Eschweiler: Eine Reise in die Vergangenheit: Buchband über Röhe

Eschweiler : Eine Reise in die Vergangenheit: Buchband über Röhe

500 Fotos, Abbildungen und Zeitungsausschnitte auf 300 Seiten: Für die Einwohner des Stadtteils Röhe ist das Blättern in diesem Buch eine Reise in die Vergangenheit.

Mit „Röher Ansichten im Wandel der Zeit“ hat der Arbeitskreis Stadtteilforschung Röhe des Eschweiler Geschichtsvereins jetzt ein zweites Heimatbuch vorgelegt. Der Geschichtsverein ist auch Herausgeber des Werkes. Am Freitag wurde es im Pfarrheim St. Antonius vorgestellt.

2011, als das erste Werk über das uralte Dorf im Westen von Eschweiler vorgestellt wurde, hatte sich Klaus Fehr eine Fortsetzung vorgenommen, berichtete er nun bei der Vorstellung von „Röher Ansichten“: „Als ich 2011 Leiter des Arbeitskreises Röhe wurde und wir unser erstes Buch vorgestellt haben, dachte ich: Ein tolles Buch, sehr reich an Informationen. Nur schade, dass nicht so viele Fotos veröffentlicht werden konnten.“

Das haben die Röher Heimatforscher jetzt nachgeholt. Das neue Buch über Röhe ist ein Bildband. Es gibt nur wenige reine Textseiten. Zu lesen gibt es dennoch viel, denn in den Beschreibungen der Fotos stecken für die Erinnerung der Röher wichtige Informationen. Das macht zu einem großen Teil den Erinnerungswert des Buches aus. Die Mitglieder des Arbeitskreises Röhe haben nicht nur die alten Fotos zusammengetragen haben, sondern auch (fast immer erfolgreich) versucht, alle Namen der abgebildeten Personen herauszufinden. Selbst bei Bildern ganzer Schulklassen ist das gelungen.

Ohne die Mithilfe der Röher Bevölkerung wäre das nicht möglich gewesen. Klaus Fehr und die anderen Heimatforscher haben schon seit Mitte der 1990er Jahre mehr als 250 Personen oder Familien besucht: „Ich hoffe, dass ich während der Sammelphase nicht allzu sehr genervt habe“, sagte Fehr lächelnd bei der Begrüßungs- und Dankesansprache. Nicht alle gesammelten Bilder fanden Aufnahme in den neuen Bildband. Aber auch das, was nicht mehr Platz hatte, bleibt erhalten, im Archiv des Eschweiler Geschichtsvereins.

Sponsoren ermöglichen Druck

Fehr hatte viel Anlass, Danke zu sagen. Besonders bei den Röherinnen und Röhern aus seinem Arbeitskreis, die mit Ausdauer, Begeisterung, Fleiß und in konstruktivem Für und Wider das Buch haben wachsen lassen. Er zählte sie alle auf. Auch der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Kurt Manthey, würdigte in seiner Ansprache die Teamarbeit in der Röher Gruppe als beispielhaft für den ganzen Geschichtsverein.

Der Druck des neuen Röher Bildbandes wurde durch Sponsoren möglich gemacht, vor allem durch die Raiffeisenbank, dessen Vorstandssprecher Sven Rehfisch das erste der druckfrischen Bücher überreicht bekam. Wobei druckfrisch sehr wörtlich zu nehmen ist. Die Bände trafen erst drei Stunden vor Beginn der Veranstaltung am Freitag in Röhe ein.

„Röher Ansichten“ sei „eine Quelle für künftige Generationen“, freute sich Sven Rehfisch über das gelungene Projekt. Ähnlich würdigte Bürgermeister Rudi Bertram das Buch, das „ein Stück Eschweiler Geschichte festgehalten hat“, und freute sich darüber: „Durch dieses Buch ist die Gemeinschaft in Röhe weiter gewachsen!“

In einem kleinen Vortrag zeigte Klaus Fehr eine Auswahl der Bilder aus der Zeit, als man auf der heute stark befahrenen Aachener Straße im Winter noch Schlitten fahren konnte. Eine Fülle von Erinnerungen für die vielen Besucher der Buch-Präsentation: Kinder beim Baden in der so genannten Kuhle, die heute ein Fischteich ist. Der Kirchenbrand von 1977. Der Eingang zu dem fast vergessenen Bunker am Ellerberg. Fleißkärtchen aus der Röher Schule. Die Straßenbahn an der Haltestelle der unteren Aachener Straße. Das Posthalter-Ehepaar Martha und Karl Schmidt, die jahrzehntelang die Postagentur betrieben.

Das neue Buch über Röhe ist demnächst im Eschweiler Buchhandel erhältlich. Vorab kann man es direkt bei Klaus Fehr kaufen (Telefon 5191970). Zudem wird es auf dem Eschweiler Weihnachtsmarkt (Beginn 9. Dezember) am Stand des Eschweiler Geschichtsvereins angeboten.

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