Eschweiler: Leser melden Verkehrsstellen, Stadt prüft

Leser melden Verkehrsstellen : Kreisverkehr Zechenstraße/Südstraße kommt frühestens Ende 2020

Im September kommt das Gremium zusammen, das Themen im Straßenverkehr diskutiert und potenzielle Änderungswünsche überprüft. Auf Anregungen von Lesern wird an mehr Stellen das Tempo-Info-Gerät eingesetzt.

Verkehrssituationen unterschiedlicher Art haben auf jeden von uns Einfluss, sei es als Auto- oder Radfahrer, Fußgänger oder Anwohner. Und oft ist es so, dass ein und dieselbe Situation unterschiedlich wahrgenommen wird – „gefährlich“ und „brenzlig“ liegen im Auge des Betrachters, selbst wenn belegbare Fakten etwas Gegenteiliges beweisen. Das ist eine wichtige Einführung für diesen Text, weil Einzelpersonen nachfolgende Situationen angesprochen haben. Die Bürger haben sich auf eine nicht repräsentativen Umfrage dieser Zeitung gemeldet: Sie sollten Stellen im Eschweiler Straßennetz angeben, an denen aus ihrer Sicht Bedarf besteht, dass Stadt und Polizei handeln – für mehr Sicherheit.

Einige der insgesamt 15 Anliegen hat die Stadt daraufhin nach Absprache mit dem Ordnungsamt für die Verkehrsbesprechung im September aufgenommen.

Unter den Meldungen der Bürger finden sich auch Stellen wieder, die schon Jahre für Diskussionen sorgen. Eine davon ist die Zechenstraße, wo „gerade in den Abendstunden die Raserei extrem zugenommen“ habe. Die Stadt Eschweiler antwortete auf Nachfrage, dass keine Erkenntnisse über „besondere Auffälligkeiten“ vorliegen würden. Die gesamte Straße sei auch nie Thema der Unfallkommission gewesen. Anders die Kreuzung Südstraße/Zechenstraße. Weil der Bereich noch immer nicht in einen Kreisverkehr umgebaut worden ist, hat die Stadt die Ampelschaltung ändern lassen. In der Hauptrichtung haben Linksabbieger keinen Gegenverkehr mehr, in der Nebenrichtung „wird der Gegenverkehr bei der Grünphase nicht mehr durch den Linksabbieger verdeckt“ – sofern die Markierungen beachtet werden.

Warum ist der beschlossene Kreisverkehr, der 2018 gebaut werden sollte, noch nicht umgesetzt? „Es hapert an der Finanzierung“, sagt Straßen.NRW-Projektleiter Arnd Meyer. „Frühestens Ende 2020 könnte es losgehen.“

Von Anwohnern aus Nothberg kam erneut die Mitteilung, dass der Lkw-Verkehr über die Hüchelner Straße/Am Fresenberg/Cäcilienstraße eine gefährliche Farce sei. Jüngst war von „40 bis 50 Vierzigtonnern täglich“ die Rede, die zum Dalli-Lager wollen und wegen der Umweltzone Dürener Straße unnötigerweise über Nothberg fahren, obwohl es über die Südstraße möglich ist. Deswegen sei ein Wegweiser im Gespräch, den die Firma an der Dürener Straße aufstellen wolle. Die Aufstellung stehe laut Stadt „nach den letzten vorliegenden Informationen unmittelbar bevor“.

Zudem fordern Anwohner eine durchgängige Tempo-30-Zone. Da es sich aber um eine Kreisstraße handelt, ist das nicht erlaubt.

Apropos Geschwindigkeit: Den Verlauf Eifelstraße/Quellstraße will die Stadt nun auch mit einem sogenannten Tempo-Info-Gerät überprüfen. Das Gerät erfasst das gefahrene Tempo und die Fahrzeugart, ohne dass personenbezogene Daten gespeichert werden. „Nach Auswertung wird gegebenenfalls erneut Kontakt zur Städteregion und der Polizei aufgenommen, um weitere Maßnahmen zu erörtern“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Denn im Verlauf der Straße befinden sich bereits Messstellen von besagten Behörden, die regelmäßig kontrolliert würden.

