Eschweiler: Dioxin im Boden bei Inde schränkt Nutzung ein

Dioxin- und Schwermetallbelastung : Neue Bodenproben zeigen keine akute Gefahr in Indeauen

Im Herbst 2018 hat das Umweltamt der Städteregion Aachen Bodenuntersuchungen auf 20 Grünlandflächen durchgeführt. Im Einzugsgebiet der Inde wurden zwei stark und acht mäßig erhöhte Dioxinwerte festgestellt.

Zeitnah wurden auf weiteren Flächen im Umfeld der stark auffälligen Bereiche Bodenproben in jeweils zwei unterschiedlichen Tiefen entnommen und analysiert. Das Ergebnis liegt nun vor.

Alle Bodenproben überschreiten den Prüfwert für Grünland zum Teil erheblich. Deshalb wurden dort Aufwuchsproben, also dort wachsende Futterpflanzen, auf Dioxinbelastung untersucht. Dabei wurde bei einer Fläche eine Überschreitung des zulässigen Grenzwertes festgestellt.

Das Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen hat den Pächter dieser Fläche informiert und konkrete Nutzungsbeschränkungen angeordnet. Tiere, die der Lebensmittelgewinnung dienen, dürfen dort bis auf weiteres nicht mehr weiden. Das Gras oder Heu von dieser Fläche darf nicht als Futtermittel verwendet werden. Eine akute Gesundheitsgefährdung für Menschen besteht weiterhin nicht. Gefährlich ist Dioxin nur dann, wenn es über die Nahrungsaufnahme in den menschlichen Körper gelangt, zum Beispiel über Erde, die an Obst oder Gemüse haftet.

Neben der angeordneten Nutzungsbeschränkung gibt es Fälle, in denen Prüfwertüberschreitungen des Bodens vorliegen und der Aktionsgrenzwert des Futtermittels überschritten wird. Auch hier erhalten die Eigentümer und Pächter konkrete Informationen, Hinweise und Verhaltensregeln vom Umweltamt und vom Amt für Verbraucherschutz, Tierschutz und Veterinärwesen der Städteregion Aachen, um den Eintrag von Dioxin in Lebensmittel zu minimieren.

Auf Nachfrage des städteregionalen Umweltamtes zu öffentlichen Kinderspielflächen haben die Städte Stolberg und Eschweiler mitgeteilt, dass diese bereits in der Vergangenheit wegen der bekannten Schwermetallproblematik systematisch kontrolliert wurden. Bedarfsweise wurden sie durch Bodenaustausch bzw. Abdeckung mit unbelastetem Erdreich saniert. Erkenntnisse zu Dioxinwerten liegen nicht vor.

Die Untersuchungen gehen jetzt weiter: Wie bereits angekündigt werden 2019 in Kooperation mit dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in einer weiträumigen Kampagne mindestens 60 weitere Grünlandflächen untersucht. Auch der Siedlungsbereich, wie beispielsweise Kinderspielplätze, werden auf Belastungen mit Dioxin hin untersucht werden. Kurzfristig ist ein Termin beim Landesumweltministerium geplant, bei dem über Handlungsempfehlungen und die Bewilligung der nötigen Fördergelder gesprochen wird.

Darüber hinaus wurden bei den Untersuchungen erhöhte Schwermetallgehalte festgestellt, die aber für den ehemals industriell stark geprägten Stolberger Raum bekannt sind.

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