Eschweiler: Mobile Arbeitsplätze im St. Antonius Hospital

St.-Antonius-Hospital : Mobile Arbeitsplätze liefern vollen Überblick über Patienten

Auf Knopfdruck einen sofortigen Überblick zum Krankheitsverlauf des Patienten haben, ist im St.-Antonius-Hospital auf den Stationen der Inneren Medizin und ab Juli auf allen Fachabteilungen und Stationen die Regel. Vieles ist nun möglich, was mit Papierakten unmöglich war.

Vier Monate nach dem Pilotstart des Echtbetriebs auf der ersten Station ist die gesamte Klinik für Innere Medizin mit Mobilen Arbeitsplatz-Systemen (MAS) ausgestattet. Ob Röntgenbilder, Laborbefunde oder Hausarztbrief: Die Systeme mit elektronischer Fieberkurve können Arzt und Pflegepersonal während der Visite sofort auf alle Informationen zur Behandlung zugreifen und sie mit dem Patienten besprechen.

Künftig werden 36 MAS durch das St.-Antonius-Hospital rollen. Diese Wagen sind mit einem vollständig ausgestatteten PC-Arbeitsplatz ausgestattet. Der Einsatz der digitalen MAS dient der Verbesserung des Informationsflusses und der Optimierung der Arbeitsabläufe, denn die unterschiedlichen Fachabteilungen können alle zeitgleich lesend auf die Patientenakte zugreifen. Befindet sich der Patient beispielsweise in einer endoskopischen Untersuchung, kann das examinierte Pflegepersonal dennoch die Medikation und Anordnungen für den nächsten Tag vorbereiten. Das war in Zeiten der Patientenakte in Papierform unmöglich, da diese mit dem Patienten in der Endoskopie war.

Digitale Dokumentation schafft Transparenz

Die Vorteile digitaler Dokumentation für die Pflegepraxis sind offensichtlich: Prozesse werden auf der Station und im gesamten Haus vereinheitlicht. Fehler bei der Datenübermittlung werden ebenso minimiert wie der zeitliche Aufwand für die Dienstübergabe. Eine Vielzahl von Informationen ist für die Pflegekraft auf einen Blick in ihrem Gesamtzusammenhang erfassbar.

Diese Übersichtlichkeit sorgt für eine immense Zeitersparnis, ganz einfach dadurch, dass sie den Suchaufwand reduziert: „Das Ausarbeiten der Visite mit ihren Anordnungen ist einfacher und ökonomischer. Diese eingesparte Zeit kommt den Patienten zugute“, betont die Pflegedirektorin Roswitha Brenner. Die höhere Transparenz der Pflegeleistung durch die digitale Dokumentation offenbart zudem den Wert der Pflegeleistungen und bietet eine Grundlage für regelmäßige Qualitätskontrollen.

Im Klinischen Informationssystem (KIS) vorhandene, relevante Informationen werden eingeblendet, wie etwa offene Anforderungen, Befunde, postoperative Tage, Flüssigkeitsbilanzierungen, Berichte, Arztbriefe, ärztliche und pflegerische Notizen, Skalen, Dekubitus- und Wunddokumentationen. Damit alle im KIS verfügbaren Daten zugänglich sind, sind die mobilen Geräte online angebunden.

Bislang ordnete der Arzt die Arzneimittel in handschriftlicher Form an, indem er sie in die Patientenkurve aus Papier eintrug. Im SAH erfolgt künftig auch die Arzneimittelverordnung ab Sommer komplett elektronisch. Und das bietet einige Vorteile, sowohl für die Sicherheit des Patienten, als auch zur Entlastung der Pflege und der Optimierung der Arbeitsabläufe. Während der Visite ordnet der Arzt am MAS elektronisch die Medikation des Patienten an. Die Software prüft daraufhin die Medikation nach verschiedenen Kriterien. So werden mögliche Allergien, Wechselwirkungen, zulässige Höchstdosen und Dosisintervalle überprüft.

Der verantwortliche Apotheker Jörg Gildehaus sagt: „Die elektronische Arzneimittelverordnung erhöht die Sicherheit und Effektivität der Medikation – ein deutlicher Qualitätssprung.“ Mögliche Doppelverordnungen, Wechselwirkungen sowie medikationsinduzierte Allergien werden frühzeitig erkannt. Übertragungsfehler werden vermieden, und Anordnungen sowie Dokumentationen sind gut lesbar. Fehlinformationen von Patienten oder Angehörigen zur mitgebrachten Medikation entfallen ebenfalls, weil der Patient den vom Gesetzgeber vorgeschriebenen bundeseinheitlichen Medikationsplan vorlegen kann.

Über einen Barcode werden die Medikation und sonstige Patientendaten fehlerfrei ins System eingelesen – vorausgesetzt der Patient hat ihn im Original zur Behandlung mitgebracht.