Eschweiler: Ernährungsberaterin besonderer Art nimmt Mund ganz schön voll

Eschweiler: Ernährungsberaterin besonderer Art nimmt Mund ganz schön voll

Astrid, Mitte 30, mehr oder weniger glücklich verheiratet, sieht das Leben schon lange nicht mehr durch die rosarote Brille; Ernährungsberaterin Bettina sucht in fettigen Chips den Weg zum perfekten Gleichgewicht und der Klimavernichter aus Oberbayern möchte sich endlich auch in seiner Heimat am Sonnenstrand aalen.

Es fiel schwer zu glauben, dass am Freitagabend im Kulturzentrum Talbahnhof lediglich eine Person auf der Bühne stand, als Eva Eiselt, ehemaliges Mitglied des preisgekrönten Kabarett-Duos Top Sigrid, mit ihrem Soloprogramm „Mit Apfel-Allergie im Paradies” auftrat.

Vor einem kleinen Publikum imitierte die geborene Euskirchenerin mit viel Selbstironie, tiefschwarzem Humor und Mut zur Hässlichkeit acht grundverschiedene Charaktere, die alle mit ihren kleinen und großen Alltagsproblemen zu kämpfen haben:

Die frustrierte Mittdreißigerin namens Astrid plauderte dabei nicht nur über ihre eigenen Probleme. Nein - sie forderte das gefürchtete Burn-Out-Syndrom geradezu heraus, indem sie sich auch mit den Sorgen anderer auseinandersetzte. So fragte sie sich, ob der pubertierende Sohn ihrer esoterisch angehauchten Freundin Silvia denn überhaupt noch zum Deutschunterricht geht, wenn dieser von seinen „voll fetten Stories” aus der Schule erzählt.

Ganz im Gegensatz zu Astrid zerbrach sich der typische Oberbayer mit Schnurrbart, Hut und (zunächst noch vollem) Weizenbierglas über völlige andere Dinge den Kopf: „Wie produziere ich möglichst schnell möglichst viel CO2? - Bayern muss wärmer werden!”

Dass er mit diesem Motto nicht auf besonders viel Achtung bei seinen Mitmenschen stieß und er als der „Klimavernichter aus Oberbayern” verschrien war, störte ihn jedoch nicht weiter. Aber auch als osteuropäische Reinigungskraft und in der Rolle der burschikosen Ernährungsberaterin mit dem etwas anderen Trainingsprogramm mischte die junge Kabarettistin die Zuschauer mit teils bissigen Sprüchen auf, so dass so manchem auch schon einmal das Lachen im Hals stecken blieb.

Mehr von Aachener Nachrichten