Eschweiler: Ein Schulterschluss mit Firmen gegen den Jobabbau

Eschweiler : Ein Schulterschluss mit Firmen gegen den Jobabbau

Die weltweite Krise packt auch die indestädtischen Unternehmen. Viele Firmen wissen sich nicht anders zu helfen, als Mitarbeitern zu kündigen, wenn die Auftragsbücher dünner werden.

Dies wollen die Wirtschaftsförderung der Stadt, die Agentur für Arbeit und die Arge gemeinsam vermeiden: Vor der Entlassung sollten Arbeitgeber über die Möglichkeit der Kurzarbeit nachdenken. Wenn parallel noch Mitarbeiter zusätzlich qualifiziert werden, greift der Staat mit viel Geld unter die Arme.

„Es ist sinnvoller, Beschäftigung zu finanzieren”, nennt Andrea Wald, Teamleiterin des Arbeitgeber-Services im Kreis Aachen, das Credo. Denn schon bei einem Umsatzrückgang von zehn Prozent besteht die Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden.

Sollten die Unternehmen den Mitarbeitern in Kurzarbeit darüber hinaus eine Qualifizierung anbieten, dann übernimmt die Arbeitsagentur die gesamten Sozialversicherungsabgaben. Hierbei hilft auch die Stadt Eschweiler. Sie will Interessen bündeln. „In einem Ausbildungs- und Qualifizierungsverbund lassen sich viele Dinge einfacher umsetzen”, will Wirtschaftsförderer Dietmar Röhrig Kontakte knüpfen, wenn die Zahl der zu qualifizierenden Mitarbeiter in einem Unternehmen zu klein ist.

Eine wichtige Rolle können dabei auch Qualifizierungsträger wie Low-Tec, VabW und Sprungbrett spielen. „Es hat ein Umdenken stattgefunden”, will Bürgermeister Rudi Bertram dort ausgemacht haben. Wurden in diesen Institutionen vorrangig sogenannte „niederschwellige Angebote” gemacht, so stellen sie sich jetzt darauf ein, auch bereits hochqualifizierte Arbeitnehmer fortzubilden.

Wann das Ende der Krise erreicht ist, kann niemand voraussagen. Auch nicht die Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit. Allerdings warnt Andrea Wald die Unternehmen davor, nicht auszubilden: „Noch vor einem halben Jahr war das größte Problem des Arbeitsmarktes, Fachkräfte zu finden.” Dann kam die Krise.

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