Eschweiler: Kirche des Zisterzienserinnenklosters St. Jöris renoviert

Förderverein renoviert Kirche : Viele Stunden Arbeit für ein lebendiges St. Jöris

Der Förderverein renoviert die Kirche des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters. Sie soll wieder ein lebendiger Ort für kulturelle Veranstaltungen, Dorf- und Familienfeste sein.

Das Innere der ehemaligen Klosterkirche, gern auch „Gute Stube von St. Jöris“ genannt, strahlt in blendendem Weiß. Mit der Renovierung will der Förderverein Zisterzienserinnenkloster St. Jöris das Gemeinschaftsleben im Ort stärken. Vorstand und Mitglieder des Vereins feierten den Abschluss der einen Monat dauernden Arbeiten in dieser Woche mit einer „Danke-Party“ bei Bier und Chili con Carne.

Bis in die 70er Jahre war die Klosterkirche von St. Jöris eine Ruine. Dass aus diesen Resten des über 800 Jahre alten und oft verwüsteten Klosters, dem Abriss näher als dem Erhalt, die „Gute Stube von St. Jöris“ wurde, ist vor allem dem 1982 gegründeten Förderverein zu verdanken. Auch bei der jetzt notwendig gewordenen Renovierung steckten die Mitglieder viel eigene Arbeit in das Projekt. Aber auch Geld war notwendig, der Verein investierte eine fünfstellige Summe.

Im Lauf der Jahrzehnte seit der Eröffnung des kulturellen Zentrums waren die weiß gestrichenen Mauern des Kircheninneren grau geworden. Abplatzungen und Ausblühungen machten den Raum unansehnlich, es gab Schäden durch Nägel und Haken, die von Nutzern bei Ausstellungen und Feiern angebracht wurden.

Einen Monat lang wurde die einstige Klosterkirche in St. Jöris vom Förderverein renoviert. Foto: Andreas Kuchem

Für die Malerarbeiten und die Reparaturen der Fenster wurden Firmen beauftragt. Für alle anderen Arbeiten fanden sich Mitglieder des Vereins – darüber freute sich der Vorsitzende, Reinhard Dohmen, sichtlich. Denn es gab viel zu tun.

„In manchen Nischen lag noch Dreck aus dem Gründungsjahr des Fördervereins 1983“, staunte Andreas Kuchem, einer der vielen engagierten Mitglieder. Die gesamte Beleuchtung der Klosterkirche wurde erneuert. Die jetzt eingesetzte LED-Technik sorgt nicht nur für angenehmes und zielgerichtetes Licht, sondern soll auch die Stromkosten auf ein Zehntel senken. Selbst ein stimmungsvoller künstlicher Sternenhimmel wurde so möglich. Auch Sturmschäden waren zu beseitigen. Die Heizungsanlage wurde überholt, die Musikanlage auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Eine Bluetooth-Verbindung sorgt nun dafür, dass niemand mehr über ein Mikrophonkabel stolpert.

Was der Zusammenhalt einer Dorfgemeinschaft ausmacht, zeigte sich, als nach dem Streichen der Wände das mächtige Kruzifix wieder aufgehängt werden sollte. Es stammt aus der Kirche der abgebaggerten Ortschaft Laurenzberg und wiegt 250 Kilo. Das Abhängen hatten die Mannen des Fördervereins noch selber geschafft. Beim Aufhängen half die Feuerwehr: „40 Sekunden, dann hing das Kreuz wieder an seinem Platz!“

Eine Kachel mit dem Symbol der Jakobsmuschel zeigt an: Die Klosterkirche von St. Jöris ist eine Station auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Foto: Ebbecke-Bückendorf

Mit der Renovierung der Klosterkirche stemmt sich der Förderverein auch gegen den Trend, dass kleine Orte immer mehr zu Schlaf-Siedlungen ohne eigenes dörfliches Leben werden, Stichwort Vereinssterben. Die Zahl der Veranstaltungen in der „guten Stube“ ging im Laufe der Jahre zurück, auch Hochzeiten wurden immer seltener dort gefeiert. Dabei bietet die Stadt Eschweiler nach wie vor in der Klosterkirche standesamtliche Trauungen an. Auch Kunstausstellungen, Jubiläumsfeiern, Pfarrfeste, Gottesdienste, Kommunionsfeiern und vieles mehr sind an diesem Veranstaltungsort möglich.

„Wir möchten, dass hier auch kulturell wieder etwas mehr passiert“, sagt Andreas Kuchem. Und dass man sich in St. Jöris nicht nur gegenseitig hilft, sondern auch miteinander feiert. „Deshalb auch dieser Neustart.“

Einen ersten Termin für ein kulturelles Ereignis gibt es bereits: Der im Nachbarort Broichweiden ansässige Frauenchor „Da capo“, in dem viele Sängerinnen aus St. Jöris aktiv sind, wird am 29. Juni, einem Samstag, ein Konzert in der Klosterkirche geben. „Den Termin können sich schon mal alle notieren“, freut sich Vorsitzender Reinhard Dohmen.

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