Heinrich Mussinghoff zu Gast: Ein Pontifikalamt zum 120. Geburtstag der Pfarrgemeinde St. Barbara

Heinrich Mussinghoff zu Gast : Ein Pontifikalamt zum 120. Geburtstag der Pfarrgemeinde St. Barbara

Am 5. Juni 1898 wurde das Rektorat Pumpe-Stich zur Pfarrgemeinde St. Barbara erhoben. Sechs Tage später erfolgte die Ernennung von Rektor Egidius Chantraine zum ersten Pfarrer der Gemeinde. Ein Amt, das der Geistliche fast zwei Jahrzehnte innehaben sollte.

Eine Ära, in der die Grundsteinlegung (1902), die Weihe (1903) sowie die Konsekration (1906) der Pfarrkirche samt Benennung der Pfarrpatronin fielen. Die Wurzeln der Pfarre reichen aber sogar bis in das Jahr 1869 zurück, in dem die Gründung des „Kirchenbauvereins zu Pumpe-Stich“ mit dem Vorsitzenden Theophil Maaßen, Prokurist der Firma Englerth und Günzer (EBV), erfolgte.

Seitdem liegen bewegte Zeiten hinter den Pfarrmitgliedern und dem Kirchengebäude, das im Zweiten Weltkrieg beinahe völlig zerstört und in den ersten Jahren der Nachkriegszeit wieder aufgebaut wurde. 1987 fasste der Kirchenvorstand dann den Entschluss zur Generalsanierung des Gotteshauses, die im März 1988 mit der Instandsetzung des Kirchturms begann und 2005 ihren Abschluss mit der Fertigstellung der Innensanierung fand.

Vier Jahre später stand die Zusammenlegung der Gemeinden St. Antonius Bergrath, St. Cäcilia Nothberg, St. Marien Röthgen, St. Wendelinus Hastenrath und St. Barbara zur Gemeinschaft der Gemeinden Eschweiler-Süd an, die am 1. Januar 2010 in der Gründung der Pfarre „Heilig Geist“ mündete. Im Mai 2015 erlebten die Gemeinde und das Gotteshaus dann ihren vorerst letzten, diesmal ökumenischen Meilenstein: Seit dem Pfingstmontag dieses Jahres wird die Kirche auch von der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler für Gottesdienste genutzt.

Eine Historie, die eine außergewöhnliche Eucharistiefeier zum 120-jährigen Bestehen der Gemeinde mehr als rechtfertigt: Unter großer Anteilnahme der Gläubigen eröffnete ein Pontifikalamt mit Heinrich Mussinghoff, emeritierter Bischof von Aachen, am Samstagnachmittag in der gut besuchten Pfarrkirche das zweitägige Barbarafest. „Christen prägten und prägen die Gesellschaft“, erinnerte Pfarrer Hannokarl Weishaupt als Konzelebrant an die Erhebung zur Pfarrgemeinde vor 120 Jahren.

„Heute beten wir hier für alle Menschen, die hier leben. An jedem Sonntag in ökumenischer Verbundenheit“, so der Geistliche zu Beginn der Heiligen Messe, die musikalisch vom Knappenchor St. Barbara Alsdorf als Reminiszenz an die Bergbauvergangenheit des Ortes Pumpe-Stich gestaltet wurde. Bischof em. Heinrich Mussinghoff forderte die Gläubigen auf, sich in bewegten Zeiten das Evangelium zu Herzen zu nehmen und als Gemeinde eine „lebendige Beziehung zu Christus und zur Kirche“ zu pflegen. In seiner Predigt benannte er den Glauben, die Hoffnung und die Liebe als zentrale Aspekte christlichen Lebens.

Mit dem Wort „Effata“ („Öffne dich“), das Jesus laut Überlieferung des Markus-Evangeliums zur Heilung eines Taubstummen gesprochen habe, wolle Christus das Augenmerk weg von der durch die Menschen als wundersam verstandene Handlung auf das Wesentliche, „den Blickkontakt zu Gott“, lenken. „Unser Glauben hat seine Wahrheit, seine Schönheit und seinen Wert. Er schenkt Barmherzigkeit, die zur Liebe führt“, so Heinrich Mussinghoff. Mit dem vom Knappenchor Alsdorf angestimmten „Steigerlied“, ging der festliche Gottesdienst zu Ende.

Zuvor hatte Pfarrer Hannokarl Weishaupt den emeritierten Bischof mit Eschweiler Stadthonig beschenkt, Andreas Lutter im Namen des Gemeindekreises dem Hauptzelebranten gedankt und Pfarrer Thomas Richter im Namen der Evangelischen Kirchengemeinde Eschweiler ein emotionales Grußwort gesprochen.

Im Anschluss an das Pontifikalamt zogen viele Gottesdienstbesucher auf das Gelände des Kindergartens St. Barbara, wo sich die Gemeindemitglieder aller Altersklassen im Rahmen des Barbarafestes trafen, um bei Getränken und Speisen ins Gespräch zu kommen und schöne Stunden zu verleben.

(ran)
Mehr von Aachener Nachrichten