Eschweiler: Australier Rob Tognoni rockt die Bühne im „Rio“

Rob Tognoni im „Rio“ : Nichts anderes als Blues in seinen Adern

Dieser Tanz mit dem Teufel hatte es in sich: Rob Tognoni, der „Tasmanian Devil“, steht seit 35 Jahren für kompromisslosen, rasanten Bluesrock und schonte weder sich noch sein Instrument, eine Fender Stratocaster, beim „Blues meets Rock“ im „Rio“.

Mit atemberaubendem Tempo jagte der Bluesman aus Australien zwei Stunden lang durch sein mittlerweile 20 Alben umfassendes Repertoire und riss sein Publikum einmal mehr mit in ein Klanggewitter brachialer Gitarrenriffs und grooviger Boogie-Rhythmen.

„This is my dirty occupation“, sagte Tognoni. Er liebt seinen „dreckigen Beruf“, das merkt man ihm schon nach den ersten Akkorden  im „Rio“ an. Wie ein australischer Outback-Cowboy steht der Endfünfziger breitbeinig auf der Bühne und setzt mit sehr lauten Powerchords das unmissverständliche Signal, dass er nichts anderes als den Blues in seinen Adern fließen lässt.

„The Sinner“, „Mr. John Lee“, das „Blues meets Rock“-Publikum hörte viele bekannte Hits des Routiniers, der sich mit einfachem Set aus Drums und Bass am wohlsten fühlt. So kann Rob Tognoni seinen Melodielinien den nötigen Raum verschaffen, seinem typischen Gitarrensound, der eine ganze Reihe an Technikelementen von Jimi Hendrix und Angus Youngs enthält, das Forum geben.

Der tasmanische Teufel wirkt auch nach über drei Jahrzehnten Bühnenerfahrung so frisch und enthusiastisch, als ob er gerade auf seiner ersten Konzerttour sei. Dank seines über die Jahrzehnte gereiften Gitarrenstils klang auch an diesem Abend kein Song so wie bei einem Konzert zuvor oder danach – dafür improvisiert Tognoni viel zu gerne. Das ist er seinen musikalischen Vorbildern wohl auch schuldig, so schickte Tognoni von der Eschweiler Bühne aus auch gerne einen Gruß an „Rory“ (Gallagher) auf Rockwolke Sieben und begeisterte mit seiner sehr rockigen Version von „Hey Joe“.

Keine Frage, ein Konzert mit Rob Tognoni ist ein Garant für geradlinigen Bluesrock ohne Schnörkel, die Dezibel steigen in die Höhe und die Gitarrenriffs strömen nur so aus den Lautsprechern. Seine besondere Verbindung prägt den Wahl-Aachener aus dem australischen Outback nicht nur durch die Frau an seiner Seite, sondern auch durch seine Fans. So ist es auch kein Wunder, das Robs neuestes Album „The Village – Alive“ in Habach aufgenommen wurde. Ein Versprechen, den tasmanischen Teufel mit den flinken Fingern sehr bald wieder auch an der Inde hören zu dürfen.

(vr)