Eschweiler Stadtwald: Bäume mit Rußrindenkrankheit werden gefällt

Rußrindenkrankheit im Stadtwald : Förster muss etwa 100 Ahornbäume fällen lassen

Wenn Förster Marco Lacks durch den Eschweiler Stadtwald läuft, blickt er ziemlich betrübt in die Natur. Der Grund dafür sind die vielen pinken Punkte, die zahlreiche Bäume markieren. Ihre Bedeutung: Diese Bäume müssen gefällt werden. Grund dafür ist der Befall mit der Rußrindenkrankheit.

Vor allem dem Bergahorn macht dieser Befall ein schnelles Ende, etwa 100 Bäume müssen abgeholzt werden. Mittwochmorgen haben die Arbeiten begonnen.

Bei der Rußrindenkrankheit handelt es sich um eine Pilzerkrankung. „Der Verlauf ist sehr schnell und radikal, die Bäume sterben innerhalb von acht bis zwölf Wochen ab“, erläutert Marco Lacks. Zuerst bilde sich eine Art grauer Schleier auf der Rinde, wodurch der Baum noch versucht, den Befall abzuwenden. Nach und nach bilden sich dann aber schwarze Flecken und die Rinde zeigt erste Risse, bis sie schließlich aufplatzt und abblättert. Am Ende der Krankheit steht ein völlig schwarzer Baum ohne Rinde und Blätter – also ein toter Baum.

„Das ist besonders schlimm, da sich die Bäume seit ihrer Pflanzung vor etwa 50 Jahren wirklich gut gemacht haben“, bedauert Lacks, „jetzt sind sie innerhalb eines Sommers gestorben.“ Es sei ein sehr schöner Bestand mit qualitativ hochwertigen Bäumen gewesen. Das Waldstück ist in den 1960ern angelegt worden, nachdem die damalige Deponie geschlossen hatte. Für den Bergahorn hatte man sich entschieden, da diese Art schnell wächst und mit der Erde über der ehemaligen Deponie gut klar kam.

Die Rußrindenkrankheit in einem anfänglichen, aber schon sichtbaren Stadium: Die Rinde verfärbt sich erst grau, dann kommen immer mehr schwarze Flecken hinzu, bis dann die Rinde aufplatzt und abblättert. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Dass jetzt viele der lange gesunden Bäume abgeholzt werden müssen, findet Förster Lacks sehr schade. „Wir haben zwar noch ein stabiles Waldgefüge, aber im Moment ist es eine schwierige Zeit für den Wald“, sagt Lacks. Der Pilz sei durch das trockene Jahr 2018 und den trockenen Sommer in diesem Jahr stark begünstigt worden. „Das ist aber nicht nur ein Eschweiler Phänomen, sondern deutschlandweit ein Problem. Es geht im Moment sehr schnell sehr viel Wald verloren.“

Aufgrund der Wetterverhältnisse geht Lacks davon aus, dass diese Maßnahme nicht die letzte bleiben wird. „Im Herbst werden wir definitiv noch Fichten fällen müssen, die mit dem Borkenkäfer zu kämpfen haben.“ Zudem ist er davon überzeugt, dass sich die Rußrindenkrankheit auch im kommenden Jahr zeigen wird, da die Pilzsporen so leicht sind, dass sie vom Wind einfach weitergetragen werden.

Panik machen möchte der Förster aber dennoch nicht. „Der Stadtwald ist ein wirtschaftlicher Erholungswald, da ist es schon normal, dass jedes Jahr Bäume gefällt werden.“ Es sei gewollt und absolut sinnvoll, dass die Wälder jedes Jahr durchforstet werden. Das werde gemacht, um die besonders guten Bäume zu fördern. Beispielsweise sollen die mit einem geraden Stamm und einer gut entwickelten Krone mehr Platz zur Entwicklung erhalten.

Förster Marco Lacks bedauert die Baumfällungen, die aufgrund der Erkrankungen stattfinden müssen. Foto: ZVA/Caroline Niehus

In diesem Jahr wird die Durchforstung Lacks und seinem Team also gewissermaßen vorweggenommen. Ein Problem sieht der Förster nur in der neuerlichen Häufung der Baumerkrankungen. „In der Forstwirtschaft denkt man ja in Jahrzehnten. Wenn in einem Jahr mehr Bestand wegfällt als geplant, ist es schwierig, das schnell zu kompensieren“, erklärt er. Neuen Bergahorn an die Stelle der gefällten Bäume will er vorerst nicht pflanzen. Grundsätzlich suche er aufgrund der veränderten Wetterverhältnisse eine Baumart, die relativ trockenheitsresistent ist. „Möglich wären Buchen oder Esskastanien, aber noch weiß ich wirklich nicht, was ich hier demnächst aufforsten werde.“

Die Bäume, die jetzt gefällt werden müssen, werden nach der Zerkleinerung zum Blockheizkraftwerk in Simmerath transportiert. Dort werden sie verbrannt. „Im Endeffekt ist das Holz leider Sondermüll“, sagt Lacks. Als Brennholz könne es nicht mehr verwendet werden, da sich die Sporen zu leicht weiterverbreiten würden. Am Freitag sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Dann wird es entlang der Hundsgracht um einiges kahler aussehen.

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