Eschweiler: Glyphosat und Chemie kommen nicht zum Einsatz

Verzicht auf Glyphosat : Die Stadt nimmt Hacke und Heißwasser – keine Chemie

Der Unkrautvernichter Glyphosat steht hart in der Kritik. Es gibt Studien, die das Mittel als „wahrscheinlich krebserregend“. Andere sagen das Gegenteil. Ganz egal: Die Stadt nutzt es auf ihre Grünflächen nicht – und mit Pächtern will sie darüber auch ins Gespräch kommen.

In Eschweiler verzichtet die Abteilung Freiraum und Grünordnung schon seit Jahren gänzlich auf das umstrittene Mittel. Die Stadt geht sogar noch weiter: „Wir benutzen gar keine Pflanzenschutzmittel, weder Glyphosat noch andere“, sagt Hedwig Assenmacher, Leiterin der Abteilung. Stattdessen gehen die Mitarbeiter bei der Grünpflege manuell gegen Unkraut vor, „zum Beispiel mit Hacken, wie das früher üblich war“.

Ausnahmen gebe es seit einigen Jahren nicht mehr. In der Vergangenheit hatten die Wirtschaftsbetriebe noch Ausnahmegenehmigungen für Friedhöfe eingeholt, doch auch dort werden mittlerweile keine Unkrautvernichter mehr eingesetzt. Der bewerte Ansatz nun: die thermische Behandlung. Hans-Peter Greven, Leiter des Baubetriebshofes, erklärt, was damit gemeint ist: „Auf den Friedhöfen haben wir ein Gerät, das über die Wege fährt und heißes Wasser auf das Unkraut sprüht.“ Dadurch verenden die ungewünschten Pflanzen. Das Gerät kann auf allen befestigten Wegen zum Einsatz kommen, unter anderem werden auch die Grünflächen an der Uferstraße und dem Frankenplatz in Weisweiler damit gepflegt. „Wenn man das zwei- oder dreimal macht, hat das einen nachhaltigen Erfolg“, sagt Greven.

Zusätzlich zum Heißwassergerät hat der Baubetriebshof noch eine Kehrmaschine, die umfunktioniert werden kann. Es gibt eine sogenannte Wildkrautbürste, die das Unkraut zum Beispiel aus Rinnen herausholt. Ähnlich funktioniert die „Wildkrauthexe“ mit ihren rotierenden Metallbürsten.

Ansonsten erfolgt die Unkrautvernichtung händisch. „Wir machen uns die Mühe und holen das zum Beispiel mit der Platthacke raus“, erzählt Greven. Diese Möglichkeiten stehen den Mitarbeitern zur Verfügung. Welche davon genutzt wird, kommt auf die Beschaffenheit der Wege und Grünflächen an. Klar ist laut Greven auf jeden Fall: „Chemie wird nicht mehr eingesetzt.“

Pächter dürfen Unkrautvernichter nutzen

Was Verpachtungen angeht, sind der Stadt gewissermaßen die Hände gebunden. Dieter Kamp, Leiter des Liegenschaftsamtes, berichtet: „Wir haben noch keine Regelung, dass wir den Einsatz in unseren Pachtverträgen untersagen.“ In laufende Verträge könne man nicht einfach eingreifen. Außerdem wolle man die Landwirte gegenüber anderen nicht benachteiligen.

Deshalb setzt die Verwaltung auf Aufklärung und freiwilligen Verzicht auf Glyphosat – natürlich auch der Nachhaltigkeit wegen, der sich die Stadt verschrieben hat. „Wir werden mit unseren Pächtern nach der Sommerpause sprechen“, sagt Kamp. Das würde nicht nur bedeuten, von Glyphosat wegzukommen, sondern auch über mögliche andere nachhaltige Vorgehensweisen in der Landwirtschaft nachzudenken.

Grundsätzlich hält Kamp die Diskussion um Glyphosat für sehr weitreichend. „Es ist ja schon noch ein zugelassener Wirkstoff“, gibt er zu bedenken. Demnach sei es auch schwierig, den Pächtern den Einsatz grundsätzlich zu verbieten. Man müsse abwarten, wie die Entscheidung auf EU-Ebene ausfalle. Danach könne die Stadt erst handeln.