Das Tempo-Info-Gerät soll auch in der 30er-Zone An der Waidmühle/Sebastianusstraße zum Einsatz kommen. „Es werden immer mehr Kinder, die über die Straße müssen. Kaum jemand hält sich an die Geschwindigkeit“, lautet eine Bürgermeldung. Auffälligkeiten gebe es an der Stelle nicht, teilt die Stadt mit, dennoch werde sie nun begutachtet.

Ebenfalls gemeldet: die Kurve Wardener Straße von und zur Autobahn. Begründung: zu hohe Geschwindigkeiten und Pkw, Lkw sowie Busse würden den Mittelstreifen überfahren. Antwort der Stadt: Der Tempohinweis werde an Polizei und Städteregion weitergeleitet. Und die Stelle werde „geprüft und gegebenenfalls mit dem Ziel einer Lösungsfindung besichtigt“.

Regelmäßig überwacht werde nun die Situation an der Kreuzung Liebfrauenstraße/Jülicher Straße, „vornehmlich während der morgendlichen Berufsverkehrszeit“. Ein Bürger hatte geschildert, dass es immer wieder zu gefährlichen Situationen komme, wenn man nach links Richtung Dürwiß abbiegen möchte. Erschwert werde die schlecht einsehbare Situation durch verbotswidrig parkende Pkw.

Keine Spiegel in Weisweiler

Ein „Gefahrenpunkt“ ist aus Bürgersicht die Stelle Aachener Straße, Höhe Hausnummer 130. An den dortigen Bushaltestellen würden häufig McDonald’s-Kunden wenden. „Gefährliche Situationen sind täglich zu beobachten.“ Die Stadt nimmt die Anregung für die nächste Verkehrsbesprechung auf, teilt aber gleichzeitig mit, dass es sich nicht um einen Unfallhäufungspunkt handelt. Und ein Überholverbot sei wegen anliegenden Einfahrten nicht möglich.

Für die Kreuzung Frankenplatz/Dürener Straße in Weisweiler schlägt ein älterer Autofahrer vor, wie in Aachen Verkehrsspiegel anzubringen; dort wurden im Stadtgebiet Ende Juli 56 Stück installiert. „Als Linksabbieger in die Straße Hagelkreuz läuft man Gefahr, mit dem Gegenverkehr zu kollidieren.“ Die Stadt reagiert wie folgt: Erkenntnisse über Unfälle gebe es nicht, das Ampelprogramm sei vor Jahren verbessert worden, und „Verkehrsspiegel werden zwischenzeitlich nur noch in sehr seltenen, begründeten Ausnahmefällen aufgestellt“.

Begutachten will die Stadt im Rahmen der Verkehrsbesprechung die Ecke Severinstraße/Filzgraben, ein enger Bereich, in dem es gerade im Berufsverkehr zu unübersichtlichen und gefährlichen Momenten gerade für Kinder komme.

Kritik gab es auch aus Sicht eines Radfahrers an der Regelung auf der Kochsgasse. Mittlerweile gehe er dort zu Fuß zur Arbeit oder nehme das Auto. Nach „zwei glimpflich verlaufenden Unfällen mit Pkw und einigen Beinahkollisionen“ und Gesprächen mit der Polizei habe sich nichts geändert. Reaktion der Stadt: Die Situation können „als beengt oder verkehrlich ungünstig gelöst empfunden werden“. Sie wurde allerdings „vor einigen Jahren auf Anraten des Radverkehrsbeauftragten der Städteregion Aachen umgestaltet“. Wegen enger Bebauung könne der Radverkehr nicht durchgängig eigenständig verlaufen.

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