Katastrophenschutz: Ein nagelneues Löschfahrzeug „für umsonst“

Katastrophenschutz : Ein nagelneues Löschfahrzeug „für umsonst“

Wenn Wohltaten verteilt werden, muss man auch mal den Finger heben und „Hier!“ rufen. Die Stadt Eschweiler hat vor drei Jahren – auch mit Hilfe des Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling – laut „Hier!“ gerufen, als die Landesregierung beschloss, über 100 Fahrzeuge für den Katastrophenschutz anzuschaffen. Das Ergebnis war am Mittwoch vor dem Feuerwehr-Gerätehaus Bohl zu besichtigen: Ein Löschfahrzeug im Wert von 330.000 Euro. Es hat die Stadt Eschweiler keinen Cent gekostet.

 Auf den Türen des Löschfahrzeugs steht nicht nur „Feuerwehr Stadt Eschweiler“ sondern auch „Katastrophenschutz Nordrhein-Westfalen“. Denn dazu ist das Fahrzeug da. Es soll bei Großeinsätzen landesweit für Hilfe und Rettung zu sorgen. Dazu hat es einen Allradantrieb und kann sogar durch bis zu 90 Zentimeter tiefes Wasser fahren. „Gottseidank sind solche Katastrophen relativ selten“, sagt Axel Johnen, der Chef der Eschweiler Feuerwehr. „Deshalb darf die Stadt Eschweiler dieses Fahrzeug auch kommunal einsetzen, also bei in Anführungsstrichen normalen Einsätzen.“

 Auch bisher schon hatte der Löschzug 42 Bohl ein Fahrzeug für Katastrophenschutz. Es war allerdings fast 30 Jahre alt und musste ausgemustert werden. Dass die Eschweiler Feuerwehr in den vergangenen Jahren immer bereitwillig und schnell bei Katastriophen und Großeinsätzen geholfen hat, war ein weiteres gutes Argument, das neue Fahrzeug nach Eschweiler zu holen. Beispielsweise war die Wehr 2013 im überschwemmten Magdeburg tätig.

 Das neue Fahrzeuig, eines der ersten, die im Regierungsbezirk Köln ausgeliefert wurden, „ist für uns eine große Motivation“ versicherte Löschzugführer Mario Kortz. Glückwünsche zum neuen Löschfahrzeug kamen auch von den Mitgliedern der befreundeten Löschgruppe aus dem Nachbarort Stolberg-Werth.

 Nicht nur das neue Fahrzeug wurde am Mittwoch in Bohl vorgestellt, es gab auch eine Führung durch das Gerätehaus des Löschzugs 42. Das wird derzeit umgebaut und erweitert. Kosten: Rund eine Million Euro. Erhoffter Termin der Fertigstellung: November.

 Der für die südlichen Stadtteile zuständige Löschzug brauchte dringend mehr Platz. Es gibt, wie Bürgermeister Bertram erfreut feststellte, nicht nur 38 aktive Mitglieder, sondern auch eine Jugendfeuerwehr mit zwölf Mädchen und Jungen.

 Bisher gab es nicht einmal gesonderte Umkleide- und Duschräume für die weiblichen Feuerwehrleute. Und der Schulungsraum war nicht viel größer als ein Büro. Das wird sich bald deutlich ändern. Die Mitglieder des Löschzugs stecken dabei sehr viel eigene Arbeit hinein. Schon beim Rohbau waren sie fleißig mit dabei, in den nächsten Monaten werden sie beim Innenausbau mit Hand anlegen und zum Beispiel beim Abhängen der Decken helfen.

 Deutlich teurer noch als das neue Löschfahrzeug wird das nächste Fahrzeug, auf das sich die Eschweiler Feuerwehr freut: eine Drehleiter. Sie ist bereits in Bau und soll im Dezember ausgeliefert werden. Das Fahrzeug wird eine so genannte Knick-Drehleiter haben. Die oberen fünf Meter lassen sich absenken. Dadurch können die Feuerwehrleute ein brennendes Dach  hinter dem Giebel löschen. Dieses neue Fahrzeug wird 700.000 Euro kosten – und diesmal gibt es das nicht geschenkt.

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