Tag der offenen Gartentür: Eschweiler Hobbygärtner öffnen ihre Pforten

Tag der offenen Gartentür : Eschweiler Hobbygärtner öffnen ihre Pforten

Ulrike Korkin spielt gerne mit Farben. Sie und ihr Lebensgefährte Rudi Ortmanns haben sich der Kunst in zweierlei Hinsicht verschrieben: Neben dem eigenen Atelier ist vor allem der Garten ein Platz kreativer Ideen. Mit ihrem Idyll und dem eigenen Vierkanthof in Bergrath öffnen sie am Samstag und Sonntag ihre Türen beim Tag der offenen Gartentür.

Ein wahres Farbenmeer erlebt man, wenn man in Bergrath in den Garten von Ulrike Korkin und Rudi Ortmanns eintritt. Weite Wiesen sucht man hier vergebens, doch das gab der alte Bauernhof, den die Lebensgefährten vor über zehn Jahren erwarben, sowieso nicht her. So ist der Garten von allen Seiten ummauert, im Grunde ein Innenhof mit einem eigenen Klima. Bis er die heutige Form und Farbenpracht annahm, gab es einiges zu tun.

Als die beiden nämlich die Immobilie erwarben, sanierten und renovierten sie Haus und Hof von Grund auf. „Mein Lebensgefährte ist handwerklich geschickt und wir hatten Hilfe von vielen Freunden“, erinnert sich Ulrike zurück. Die Liebe zur Natur lebte sie schon vorher auf einem Balkon aus, doch in Bergrath konnte sie sich nun richtig austoben. Kein Einsatz von Chemikalien, um die Blumen vor Insekten und Ungeziefer zu schützen. So ist der Garten auch ein Hort für Libellen, Schmetterlinge, Bienen und Läusen.

Der Innenhof veränderte grundlegend seine Gestalt, Ebenen mit Treppen führen von Zimmer zu Zimmer. So nennen Ulrike und Rudi die verschiedenen Nischen, die mit Sitzmöbeln als Rückzugsort dienen. Jedes dieser Zimmer hat eine andere Farb- und Stilgebung. Auf Vielfalt setzen die Hobbygärtner auch bei ihren Pflanzen und Blumen.

Ulrike ist mit Leidenschaft dabei, wenn es um die Pflege und Zucht verschiedenster Sorten geht. Diverse Rosen, Obstbäume wie Pfirsich, Zitrone und Kumquat sorgen ebenso wie Mangolie und Stauden für ein kunterbuntes Bild. Und das ist bei Weitem nur eine Auswahl dessen, was im Garten zu finden ist. Ein Teich, der überbrückt wird, bietet Lebensraum für mehrere Fischarten, die Katzen von Ulrike und Rudi ziehen ihre Runden und finden garantiert ein Platz, in dem sie in Ruhe entspannen können. „Wir haben bewusst den Garten so angelegt mit den verschiedenen Ecken, die versteckt und nicht einsehbar liegen. So bekommt der Platz mehr Raum und Tiefe“, erklärt Korkin.

Die 61-Jährige ist von Beruf Sekretärin bei einem Zahnarzt, der Garten ist ihr Paradies. Um ihr Glück zu teilen, beteiligt sie sich am Tag der offenen Gärtentür. Der Sinn dahinter geht bis in die 1920er-Jahre zurück. In England wurde 1927 in Gedenken an Königin Alexandra, die sich zu Lebzeiten für Kranke und Arme engagierte, ein gemeinnütziger Fonds gegründet. Dieser wurde mit Eintrittsgeldern gefüllt, die Privatleute einnahmen, indem sie ihre Garten für alle Besucher öffneten.

Während sowohl die „Offene Gartenpforte“ im ganzen Rheinland stattfindet und es ähnliche Formate auch in anderen deutschen Bundesländern gibt, findet zum gleichen Zeitpunkt die Aktion „Aachen öffnet seine Gärten“ statt, deren Einnahmen der wohltätigen Aktion „Aachener Kinder den Tisch decken“ zugute kommen. Diese will dafür sorgen, dass Kinder in Aachen nicht mehr ohne Frühstück in den Unterricht gehen oder ohne warme Mahlzeit den Ganztag verlassen.

Knapp 30 Gärten nehmen am Aachener Tag der offenen Gartentür teil, davon zwei aus Eschweiler. Ulrike und Rudi freuen sich schon, am Wochenende Gäste begrüßen zu können. Besonders beleuchtet werden am Samstagabend dann die Blumen und Zimmer, eine Voraussetzung für die Gemeinschaftsaktion, die die beiden ohne großen Aufwand bereits erfüllten.

Neben der Gartenkunst präsentierten sie auch ihre kreativen Werke im Atelier. Sowohl Ulrike als auch Rudi sind künstlerisch tätig, die Malerei ist dabei nur eine Ausdrucksform. Skulpturen – Menschen, Engel, Tiere und Abstrakteres – fertigen sie ebenso an wie Windspiele aus recyclebaren Materialien. Zudem setzen sie unter anderem Holz, Gips und Strand- und Flussgut bei ihrer Kunst ein.

Während der Bergrather Vierkanthof mit Ursprüngen bis in das 16. Jahrhundert auf rund 200 Quadratmetern eine Fülle an unterschiedlichster Kunst bietet, geht es weiter westlich in der Indestadt luftiger zu. Auf 650 Quadratmetern werden Birgit und Reiner Wagemann in der Waldsiedlung Gäste empfangen. Sie haben ein maritimes Idyll mit dem Namen „Mooswegstrand“ vor vier Jahren angelegt. Dazu kippte erst einmal ein LKW eine Ladung feinen Sand in eine Ecke des Gartens, aus der sich ein strandähnlicher Platz mit Dünengras, Strandkorb und Häuschen entwickelte.

(mah)
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