Eschweiler-Dürwiß: Dürwiß wächst ein Stückchen in Richtung Innenstadt

Eschweiler-Dürwiß : Dürwiß wächst ein Stückchen in Richtung Innenstadt

Dürwiß wächst weiter. Diesmal Richtung Innenstadt. Mit der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans 105 schuf der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss des Rates jetzt die Voraussetzung für den Bau von acht freistehenden Einfamilienhäusern mit maximal je zwei Wohnungen auf einem früheren Gärtnereigelände südlich des Rodelbergs.

300 Meter nördlich der Autobahn 4 und nicht einmal halb so weit entfernt von einer Strom-Hochspannungstrasse und einem Umspannwerk.

Erschlossen werden sie über eine Stichstraße zur Jülicher Straße — in der Nähe einer Bushaltestelle und unmittelbar gegenüber der Zufahrt zu einem großen Lebensmittelmarkt. Wie die Anbindung erfolgen soll, um die Gefahr von Verkehrsbehinderungen und Unfällen möglichst gering zu halten (zum Beispiel per Kreisverkehr), das sollen sich die Kollegen der Eschweiler Planer im Haus der Städteregion überlegen: Die Jülicher Straße fällt als K 33 unter die Zuständigkeit der Städteregion.

Die Stichstraße wird verkehrsberuhigt angelegt. Die vorgesehene offene Bauweise gleicht sich der benachbarten Wohnbebauung an und „sichert die städtebauliche Zielsetzung der Errichtung einer offenen, durchgrünten Bebauung in Ortsrandlage“, betont die Stadt, die im Übrigen dafür sorgt, dass die künftigen Bewohner vom Wohnen im Grünen auch etwas haben.

Terrassen gerne größer

Weil die Praxis zeige, dass die vorgegebenen Baufenster für die Anlage von Terrassen nicht immer ausreichend seien, dürfen hier die rückwärtigen Baugrenzen um bis zu zwei Meter für Terrassen, Terrassenüberdachungen oder eingeschossige Wintergärten überschritten werden.

Ehe hier Wohnhäuser entstehen und somit 3050 qm Bodenfläche neu versiegelt werden können, regiert die Kettensäge: 820 qm Baumhecke, 74 qm Gebüsch, 686 qm Einzelbäume und 106 qm Ziergesträuch müssen ebenso weichen wie 965 qm Rasenfläche.

Ein Teil davon wird durch die Festsetzung von Neuanpflanzungen im Baugebiet selbst wieder ausgeglichen. „Das ökologische Restdefizit“, so die Verwaltung, „wird über das Ökokonto der Stadt Eschweiler kompensiert.“ Ein Teil der Baumhecke entlang der südlichen Grenze des Plangebiets, die das Wohnareal vom freien Feld abschirmt, soll allerdings erhalten bleiben.

Nicht erhalten bleibt ein asphaltierter Tennisplatz in der südwestlichen Ecke des Plangebiets, der längst nicht mehr genutzt wird. Überplant wird auch die südöstliche Ecke: Hier, an der Jülicher Straße, finden sich derzeit noch Reste einer ungepflegten und daher kaum noch genutzten Grünanlage mit zwei Ruhebänken und einem roten Sandsteinkreuz.

Das schlichte Kreuz, das aus den 1950er Jahren stammt, aber kein Wegekreuz im Sinne des Denkmalschutzgesetzes ist, soll nach Aussage des Grundstückseigentümer in Abstimmung mit dem Eschweiler Geschichtsverein einen neuen Standort erhalten.