Eschweiler: Küche des St.-Antonius-Hospitals schließt Ende September

St.-Antonius-Hospital : Küche schließt Ende September, 51 Personen verlieren ihren Job

Krankenhaus-Chef Elmar Wagenbach kann den Unmut verstehen und will die Lage nicht schön reden. Der Betriebsrat beklagt unterdessen die niedrige Abfindungshöhe. Gespräche mit einem Übergangs-Caterer laufen – leichte Sorgen bestehen dennoch.

Zum 30. September erhalten die Mitarbeiter der Küche des St.-Antonius-Hospitals ihre Kündigung. Dann wird die Küche aus wirtschaftlichen Gründen schließen. Das hat die Geschäftsführung den Betroffenen bei einer Betriebsversammlung am Dienstag mitgeteilt. 51 Personen verlieren nach Angaben von Elmar Wagenbach, der sowohl Geschäftsführer des Hospitals als auch der Küchenbetreiberin KVA GmbH ist, ihren Job. 38 sind noch fest angestellt, bei 13 Mitarbeitern laufen die Verträge aus.

„Ich kann den Unmut verstehen, es war für alle eine Ausnahmesituation“, betonte Wagenbach am Mittwoch. „Wir haben alles getan, um den Sozialplan vernünftig abzuwickeln, was aber jeder anders wahr nimmt, wie bei vielen Dingen im Leben. Ich werde die Sache nicht schönreden – Kündigungen sind nie eine gute Lösung.“

Der Betriebsrat seinerseits hatte sich in einem Schreiben an die Redaktion über die Höhe der Abfindungen beklagt, die „noch unter dem Regelabfindungssatz liegt“. Die Vorsitzende Silva Heuser betonte, der Betriebsrat habe alles versucht, „um das Krankenhaus als Mutter dazu zu bewegen, die Abfindungssumme zu erhöhen, es hierzu aber keine rechtliche Möglichkeit gab“. Zu Details der Verhandlungen will sich Hospital-Chef Wagenbach nicht äußern. Er machte jedoch deutlich, dass die Krankenhaus-Gesellschaft die Abfindungen schultern müsse, weil die KVA selbst „nicht die Mittel hat“.

Modernes Café

Im Sommer starten die Umbauarbeiten des Restaurants „Akzente“, das die KVA ebenfalls betreibt. Dort zieht ein externer Betreiber mit einem modernen Café ein, was die Frage aufkommen lässt, ob die bald ehemaligen Mitarbeiter der KVA dort übernommen werden. Auf Anfrage sagte Elmar Wagenbach, dass die Angestellten auch Thema bei den Verhandlungen mit dem künftigen Betreiber gewesen seien, aber „es gibt keine Betriebsübernahme oder eine sonstige Vereinbarung“. Die Hoffnung auf eine Übernahme sei laut der Betriebsratsvorsitzenden Silva Heuser schon nach den ersten Gesprächen mit dem neuen Betreiber verflogen. „Uns wurde deutlich gesagt, dass kein Interesse an uns besteht“, betonte sie.

Wenn das Restaurant umgebaut wird, muss für rund drei Monate eine Übergangslösung her, was die Verpflegung von Besuchern und Personal angeht. Am Donnerstag führt die Geschäftsführung entsprechende Gespräche mit einem Caterer, bis Ende nächster Woche erwartet Elmar Wagenbach eine Lösung. Es sei auch nicht komplett ausgeschlossen, dass sich kein Caterer findet und es während der Umbauwochen keine Verpflegung am Hospital gibt.

Damit habe Wagenbach vor Beginn der konkreten Gespräche und Planungen für die Zukunft nicht gerechnet, gibt er zu: „Wir haben gedacht, dass es attraktiv für lokale Betriebe ist, vor dem Hospital ohne Miete einen Imbisswagen oder Ähnliches hinzustellen. Aber wir haben nur Absagen erhalten.“ Denn die potenziellen Betreiber hätten entweder für die drei Monate eine Umsatzgarantie gefordert oder sie wollten die festen Standrouten mit ihren Mobilen nicht aufgeben.

Weil die Hospitalküche schließt, muss die Stadt Eschweiler einen neuen Essenszulieferer für ihre Grundschulen suchen. Darüber entscheidet die Politik am 5. Juni.

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