Eschweiler: ESG zieht im Aufstiegsrennen den Kürzeren

Handball : Die ESG gewinnt, muss Aachen aber zum Titel gratulieren

Eschweilers Handballer machen ihre Hausaufgaben, es kommt aber nicht zum Entscheidungsspiel gegen Schwarz-Rot. Derweil scheidet die B1 im Qualifikationsturnier unglücklich aus.

Nach der einmonatigen Osterpause stand für die Handballer der ESG das letzte Auswärts- und somit das vorletzte Spiel in der Saison 18/19 an. Dafür reiste die Mannschaft zur Reserve der SG GFC Düren 99. Beim Drittletzten der Tabelle war ein Sieg Pflicht, damit die minimalen Chancen auf die Meisterschaft gewahrt werden können. Dafür würde es aber auch Schützenhilfe des HC Weiden IV gegen den Tabellenführer SR Aachen II benötigen.

Wie so häufig, startete die ESG hoch motiviert in die Partie, Lohn war eine schnelle Führung für den Favoriten (5:1, 9. Spielminute). Bis zum 10:5 (15.) kontrollierten die ESG’ler weiterhin die Partie, doch schwache Abschlüsse und Ballverluste in der ersten Welle ließen die Dürener zurück ins Spiel kommen (12:10, 25.). Beim Stand von 14:11 wurden die Seiten gewechselt.

Über weite Strecken der zweiten Hälfte behielten die Gäste die Kontrolle über das Spielgeschehen (19:15, 37.; 22:19; 45.; 23:21, 50.). An die Leistungen der ersten zehn Minuten konnte aber leider niemand, außer Torwart Frank Becker, wirklich anknüpfen. Allerdings schmolz in den letzten zehn Minuten die komfortable Vier-Tore-Führung der Indestädter.

Als die Dürener fünf Minuten vor Schluss den Abstand auf ein Tor verkürzten, wurde es noch einmal spannend. Doch die Blau-gelben behielten die Nerven und gaben die Führung nie aus der Hand. Und auch als die Dürener 30 Sekunden vor Schluss bei einem Tor Rückstand auf eine offene Manndeckung umstellten, ließen sich die Eschweiler nicht beirren. Ein Tor von Leon Weber setzte den Schlusspunkt und brachte den 28:26-Sieg in trockene Tücher.

Heute Spiel gegen Schwarz-Rot

Nachdem die ESG ihre Hausaufgaben gemacht hatte, schauten die Spieler gespannt auf das Ergebnis aus Weiden. SR Aachen nutzte allerdings seinen Matchball und steht damit als Meister der Kreisliga und Aufsteiger fest. Deswegen kommt es nicht mehr zum entscheidenden Spiel um den Aufstieg. Am nächsten und letzten Spieltag reist nämlich SR Aachen zu zu den Indestädtern in die Eichendorffarena. Auch wenn die Meisterschaft schon geklärt ist, wollen die Spieler – wie im Hinspiel – laut eigener Aussage die Aachener noch einmal ärgern. Außerdem gilt es für die ESG’ler, die starke Saison positiv zu beenden und sich vernünftig von ihren Fans in die Sommerpause zu verabschieden. Anpfiff ist heute um 18 Uhr in der Eichendorfhalle, Lessing Straße.

ESG gegen SG GFC Düren II: Becker, Blume (TW); Boese (1), Freiboth (1), Fröhlich, Graaf (1), Krahe, Mann (3), Morsch (4), Müller (6), Poick, Thielen (5), Leon Weber Leon (4/2), Trainer Michael Weber

Gegentor kurz vor Schluss

Im Qualifikationsturnier musste die ESG B1 in Stolberg als krasser Außenseiter auf Kreisebene gegen vier weitere Mannschaften im Modus jeder gegen jeden mit einer Spieldauer von 15 Minuten antreten.

In einem packenden Derby gegen den SV Stolberg war die Mannschaft von Beginn an hellwach und setzte die vorgegebene taktische Marschroute im Angriffsspiel um. Die Mannschaft führte fast das ganze Spiel über mit einem Treffer. Leider war Spielgestalter Philipp Schwartz nach zwei rüden Fouls, die auch mit Rot hätten geahndet werden können, für zehn Minuten außer Gefecht. Die ganze Mannschaft kämpfte jedoch entschlossen.

