Eschweiler: Erst hört er zu, dann spielt er

Eschweiler: Erst hört er zu, dann spielt er

Der Eschweiler Kantor und Komponist Franz Surges sitzt nicht nur wegen eines Umzugs derzeit auf gepackten Koffern. Der 52-Jährige steht auch kurz vor einer erfreulichen Dienstreise nach Berlin.

Der deutsche Musikrat hat ihn eingeladen, nächste Woche an einem Kongress und der Uraufführung seiner Komposition „Fanfare und Fuge zu einem Psalm” teilzunehmen. Es handelt sich um ein instrumental und vokal kombiniertes Stück.

Franz Surges hatte es für den erstmals ausgeschriebenen Wettbewerb „Einheit durch Vielfalt - Kirche und Musik” eingereicht. Als geistlichen Text zur Chorfuge hatte sich Franz Surges dabei Psalm 95,1 („Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn”) ausgesucht.

Die Jury-Mitglieder, darunter mehrere renommierte deutsche Musikprofessoren, begutachteten 32 eingegangene Beiträge nach Krititerien wie Stilistik, Qualität und Umfang. Dabei wurde Franz Surges der 2. Preis zugesprochen. Die Juroren waren vom Gesamteindruck der Komposition angetan. Da der 1. Preis nicht vergeben wurde, war das dreiminütige Stück des Eschweiler Kantors sogar das Beste.

Dementsprechend stolz fährt Franz Surges von der Inde an die Spree. Zumal ihn bei der Aufführung so oder so eine Überraschung erwarten wird. „Ich habe das kleine Werk instrumental in erster Linie für einige Trompeten und Posaunen geschrieben, aber es können auch alternative Instrumente eingesetzt werden.

Und die Chorstellen eignen sich sowohl a-cappella (Gesang ohne Instrumentalbegleitung) wie colla parte (Begleitung der Chorstimmlagen durch jeweilige Instrumentengruppen). Welche Fassung am Donnerstag in Berlin erklingt? Keine Ahnung!”

Umso mehr Ahnung und konkrete Vorstellungen hat der rührige Eschweiler Kantor davon, was sich am Sonntag, 17. Oktober, um 20 Uhr im Altenberger Dom abspielen wird. Dann wird Franz Surges, der erst am gleichen Tag aus Berlin ins Rheinland zurückkommt, hochkonzentriert an der Klais-Orgel der ehemaligen Zisterzienser-Kirche sitzen.

Er interpretiert sein Werk „Altenberger Orgelblätter”, mit der er den 3. Platz bei einem Kompositionswettbewerb „30 Jahre Altenberger Klais-Orgel” gewonnen hat. Das mehrteilige Werk berücksichtigt sowohl die Eigenheiten dieser Orgel wie auch Stationen der bewegten Dom-Geschichte. Zu letzterer gehört die Tatsache, dass das Kleinod im Bergischen Land nach der Eingliederung der Rheinlande in Preußen zu einer „Simultankirche” wurde.

Auch das groß gefeierte Fest des heiligen Bernhard am 20. August mit seinen Prozessionen und ausgelassenen Feiern spiegelt sich in der Komposition von Franz Surges wider. „In die Anfangsakkorde des feierlichen Te Deum mischen sich später Töne des spanischen Spätbarock”, macht Surges Appetit auf ein ungewöhnliches Klangerlebnis im Altenberger Dom.