Eschweiler: Comedy-Nerd Maxi Gstettenbauer im Talbahnhof

Maxi Gstettenbauer im Talbahnhof : Ein Comedy-Nerd als scharfer Beobachter des Alltags

Lässig in schwarzem Polo-Shirt, Jeans und weißen Turnschuhen betritt Maxi Gstettenbauer die Bühne im Talbahnhof. Und reißt sofort vom Leder, was das Zeug hält. „Ein roter Faden ist noch nicht gleich erkennbar, aber das ändert sich gleich“, meint der seit September frisch Verheiratete.

Er freue sich, zur Abwechslung mal alle Gäste richtig sehen zu können, nachdem er am Vortag einen großen Aufttritt in Berlin hatte. Da war er in so einem Hipster-Café, wo der Kaffee besonders kreativ kredenzt wird. „Heute geht es ja überhaupt nur noch darum, dass man ankommt, da wird gelogen, dass sich die Balken biegen, denn man sagt das, was gehört werden soll. Viele reflektieren gar nicht mehr und der Algorithmus der Sozialen Medien zeigt uns ebenfalls, was wir lesen wollen“, meinte Gstettenbauer, der seine Verwunderung nur zu gerne mit dem altersgemischten Eschweiler Publikum teilt.

„Lieber Maxi als normal“ heißt das Programm des Wahl-Kölners, mit dem der selbst ernannte Comedy-Nerd sich weiter als ein scharfer Beobachter des Alltags profiliert. Nach den Tourneen mit „Nerdisch By Nature“ und „Maxipedia“ geht es auch diesmal um den ganz normalen Alltag von ihm und seinem Publikum. Zum Beispiel um die Auswahl des Verlobungsringes für seine Liebste.

„Das war gar nicht so einfach. Ich hatte schon überlegt, sie stattdessen einfach auf Facebook anzustupsen“, lacht der Comedian. Auch wenn er auf Tour per Videotelefon mit seiner Mutter kommuniziert und dabei eigentlich nur Mamas Stirn auf dem Display sieht, ist das jede Menge Lacher wert. „Und meine Wohnung ist mittlerweile zum Postamt geworden, denn ich habe jetzt einen neuen Beruf als professioneller Postpaketannehmer. Da ich abends arbeite, bin ich mittags meist zuhause, und die Pakete stapeln sich bei mir bis an die Decke“, erzählt Gstettenbauer.

Eine weitere Facette der schönen neuen Welt sei das kontaktlose Bezahlen, womit er an der Supermarktkasse die Mädels in der Schlange beeindrucken kann. Die Tatsache, dass manche Menschen reich werden und sich als Milliardär beispielsweise eine Reiterstaffel aus Pinguinen anschaffen können, das seien wir selbst schuld, wie Gstettenbauer schmunzelnd feststellte: „Wir machen Amazon reich, indem wir unseren Kram nicht im Laden um die Ecke einkaufen, sondern online bestellen und dann per Paket von einem Osteuropäer 600 Kilometer durch die Gegend fahren lassen um es dann beim Nachbarn abzuholen.“

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