Zwei Minuten vor Spielende erhielt Philipp Schwartz eine diskussionswürdige Zwei-Minutenstrafe, so dass die Mannschaft in Unterzahl das Spiel zu Ende gestalten musste. Lennart Kühn erzielte 90 Sekunden vor Ende die 9:8-Führung; Stolberg glich 45 Sekunden vor Ende aus. Nach der genommenen Trainerauszeit sollte der Angriff planmäßig mit einem Spielzug bis zum Ende der Spieldauer ausgespielt werden. Leider ging der Ball 18 Sekunden vor Ende nach einem Missverständnis im Angriff verloren, so dass die Stolberger mit einem Gewaltwurf aus zwölf Metern mit dem Schlusspfiff den vermeidbaren Siegtreffer erzielen konnten. Leider gelang es nicht, den gefährlichen Rückraumschützen der Stolberger im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart in den Griff zu bekommen.

6:10-Niederlage gegen Aachen

Unmittelbar nach dem Stolberg-Spiel ging es gegen SR Aachen weiter. Einigen Spielern war die emotionale Enttäuschung des ersten Spiels anzumerken. Nach einer schnellen 2:0-Führung gegen für die Indestädter riss leider im Angriff der Faden. Auch die Abwehr schaffte es nicht, die vorgegebene Taktik entschlossen umzusetzen, so dass die Aachener mit einem 5:0-Lauf nach acht Minuten mit 5:2 in Führung gingen. Nach einer Auszeit fing sich die Mannschaft wieder und verkürzte nach zwölf Minuten zum 6:7. Vermeidbare Fehler im Angriff sowie zwei fragwürdig nicht gegebene Tore für die ESG führten nach dem schwächsten Turnierspiel zur 6:10-Niederlage.

Knapper Sieg gegen BTB Aachen II

Gegen BTB Aachen II wollte die Mannschaft mit aller Macht gewinnen. Die Burtscheider hielten jedoch mit großem Kampf und ihrem gefährlichen Kreisläuferspiel dagegen, so dass das Spiel ständig hin und her ging. Nach 3:3, 6:6 konnten sich die Eschweiler beim 8:6 erstmals mit einer Führung absetzen. Aachen setzte jedoch nach und glich nach zwölf Minuten zum 8:8 aus. Über 9:9 gelang Lennart Kühn in der vorletzten Minute die 10:9-Führung, die bis zur letzten Sekunde engagiert verteidigt wurde.

Ein Tor weniger als Eupen

Gegen den späteren Turniersieger aus Eupen zeigte die Mannschaft die stärkste Turnierleistung und setzte von Beginn an den vereinbarten Matchplan gegen die offensive Abwehr der Eupener erfolgreich um. Über 2:2, 4:4, 5:5 ging das Spiel auf hohem Niveau hin und her.

In der elften Minute gingen die Indestädter mit 9:7 in Führung. Leider wurden in dieser Spielphase zwei Schiedsrichterentscheidungen im Angriff gegen die ESG gepfiffen, so dass die Eupener 30 Sekunden vor Ende zum 10:10 ausglichen. Danach wurde es dramatisch: Ein einstudierter Spielzug der ESG wurde zehn Sekunden vor Ende abgepfiffen, und den Eupenern gelang mit einem Wurf aus der eigenen Hälfte nach Bekunden vieler Beobachter nach der Schlusssirene der glückliche Siegtreffer.

Gute Leistungen

Insgesamt hat sich die Mannschaft mit guten Leistungen aus der Qualifikation nach sehr unglücklichen Momenten verabschiedet. Mit Ausnahme der Leistung gegen SR Aachen hat sie nach Meinung der Trainer „gut gespielt“. Sportlich sei es jedoch „fraglich“, ob solch ein Turniermodus mit einer Spieldauer von 15 Minuten über die Qualifikation für eine gesamte Saison entscheiden sollte. Für die nächste Runde qualifiziert sind Eupen und Stolberg.

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