beeinflusst.

Nach Angaben des Unternehmens kommen die Arbeiten für das rund 550 Millionen Euro teure Großprojekt „zügig voran“. Mehrere Bautrupps sind an unterschiedlichen Stellen der 40 Kilometer langen Strecke in Deutschland gleichzeitig im Einsatz und verlegen Kabelschutzrohre, in die später die Stromkabel eingezogen werden. Fünf Kilometer der Schutzrohranlage sind bereits fertiggestellt, 25 Kilometer befinden sich aktuell im Bau. Der Koordinierungsaufwand für die deutsch-belgische Strombrücke „ist enorm“, teilt Joëlle Bouillon mit: „Bevor ein Bagger anrückt, müssen archäologische Untersuchungen und Kampfmittelräumungen abgeschlossen sein, Überbleibsel von Weltkriegsbunkern abgerissen und Zuwegungen geschaffen werden.“

Am vergangenen Wochenende herrschte in Oberzier Hochbetrieb: Ein Betonmischer nach dem anderen fuhr zu der dortigen Umspannanlage, weil die Bodenplatte der 6500 Quadratmeter großen Konverterhalle gegossen wurde. Der Konverter – ein zweiter entsteht im belgischen Lixhe – ist das Herzstück der Strombrücke. In ihm wird Wechselstrom zum besseren Transport in einem Erdkabel in Gleichstrom umgewandelt.

An 32 Stellen entlang der Trasse quert Alegro Straßen, Gewässer oder Wälder in geschlossener Bauweise. Der längste Kabeltunnel verläuft auf 2,8 Kilometern bis zu zwölf Meter tief unter Aachener Gebiet hindurch. Dafür setzt Amprion nach eigenen Angaben „auf modernste Tunnelbautechnologie“: Ein spezieller Bohrer, der fünf Meter lang ist und einen Bohrkopf mit über zwei Meter Durchmesser hat, arbeitet sich durch den Untergrund. Die Gesamtbauzeit für diesen Tunnel beträgt etwa 18 Monate.

Analog zu den Arbeiten in Röhe ist noch nicht absehbar, wie lange die Arbeiten an der Alsdorfer Straße dauern werden – auch für den Bereich, der bislang erst eingezäunt und planiert ist, seien mehrere Wochen kalkuliert.

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