Eschweiler: Städtepartnerschaft mit Sulzbach-Rosenberg

Sulzbach-Rosenberg : Die Tinte ist trocken, jetzt übernimmt der Partnerschaftsverein

Angedacht ist der Austausch zwischen Vereinen, Schulen, Künstlern und Verwaltungs-Azubis. Der Partnerschaftsverein Eschweiler will eng mit der KG Narrenzunft zusammenarbeiten, die Erfahrung mit Reisen in die Oberpfalz hat.

Der offizielle Grundstein für die Städtepartnerschaft mit Sulzbach-Rosenberg ist gelegt, und nun ist der Partnerschaftsverein (PAV) Eschweiler gefragt, diese Verbundenheit mit Leben zu füllen – so wie er dies seit Jahren mit den Bürgern aus dem französischen Wattrelos und aus Reigate & Banstead im Süden Englands vormacht.

Hartmut Fröhlich, PAV-Vorsitzender seit Vereinsgründung 1996, schwebt daher eine enge Zusammenarbeit mit der KG Narrenzunft Pumpe-Stich vor, die maßgeblich für die dritte Eschweiler Städtepartnerschaft gewesen ist und Erfahrung mit diversen Ausflügen in die Oberpfalz hat. Außerdem sieht Fröhlich – wie auch die Schul- und Kulturamtsleiterin Petra Seeger – in der 517 Kilometer entfernten Stadt großes Potenzial für Klassenfahrten, also für engeren Kontakt der Schulen beider Städte.

Vorteil: Sulzbach-Rosenberg hat kulturell und historisch viel zu bieten. Nachteil: die lange Anreise von rund sieben Stunden. Fröhlich: „Bei dieser Distanz sind Berlin oder London sicher attraktiver.“

Will und soll die Freundschaft zu Sulzbach-Rosenberg mit Leben füllen: der Partnerschaftsverein Eschweiler um seinen Vorsitzenden Hartmut Fröhlich (rechts), hier mit dem Vorstand samt Ehepartnern vor dem Rathaus im Stadtteil Sulzbach. Foto: ZVA/Carsten Rose

Der Kontakt zu den Schulen und allen anderen Entscheidungsträgern müsse nun sukzessive aufgebaut werden. Eine gemeinsame Fahrt von Schülern aus Eschweiler und Wattrelos nach Sulzbach-Rosenberg sei eine weitere Idee. Außerdem hält Fröhlich mehrtägige Seniorenfahrten für erstrebenswert. „Wenn wir erst einmal eine der Überlegung auf die Beine gestellt bekommen, sind wir glücklich“, betont der Vorsitzende.

Für die Stadt Eschweiler sagt Pressesprecher René Costantini: „Vielleicht ist es auch denkbar, dass ein Austausch auf Verwaltungsebene stattfindet. Warum sollen unsere Azubis nicht einmal das bayerische Kommunalrecht kennenlernen und die Oberpfälzer das nordrhein-westfälische?“ Zudem werde nun ausgelotet, inwiefern Unternehmen aus beiden Städten kooperieren könnten.

Eschweiler besiegelt neue Städtepartnerschaft

Vergessen scheinen die Unstimmigkeiten zwischen dem Partnerschaftsverein und der Verwaltung im vergangenen Jahr, als die Städtepartnerschaft konkreter wurde, der PAV aber eine Stadt im nahen europäischen Ausland bevorzugte. „Darüber reden wir nicht mehr, das hat sich erledigt“, sagt Hartmut Fröhlich. „Die Herangehensweise damals war falsch, Fehler wurden auf beiden Seiten gemacht.“

Um Einigkeit zu demonstrieren, ist der PAV daher mit dem vierköpfigen Vorstand in die Oberpfalz zum Festakt gefahren; der PAV besteht aus 68 Mitgliedern und fünf Vereinen. Die Eschweiler Delegation am Wochenende umfasste gut 60 Personen aus Verwaltung und Politik sowie Mitglieder von der Narrenzunft, dem PAV-Vorstand und Musikern der KG Eefelkank, die die Hälfte der Gruppe ausmachten.

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