Eschweiler: Ein mitreißendes Erlebnis für die Ohren voller klassischer Genüsse

Eschweiler : Ein mitreißendes Erlebnis für die Ohren voller klassischer Genüsse

Das festliche Konzert zum Jahreswechsel, das die Junge Philharmonie Köln in der Dreifaltigkeitskirche Eschweiler gab, wurde zu einem glanzvollen Ereignis solistischen Musizierens.

Denn wie sich das in kleiner Besetzung auftretende Ensemble aus der Domstadt präsentierte, war musikalisch brillant und meisterlich, sowohl im Zusammenspiel wie auch in den Solopartien.

Alle spielten technisch wie interpretatorisch äußerst niveauvoll und stark, sodass eigentlich ein jeder von ihnen im Verlaufe des Abends als Solist hätte bestehen und glänzen können, wie es dann ja auch die Geigerin Natalia Sergeeva, der Oboist Nikolai Neschevsky und der Cellist Dima Gornowsky mit ihren exzellenten Darbietungen unter Beweis stellten.

Die junge Violinistin zeigte dies zunächst in dem umfangreichen Werk „Die Vier Jahreszeiten” von Antonio Vivaldi, einem der frühesten Zeugnisse so genannter Programmmusik voller Naturschilderungen. Natalia Sergeeva spielte ihren Part mit viel Frische und Schwung, blieb dabei aber stets detailgenau und empfindsam und gab dem Ensemble prägnant und präzise die notwendigen Impulse für eine makellose Gestaltung all der jahreszeitlich unterschiedlichen Geschehnisse und Empfindungen. Eine solch geschmackvolle und ausdrucksstarke Wiedergabe dieser allzu selten als Ganzes zu vernehmenden Komposition wurde zu einem genussreichen Hörerlebnis.

Dem folgten weitere gehaltvolle, mitreißende Auftritte der Jungen Philharmonie mit den Konzerten für Oboe op. 9 Nr. 2 von Tomaso Albinoni und für Oboe und Violine d-moll BWV 1060 von Johann Sebastian Bach und mit dem C-Dur-Konzert für Violoncello und Streicher von Joseph Haydn. Nikolai Neschevsky überzeugte durch sein klares tonschönes Musizieren und durch das mit der Geigerin fein abgestimmte anmutige Wechselspiel, Cellist Dima Gornowsky versetzte mit seiner überschäumenden Virtuosität und Musizierlust die Zuhörer in große Begeisterung. Und die sie begleitenden Streicher und basso continuo bestachen durch eine sichere unaufdringliche Korrespondenz mit den jeweiligen Solisten.

Zum Schluss gab es stehend dargebrachte Ovationen des Pubikums, für die sich die Musiker der Jungen Philharmonie zunächst mit der „Elegie” von Pjotr Tschaikowskij bedankten. Ihr folgte in fein austariertem Tempo die bekannte, immer wieder gern gehörte „Air” von Johann Sebastian Bach. Da der Beifall kein Ende nehmen wollte, intonierte das Ensemble als weitere Zugabe einen Kanon von Johann Pachelbel. Und zur freudigen Überraschung der Zuhörer gab es dann noch die gute Nachricht, dass die Junge Philharmonie Köln auch am Jahresende 2009 wiederum in der Dreifaltigkeitskirche ein Konzert geben wird.

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