Eschweiler: EMF: Gänsehautmomente beim Markt-Gottesdienst

Eschweiler: EMF: Gänsehautmomente beim Markt-Gottesdienst

Sie ist die schönste Sprache der Welt und schafft es, Menschen miteinander zu verbinden: die Musik. Diese stand natürlich auch beim ökumenischen Gottesdienst beim Eschweiler Music Festival (EMF) am Sonntagmorgen im Vordergrund.

Dieser fand diesmal nicht in einem Gotteshaus, sondern auf dem Marktplatz statt. Trotz Wind und niedrigen Temperaturen war die Stimmung bestens. Nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne war ganz schön was los. Zahlreiche Gläubige hatten sich auf dem Eschweiler Marktplatz versammelt um gemeinsam zu beten und natürlich auch zu singen.

Der ökumenische EMF-Gottesdienst fand nicht in einem Gotteshaus, sondern auf dem Marktplatz statt. Zahlreiche Besucher waren gekommen um gemeinsam zu beten und zu singen. Foto: Sonja Essers

„Das ist der zweite ökumenische Gottesdienst auf dem Marktplatz und ich hoffe, dass es nicht der letzte sein wird“, meinte Pfarrer Dieter Sommer, nachdem er die Besucher begrüßt hatte. Er forderte sie in seiner kurzen Ansprache dazu auf nicht wegzusehen, sondern füreinander da zu sein und miteinander zu sprechen.

Livemusik und Gottesdienstelemente wurden miteinander vereint. Auch Pfarrer Dr. Andreas Frick richtete einige Worte an die vielen Besucher.

Das Konzept des rund einstündigen Gottesdienstes war ein ganz besonderes. Livemusik und Gottesdienstelemente wechselten sich ab. Und das schien die vielen Besucher zu begeistern. Sie hörten nicht nur aufmerksam zu, sondern sangen und klatschten auch mit und erzeugten so gemeinsam mit den Akteuren auf der Bühne eine ganz besondere Stimmung.

Stimmgewaltige Besucher

Gänsehautmomente gab es an diesem Vormittag einige. So zum Beispiel auch als das Musikteam der Freien Evangelischen Gemeinde den Titel „Großer Gott wir loben dich“ anstimmte. Die kleinen Textzettel, die vor Beginn des Gottesdienstes an das Publikum verteilt wurden, verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Besucher stiegen nicht nur bei diesem Titel, sondern auch beim Lied „Bless the Lord“ stimmgewaltig ein.

Auch das gesungene „Vater unser“, das musikalisch von der Band „3 Four 1“ aus New Orleans mit der Jazzharfenistin Patrice Fisher, der Formation „Fats & Friends“ und der „Renew Brass Band“ aus Eschweiler sowie dem Musikteam der Freien Evangelischen Gemeinde Eschweiler begleitet wurde, schuf einen solchen Moment.

Doch es wurde nicht nur gesungen, sondern auch getanzt. Zu den Klängen einer neuseeländischen Hymne präsentierte Dr. Klaus „Fats“ Lumma einen Tanz und das Publikum machte begeistert mit. So auch beim Ausmarsch. Als die Musiker die Bühne verließen, schlossen sich viele Begeisterte an und tanzten hinter den Akteuren über den Marktplatz. Patrice Fisher hatte die Besucher dazu animiert und für jeden Teilnehmer ein Taschentuch aus ihrer Heimat Lousiana parat.

Lumma nutzte den Vormittag, um die Besucher noch einmal auf das Unglück von New Orleans und die damit verbundene Unterstützung, die auch aus der Indestadt kam, aufmerksam zu machen. Pfarrer Dr. Andreas Frick verwies in seiner Ansprache auf die Menschen, die wegen ihrer Religion verfolgt werden.

Aus Solidarität hatten er und die anderen beteiligten Geistlichen ein schwarzes T-Shirt mit dem arabischen Buchstaben „m“ angezogen. Sobald dieser an den Mauern eines Hauses zu sehen ist, ist dieses Gebäude zur Plünderung freigegeben.

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