Eschweiler: Eschweiler Nachwuchs lernt jede Menge

Eschweiler : Eschweiler Nachwuchs lernt jede Menge

Es sind ungleiche Duelle, denen sich die U16-Mädchen der Eschweiler und Aachener Wasserballerinnen stellen müssen. Das gab Simon Münstermann, Technischer Leiter und selber Wasserballspieler bei den Eschweiler Delphinen, direkt zu.

Nur zusammen mit dem Aachener SV konnte man eine Mannschaft zusammenstellen, die sich in der NRW-U16-Liga Konkurentinnen aus ungleich größeren Vereinen stellen muss. Da es sonst deutschlandweit keine Liga für die U16 gibt und mit dem SSV Esslingen und dem ETV Hamburg zwei „fremde“ Clubs teilnehmen, wird hier de facto die Deutsche Meisterschaft ausgespielt.

Kräftezehrende Sportart

An den Wettkampftagen treffen sich dann die Clubs und tragen möglichst viele Spiele auf einmal aus. So durften sich die Eschweiler und Aachener Schwimmerinnen am Wochenende die weite Anreise sparen, die Spielerinnen waren zu Gast im Hallenbad an der Jahn-straße. „Die Spiele sind oft schwierig, aber man lernt viel“, so Münstermann, der bekräftigte: „Sie schlagen sich in ihrem ersten Jahr wacker.“

Trainerin Ann-Kathrin Mertens bemüht sich, den Mädchen den Spaß an der kräftezehrenden Sportart zu bewahren. Das sei nicht immer ganz einfach aufgrund der Ergebnisse, trotzdem sei man stolz, als einer der wenigen Vereine überhaupt eine U16 der Mädchen an den Start bringen zu können.

Durch den Spielermangel ist es im Wasserball sonst üblich, dass munter zwischen den Teams gewechselt wird, erklärte Münstermann. Die Delphine zählen insgesamt 25 Herren, fünf Damen, zehn Jungs und zehn Mädchen in ihrer Wasserballabteilung. Mit zwei Seniorenmannschaften, den U16-Mädchen und den U14-Jungen, die in der Bezirksliga an den Start gehen, seien die Delphine gut aufgestellt, so der Technische Leiter. Dabei gehen oft auch gemischte Teams an den Start, um den Spielbetrieb zu ermöglichen.

Kein Wunder, dass auch die Altersspanne entsprechend groß ist. So sind die jüngsten Mitspieler in den Seniorenmannschaften lediglich 16 Jahre alt, während sie mit Torwart Genadi Sandakow einen ganz besonderen Spieler in ihren Reihen haben. 60 Jahre ist der gebürtige Usbeke alt, der sogar an der sowjetischen Spartakiade teilnahm.

Gerne erinnerte sich Münstermann an den ungewöhnlichen Weg von Sandakow zu den Delphinen. Bei einer Vorführung fragte Sandakow, ob er auch mitspielen könne. „Trotz einer jahrzehntelangen Pause hat er super gehalten“, erzählte Münstermann — und so fand der Usbeke seinen Weg ins Tor der Wasserballer, das er bis heute hütet. Und das bisher erfolgreich: Die Wasserfreunde Delphin Eschweiler liegen immerhin auf dem dritten von acht Plätzen in der Bezirksliga.

„Man muss einfach ein sehr guter Schwimmer sein“, erklärte Münstermann zu den Anforderungen der Sportart, weshalb es auch schwer sei, den Nachwuchs heranzuziehen. Oft habe man Handballer zu Gast, die zwar mit ihrer Wurfstärke beeindrucken, durch das viele Ziehen und Halten Unterwasser jedoch große Probleme bekommen.

Der häufigste Werdegang ist eher, dass sich Wettkampfschwimmer dazu entscheiden, dass sie zum Wasserball wechseln. Während der Zenit bei den Schwimmern bei rund 18 Jahren liegt, sind die besten Wasserballspieler hingegen um die 30 Jahre. Durch geschicktes Stellungsspiel und Erfahrung könne man bei der Sportart auch in höherem Alter noch auf gutem Niveau mitspielen. Am Ende des Tages des Wettkampfwochenendes mussten die Mädchen der Delphine und des ASV drei Niederlagen gegen die Hamburger, Esslingen und Uerdingen einstecken.

Damit liegt man auf Platz Fünf der sechs Teilnehmer, bereits zweimal konnte man den Düsseldorfer SC schlagen. Ein Vorbild bleibt für die Mädchen eine Zuschauerin, die alle Tricks und Kniffe der Sportart kennt. Birgit Kempen verfolgte die Spiele der heimischen Schwimmerinnen. In den 80ern und 90ern spielte sie in der Wasserball-Bundesliga und absolvierte zahlreiche internationale Einsätze.

Münstermann zeigte sich stolz, dass man bei den Delphinen trotz der schwierigen Nachwuchssituation mit den „großen Clubs“ mitspielen könne, die teilweise über ihre eigenen Hallen mit größeren Becken verfügen. Und vielleicht lässt sich ja noch die ein oder andere Wettkampfschwimmerin oder -schwimmer zu den Wasserballern locken.

(cheb)
Mehr von Aachener Nachrichten