Eschweiler: Simon und David Hendriks werden Prinz in Session 2019/20

Prinzenwahl im Talbahnhof : Simon und David Hendriks sind Vollblutkarnevalisten seit Kindertagen

Simon Hendriks wird neuer Karnevalsprinz in Eschweiler. Mit Bruder David als Zeremonienmeister ist er am Mittwochabend gewählt worden. Die Karnevalisten der Scharwache stecken mitten in den Vorbereitungen – und verraten, was sie außerhalb des Karnevals noch mögen.

Simon und David, die Gebrüder Hendriks, haben sich der Herausforderung gestellt. Das Karnevalskomitee hatte am Mittwochabend zur entscheidenden Veranstaltung der Jecken, der Wahl des Prinzen, geladen. Gewählt werden sollte nur der Prinzenanwärter Simon Hendriks, der seinen Bruder David beruft. Beide präsentierten sich in ganz eigener Manier und persiflierten die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“. Das Start-up mit dem Ziel, in der Karnevalssession alle mitzunehmen, überzeugte die Löwen. Das Kapital: kompromisslose Rückendeckung beim jecken Treiben. Deftige Bürger, Karnevalskomitee und sieben jecke Präsidenten waren sich einig. 20 Stimmen wurden abgegeben, 20 waren gültig, 20 stimmten für das Gespann Simon und David Hendriks.

Von Kindesbeinen an dabei

Bereits in Kindertagen waren Simon und David Hendriks immer dabei, wenn es um Karneval ging. Mit 18 Jahren sind sie dann in die Eschweiler Scharwache eingetreten. Jetzt werden die beiden Brüder in der kommenden Session Prinz und Zeremonienmeister in der Indestadt – und damit wird ein lang gehegter Traum wahr.

Karneval liegt ihnen einfach im Blut. „Wir sind beide in den Karneval und die Scharwache reingewachsen, hier sind wir verwurzelt“, sagt David Hedriks, der ab Januar als Zeremonienmeister an der Seite von Bruder Simon unterwegs sein wird. Dieser stimmt ihm da direkt zu: „Unser Vater ist selbst schon Jahrzehnte in der Scharwache, da waren wir von kleinauf immer dabei.“ Der designierte Prinz Simon Hendriks ist mittlerweile sogar Präsident der ältesten Eschweiler Karnevalsgesellschaft – und das schon mit 36 Jahren. Seit 2001 ist er aktives Mitglied, vorher war er bereits mit Tanzgruppen und der Jugendkorporalschaft unterwegs.

Simon (r.) und David Hendriks werden in der kommenden Session das Narrenvolk führen. Foto: ZVA/Caroline Niehus

Aschermittwoch 2018 entschieden

Der Wunsch, Prinz zu werden, war unterschwellig schon lange da. Konkreter wurde der Traum dann am 11. November 2016. Bei der Karnevalsfeier der Jupp-Carduck-Gesellschaft halfen die Brüder im Bierwagen. „Da haben wir den Prinz auf der Bühne gesehen und gesagt: Irgendwann stehen wir da auch mal – und wenn wir es machen, dann zusammen“, erinnert sich David Hendriks.

Es dauerte zwar noch etwas, aber Aschermittwoch 2018 haben sich beide dann dazu entschieden, sich für das Prinzenamt zu bewerben. „Die erste und wichtigste Anlaufstelle waren dann unsere Frauen“, erzählen die beiden. Die haben von Beginn an ihre Unterstützung zugesagt, sodass dann innerhalb der Gesellschaft über die Bewerbung gesprochen wurde. Die Scharwache hat daraufhin den Antrag beim Komitee gestellt.

Die Rollenverteilung im Prinzengespann war von Beginn an festgelegt, ganz unausgesprochen. „Ich bin eigentlich der Ältere, aber es war direkt klar, dass ich den Zeremonienmeister mache und Simon den Prinz“, berichtet der 40-Jährige und fügt lachend hinzu: „Der ist schon Präsident und redet sowieso mehr.“ Vom Gefühl her sei es so einfach die richtige Aufteilung gewesen. Anschließend haben die Brüder ihre Mannschaft drumherum zusammengestellt, sechs Freunde stehen den beiden während Vorbereitung und Session zur Seite.

Mit diesem Team fiel die Vorbereitung recht leicht. Auch wenn immer wieder Fragen aufkamen wie: Wie wollen wir die Session gestalten? Wie sollen die Orden aussehen? Welches Motto haben wir? Wie wird das Kostüm aussehen? Die Antworten auf diese Fragen sind natürlich noch streng geheim. Nur so viel verrät Simon Hendriks: „Das Kostüm wird die Scharwachfarben und damit auch die Stadtfarben schwarz, gelb und blau haben.“

Rund 220 Auftritte warten in der Session auf die beiden, die mit der Prinzenproklamation am 18. Januar so richtig losgeht. Darauf fiebern sie seit Monaten hin. „Wir freuen uns darauf, mit Klein und Groß, Jung und Alt Karneval zu feiern“, sagt der designierte Prinz. Man wolle viel Freude transportieren und friedlich und freundschaftlich gemeinsam feiern. Ein bisschen Nervosität gehöre natürlich dazu, aber die Vorfreude sei natürlich riesig.

Feuerwehrmann und Jäger

Neben dem Karneval und ihren Familien, die für die Brüder über allem stehen, bleibt beiden noch Platz für jeweils ein Hobby. „Ich bin bei der freiwilligen Feuerwehr aktiv, das ist das zweite große Hobby“, erzählt Simon Hedriks. David Hendriks ist viel in der Natur unterwegs und liebt Wandern und die Berge. „Neben dem Vereinsleben im Karneval bin ich nämlich noch leidenschaftlicher Jäger“, sagt er.

Seine beiden Kinder, Jakob und Marie, werden als zwei von sieben Pagen dabei sein und Prinz und Zeremonienmeister begleiten. Sophia, Tochter des Prinzen, ist allerdings noch zu klein. „Sie wird aber auf dem Arm dabei sein“, berichtet Simon Hendriks. So wird auch der eigene Nachwuchs direkt fest in den Karneval integriert.

Das Wachlokal der Scharwache wird gleichzeitig die Prinzenhofburg für die kommende Session: das Haus Lersch. Dort wird auch der Kneipenkarneval noch gelebt. Doch egal welche Art von Feier, Simon und David Hendriks freuen sich darauf. „Ob im kleinen Wohnzimmer oder im großen Sitzungssaal, im Kindergarten oder Altenheim, wir freuen uns auf alle Menschen an allen Orten“, sagt der designierte Prinz. Auch der Straßenkarneval sei besonders, Rosenmontag werde mit Sicherheit einer der Höhepunkte werden.

Bis es endlich richtig losgeht, folgt am 10. November noch die offizielle Vorstellung beim Tag des Karnevals sowie die Prinzenkürung Ende November. Das Team rund um Prinz und Zeremonienmeister muss bis dahin noch die Ablaufpläne erstellen und Dinge wie Wurfmaterial und Geschenke organisieren. Schließlich wollen die beiden ja auf alles vorbereitet sein. Über allem steht für Simon Hendriks, der übrigens der 14. Prinz der Scharwache wird, folgendes: „Wir wollen dieses Brauchtum aufrecht erhalten, was uns über Jahrzehnte ans Herz gewachsen ist.“ Ein Kindheitstraum eben.