Dürwiß: Jülicher Straße wird 18 Monate zur Baustelle

Sanierung der Jülicher Straße : K33 soll modern werden, aber ohne Tempo-30-Zone

Gefährliche Engstellen, maroder Belag und ein Kanal in desolatem Zustand – die Jülicher Straße ist lange überfällig für eine Generalüberholung. Das unterstrichen auch die rund 200 Bürger, denen der Technische Beigeordnete Hermann Gödde die Planungen zur Neugestaltung präsentierte.

Die Gefahrenstellen auf der von täglich 10.000 Fahrzeugen befahrenen Hauptstraße sollen beseitigt werden. Die Ausbaubreite ist mit mindestens 11,50 Meter veranschlagt, die sich auf zwei Meter pro Gehwegseite und 7,50 Meter Fahrbahnbreite verteilt. Durchgängig sollen an beiden Seiten Fahrradschutzstreifen die heutige Lösung eines geteilten Gehwegs ablösen.

Kopfschmerzen bereitet aber noch ein nötiger Grunderwerb auf Höhe der Bankfiliale, ohne den der Radweg dort unterbrochen werden müsste. „Unser oberstes Ziel ist die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer”, bekräftigte Gödde. Für große Probleme sorgten diesbezüglich oft geparkte Autos und einscherende Busse. Mit klar abgetrennten Parkbuchten und auf der Straße gelegenen Bushaltezonen soll Abhilfe geschaffen werden. Die Anzahl der Parkplätze könnte so von 67 auf 72 steigen, mit dem neuen Gehweg sollen Barrierefreiheit und Begrünung verbessert werden.

Die geplanten Radwege sorgten für Skepsis: So fragt sich etwa Alex Milar, ob die Breite der Straße einen sicheren Verkehr hergeben kann, und gab eine von der Hauptstraße getrennte Führung des Radverkehrs zu bedenken. Ebenso wurde das Thema Tempo 30 stark diskutiert. Rechtlich wäre das nur in Ausnahmefällen möglich, so die Vertreter der Städteregion – das sei in Dürwiß nicht gegeben. Gödde versicherte jedoch, dass die Stadt den Verkehr dort genau beobachten werde und weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen ergriffen werden könnten.

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An den Bushaltestellen sollen Fußgängerüberwege und Verkehrsinseln dafür sorgen, dass es kein Überholen und Einscheren der Busse mehr gibt – erst Anfang des Monats ereignete sich dabei ein schwerer Unfall. Eine komplette Umgestaltung erhält die Kreuzung am Friedhof: Ein Kreisverkehr mit umliegenden Zebrastreifen soll für mehr Sicherheit und niedrigere Geschwindigkeiten sorgen. Die Grünfläche am Drimbornshof erhält eine Überarbeitung, und der Zebrastreifen an der Grünstraße wird bei den Arbeiten in die Kurve verlegt, um dort besser für Fahrer aus beiden Richtungen einsehbar zu sein.

Am Ortseingang Süd steht der Übergang des Radwegs auf die Straße im Mittelpunkt. Die Bauabschnitte werden sich von Süd nach Nord durch Dürwiß ziehen, wobei auch Vollsperrungen unumgänglich sein werden, bat Gödde um Verständnis. Bauarbeiten am Ortsein- und -ausgang werden mit Ampeln geregelt, eine Umleitung für Vollsperrungen über die Hans-Böckler-Straße und Eichenstraße (später Lindenstraße) werde derzeit im Bezug auf den Schwerlastverkehr geprüft. Jedes Haus soll mit Fokus auf die Rettungsdienste und Müllentsorgung möglichst gut erreichbar bleiben und Bewohner mit Wurfsendungen informiert, versprach Gödde.

Die geplanten Kosten liegen bei 3,5 Millionen Euro, die Anwohnerbeiträge sollen mit rund sechs bis acht Euro pro Quadratmeter moderat ausfallen, was auf weitgehendes Verständnis im Publikum traf.

Nach über drei Stunden Präsentation und Diskussion betonte der Technische Beigeordnete Gödde: „Dass die Veranstaltung so stark besucht ist und eine so sachliche und positive Grundstimmung herrscht, ist toll, und die vielen Anmerkungen sollen nicht ungehört verhallen.” Das Thema Radwege werde im neuen Mobilitätskonzeptes aufgegriffen. Alle Planungen sind ab der kommenden Woche im Rathaus und Online einsehbar.

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