Eschweiler: Eschweiler Original: Große Trauer um Äu Lersch

Eschweiler : Eschweiler Original: Große Trauer um Äu Lersch

Karl-August Lersch ist tot. 77 Jahre alt ist er geworden, der Mann, der über Jahrzehnte in Eschweiler und darüber hinaus der Inbegriff eines Gastwirts war, der — wie er selbst sagte — Gastronomie nicht führte, sondern lebte.

Am Montagnachmittag erlag er seinem Krebsleiden. „Äu“ war nicht nur Wirt mit Leib und Seele, er war ein Urgestein mit vielfältigen Interessen und Ambitionen, eines der letzten Eschweiler Originale im besten Sinne. Ein Mann mit großem Humor und noch größerem Herzen.

Rund vier Jahrzehnte stand Äu hinter dem Tresen seiner Gaststätte, die schon Generationen von Lerschs vor ihm betrieben hatten. Und die er Stein für Stein an der Dürener Straße wieder aufgebaut hatte, als sie 1975 dem Bau des City-Centers weichen musste.

Äu war eine Institution. Hier traf sich ganz Eschweiler. Was nicht nur an der urigen Atmosphäre lag, die das Haus auszeichnet, sondern auch daran, dass Äu nicht nur Vorsitzender des Kanuclubs sowie des Wirtevereins und des Hotel- und Gaststättenverbandes war, sondern auch Mitglied der Scharwache, der Roten Funken, der Bösen Buben, der Klee Oepe Jonge, der Lustigen Reserve, der Prinzengilde, der ESG, der DLRG, des Segelklubs, des Geschichtsvereins und des SC Delphin. Äu war auch Mitbegründer der Jupp-Carduck-Gesellschaft, die in den vergangenen Jahren den Elften im Elften auf dem Marktplatz stets zu einem großen Volksfest machte.

Eigentlich hatte er ganz andere Berufspläne gehabt: Nach der Handelsschule absolvierte er Ausbildungen zum Dreher, zum Maurer, zum Industriekaufmann. 16 Jahre lang arbeitete er als „Schreibtischtäter“ bei einem großen Modeunternehmen sowie bei einer Versicherung, ehe seine wahre Berufung sich endlich Bahn brach.

Ein wenig kauzig war er schon, der Mann, der auf seine Zigarillos nicht verzichten konnte. Aber liebenswert. Und für jeden hatte er ein nettes Wort und ein Witzchen parat. Stillsitzen, ausruhen, das war nichts für ihn.

Äu war immer in Aktion. Und so baute er seine Altstadt-Gaststätte mit Hilfe seiner Frau Rita und seiner beiden Söhne Marc und Frank zu einem respektablen Gastronomie- und Ausbildungsbetrieb aus: Heute gehören unter der Federführung seiner Söhne neben Lersch’s Restaurant die Gastronomie am Indemann und das Seehaus 53 am Blausteinsee dazu.

Äu Lersch ist nicht mehr. Und Eschweiler ist ein Stück ärmer geworden. Auch wenn er körperlich nicht besonders hochgewachsen war (was ihn nicht davon abhielt, seine Mitbürger augenzwinkernd mit „Na, du Zwersch?!“ anzureden): Äu war ein Großer. Eschweiler wird ihn vermissen.

(rpm)
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