Eschweiler Nothberg schafft Platz für Einfamilienhäuser

Nach jahrelangem Warten : Aus Nothbergs altem Sportplatz soll nun ein Wohngebiet werden

Dass die Indestadt seit Jahren ein beliebtes Pflaster ist, sich häuslich niederzulassen, macht sie einzigartig in der Region. Eschweiler wächst – als einzige Stadt in der Städteregion – und damit auch die Nachfrage nach Bauland.

Dass Letzteres rechts und links der Inde noch zu im städteregionalen Vergleich erschwinglichen Preisen zu haben ist, trägt mit dazu bei, dass Baugrund knapp wird. Umso unverständlicher erscheint, dass ein bereits seit Jahren als Wohnbaufläche projektiertes Areal sich bis heute als Brachfläche präsentiert.

Platz für 30 Häuser

Die Rede ist vom Sportplatz Nothberg. Der wurde aufgegeben, als die Sportvereine von Nothberg und Hastenrath zum SC 1912 Berger Preuß fusionierten. Das war am 1. Juli 2014. Schon Monate zuvor war im Rathaus klar, was aus dem dann sportlich ungenutzten Gelände an der Knippmühle werden sollte: Nothberg braucht Bauland.

„Um dem kurz- bis mittelfristigen Wohnbedarf der Bevölkerung im Ortsteil Nothberg Rechnung zu tragen, ist beabsichtigt, auf dem ehemaligen Sportplatz südlich der Von-Bongart-Straße ein Wohngebiet zu entwickeln und den südwestlichen Siedlungsrand Nothbergs zu arrondieren“, hieß es in einer Verwaltungsvorlage vom Januar 2014. Per Änderung des Flächennutzungsplans und des parallel durchzuführenden Bebauungsplanes 181 wurde aus der bisherigen Grünfläche ein Wohnbaugebiet.

An die 30 ein- und zweigeschossige Häuser sollten hier entstehen. Und das zügig, wie unsere Zeitung damals berichtete: „Die Stadt drückt beim Nothberger Sportplatz aufs Tempo: Noch in diesem Jahr soll nach dem Willen der Kommunalpolitiker mit der Vermarktung begonnen werden.“

Im fast neuen Sportlerheim trainiert derzeit ein Billardclub. Foto: Rudoölf Müller

Aufs Tempo drücken? Passiert ist seither nichts. Abgesehen von der Tatsache, dass das erst zwei Jahre vor der Schließung eröffnete Sportlerheim einen neuen Nutzer hat: Hier schiebt jetzt der 1. Poolbillard-Club Primus Eschweiler eine mehr oder minder ruhige Kugel.

Aufwendige Erschließung

Als eines der Hauptprobleme bei der Nutzung des Geländes galt die Erschließungn. Hier sind aufwendige Umbauarbeiten nötig.

Die Von-Bongart-Straße ist laut Stadt zwar als Erschließungsstraße geeignet, unbefriedigend sei allerdings die Einmündung in die durch eine begrünte steile Böschung zweigeteilte Knippmühle. Die bergseitige Fahrbahn der Knippmühle ist mit derzeit nur rund vier Metern Breite völlig ungenügend, die Erschließungsverkehre der Von-Bongart-Straße und des geplanten Baugebietes abzuwickeln. Geplant wurde daher, die Verkehrsfläche auf Kosten der Böschung, die mit einer Stützwand abgefangen werden sollte, zu verbreitern.

Die Erschließung des Baugebietes von anderen Seiten her ist aufgrund der Topographie ungleich aufwendiger: Für den Sportplatz wurde das Gelände seinerzeit mit Aufschüttungen bzw. Abgrabungen modelliert. Hier müssten steile Böschungen von bis zu ca. 2,5 Metern überwunden werde. Die bisherige Zufahrt zum Sportplatz an der Wendeanlage der Von-Bongart-Straße ist die einzige Stelle, die ebenerdig an das Plangebiet angrenzt.

Zudem ist das Plangebiet von Süden her ungünstig zu erreichen, da die Straße Knippmühle mehrfach ihre Richtung ändert und nur aus einem etwa 3,5 Meter breiten asphaltierten Weg besteht. Gegen eine Erschließung aus südlicher Richtung spricht laut Stadt auch, dass dort der eventuell wasserführende und verrohrte Mühlengraben überquuert werden müsste. Alles in allem: ein übermäßig teures Unterfangen.

Jetzt aber soll Bewegung in das Vorhaben Wohnbebauung Sportplatz kommen, das bislang von ganz anderen Problemen ausgebremst wurde, wie Bürgermeister Rudi Bertram erläutert: Erst vor kurzem habe die Stadt das Okay des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) zur Entwässerung des Plangebiets erhalten. „Eine sehr komplizierte Angelegenheit“, begründet Bertram die lange Verfahrensdauer. Jetzt könne man endlich die weiteren Verfahrensschritte angehen. „Ich gehe davon aus, dass wir das Areal Ende des zweiten Halbjahres in die Vermarktung geben.“

Viele Interessenten

Schon jetzt gebe es zahlreiche Interessenten aus Nothberg, Eschweiler wie auch der Region, die Einfamilienhäuser errichten wollen. Die Stadt, so Bertram, wolle die Grundstücke möglichst an Einzelinteressenten statt an ein oder zwei Bauträger vergeben. Der Quadratmeterpreis soll bei 160 bis 170 Euro liegen.

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