Eschweiler: Ehepaar Wienands feiert Goldhochzeit

Ehepaar Wienands feiert Goldhochzeit : „Immer an einem Strang gezogen“

50 Jahre zwischen Familienbanden und Karneval – Hildegard und Manfred Wienands feiern morgen ihre Goldhochzeit. Am 28. März 1969 heirateten sie standesamtlich und fragen sich heute keineswegs wehleidig: „Wo sind all die Jahre hin?“

Ein Begriff ist der Name Manfred Wienands in der Indestadt wohl, lenkte er nämlich über zwei Jahrzehnte lang die Geschicke des Karnevalskomitees der Stadt Eschweiler mit. Doch bevor es dazu kam, heirateten er und seine Frau. Vor 50 Jahren gaben sie sich im alten Rathaus das Ja-Wort und so erinnern sie sich zurück, dank Standesbeamten Schmitz in lockerer Atmosphäre.

Zwei Jahre zuvor lernten sie sich genauer kennen, nachdem sie bereits die Volksschule gemeinsam besuchten. 1967 war es soweit, sie kamen sich zur Karnevalssession näher. Sie gaben der Liebe Zeit, auch deswegen, damit Manfred zur Vermählung mit damals 21 Jahren volljährig war. Vor den Altar traten sie allerdings erst ein halbes Jahr später und feierten mit der damals ersten sogenannten Beat-Messe und rockigen Tönen in der Kirche St. Barbara ihre Vermählung. Besonders und schön fand das auch die Familie, nachdem anfangs Skepsis geäußert wurde.

Zu dieser Zeit war Manfred bereits bei der Bundeswehr, und leistete nach seiner Lehre zum Starkstromelektriker seinen Dienst. Für acht Jahre war er dort verpflichtet, ehe er durch den Handwerks- und Industriemeister und auf der Kaufmannsschule weiter ausgebildet wurde. Schließlich trat er bei einem Stolberger Unternehmen eine Stelle an. Für den dortigen Chef war es unabdingbar, dass Manfred in der Kupferstadt wohnte und so siedelte die Familie von der indestädtischen Waldsiedlung grenznah nach Stolberg über und lebte dort drei Jahrzehnte. In diesen Jahren war Manfred zwar auch Stadtrat, doch das gesellschaftliche Leben spielte sich stets in Eschweiler ab, bevorzugt im Stadtteil Pumpe-Stich.

Waschechter Karnevalsjeck

Gefüllt mit Herausforderungen war das Leben der Wienands. Hildegard arbeitete nach ihrer Lehre, die damals nicht selten schon im Alter von 14 Jahren aufgenommen wurde, bis zur und nach der Geburt ihrer Tochter beim Juwelier und hielt ihrem Mann stets den Rücken frei. Der war nicht nur Politiker, sondern auch im Kirchenvorstand und beim Sportverein der Rhenania aktiv und ein waschechter Karnevalsjeck.

So war die Karnevalssession 1976 ein besonderes Erlebnis, als Manfred Prinz wurde. Das Paar erinnert sich heute an die maßlose Unterstützung in seinem Umkreis zurück, vor allem die Eltern kümmerten sich in der jecken Zeit um Essen, Haushalt und die Tochter. „Wenn ich Hildegard nicht gehabt hätte, hätte ich das alles nicht geschafft“, gibt Manfred anerkennend zu. Hildegard wiederum offenbahrt, dass sie nicht von Anfang an verrückt nach Fastelovend gewesen ist.

Durch ihren Mann ist sie in die Frauengruppe der Narrenzunft gekommen und engagierte sich so auch mit regelmäßigen Treffen und Kostümen und früher noch mit der Bewirtung bei den Veranstaltungen für das närrische Brauchtum. 23 Jahre im geschäftsführenden Karnevalskomitee und 18 Jahre Präsident der eigenen Karnevalsgesellschaft – dieses Jahr stand Manfred das erste Mal an Rosenmontag am Rand, seit er mit sechs Jahren immer dabei gewesen war, und hat es genossen.

Immer sind sie aktiv gewesen und gemeinsam gut durchs Leben gekommen mit heute drei Kindern und fünf Enkeln. „Klar, es musste auch mal im Karton rappeln, aber wir haben den anderen immer akzeptiert und gemeinsam mit der Familie an einem Strang gezogen.“, sind sich Hildegard und Manfred einig. Mit Anfang 70 werden sie ihre Goldhochzeit im Herbst feiern.

(mah)
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