Eschweiler für Faktor-X-Siedlung "Neue Höfe Dürwiß" ausgezeichnet

Klima-Auszeichnung : 25.000 Euro Preisgeld für Faktor-X-Baugebiet

Eschweiler gehört zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“. Die Auszeichnung wurde für die Modellsiedlung „Neue Höfe Dürwiß“ vergeben. Dort wurde mit verschiedenen Partnern ein pragmatischer sowie übertragbarer Ansatz zu ressourceneffizientem und klimafreundlichem Planen und Bauen umgesetzt.

Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Bürgermeister Rudi Bertram nahm am Dienstag den Preis in Berlin entgegen. Das Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro wird in die „Nachhaltigkeitsstiftung Eschweiler“ eingebracht, die die Arbeit von Organisationen und bürgerschaftlichem Engagement in der Stadt zur Stärkung einer nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen „Soziale Teilhabe“, „Umwelt, Klima und Natur“, „Bildung“, „Völkerverständigung“ und „Globale Verantwortung“ fördert. Diese Stiftung wird derzeit gegründet. Bürgermeister Bertram sagte am Dienstag: „Ich freue mich sehr über die Auszeichnung und ich bin sehr stolz darauf, dass die Bemühungen für eine klimaaktive Kommune Früchte tragen.“

Hinter dem Begriff „Faktor X“ steckt die Maßgabe, bei Erschließung und Bau eines Wohngebietes den Verbrauch von natürlichen Ressourcen, Energie und den Ausstoß klima-schädlicher Treibhausgase mindestens um den Faktor zwei zu reduzieren – im Vergleich zu einer konventionellen Erschließung und Bebauung. „Eine modulare, anpassungsfähige und wartungsarme Bauweise soll Gebäude von hoher Wertigkeit schaffen, die über mehrere Generationen funktionieren und an verschiedene Lebenssituation angepasst werden können“, beschreibt es die Stadt. „Wesentlich höheren Kosten“ würden nicht entstehen.

Der Bau der Modellsiedlung „Neue Höfe Dürwiß“ hatte im Jahr 2015 mit der Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbes zum „ressourceneffizienten Bauen“ begonnen. Dazu hat die Stadt zusammen mit dem Partner RWE Power auf einer 3,7 Hektar großen Brachfläche 59 Grundstücke zur Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, Mehrgenerationenhäusern und Wohnhöfen bereitgestellt und interessierten Bauherren intensive Beratung und Begleitung angeboten.

Verbindliche Vorgaben zu einer nachhaltigen Gestaltung und Verwendung entsprechender Baustoffe lieferte ein speziell entwickeltes Bauhandbuch. Die Mehrzahl der 59 Bauvorhaben ist inzwischen abgeschlossen. Über einen Lebenszyklus von 50 Jahren sollen nach Angaben der Stadt 40.000 Tonnen abiotische Ressourcen, 12.000 Tonnen CO2 und rund 70.000 Megawattstunden Primärenergie eingespart werden.

Mehr von Aachener Nachrichten