17 Ziele für eine bessere Welt: „Du bess so luus wie zwei Doofe“

17 Ziele für eine bessere Welt : „Du bess so luus wie zwei Doofe“

So selbstverständlich wie Sie gerade diesen vor Ihnen liegenden Zeitungsartikel lesen, verhält es sich leider nicht für alle Menschen. Noch immer können fast 800 Millionen Jugendliche und Erwachsene weltweit nicht lesen. Dieser und andere Entwicklungsbedarfe im Bereich Bildung stehen im Fokus des 4. nachhaltigen Entwicklungsziels der Vereinten Nationen – Hochwertige Bildung.

Während es primär darum geht, Analphabetismus zu beseitigen, sind die in den Unterzielen ausgemachten Maßnahmen ebenso vielfältig wie die Ursachen und gehen noch weit darüber hinaus.

Dass weltweit etwa 60 Millionen Kinder im Grundschulalter keine Schule besuchen, ist überwiegend durch Armut bedingt. Eltern können das Schulgeld nicht bezahlen oder Familien sind sogar darauf angewiesen, dass schon die Kleinsten mit zum Einkommen beitragen. Auf der anderen Seite hängen in einigen Gesellschaften Bildungsdefizite teils auch mit Traditionen oder kulturellen Werten zusammen. Dies spiegelt sich u.a. darin wieder, dass es sich bei zwei Dritteln der Analphabeten auf der Welt um Frauen handelt. Deutlich zu erkennen wird hier die enge Verknüpfung von SDG 4 mit anderen Zielen aus der Agenda 2030 der Vereinten Nationen wie Ziel 1 „Keine Armut“ oder Ziel 5 „Geschlechter Gleichheit“.

Im Einzelnen wird im Ziel „Hochwertige Bildung“ beispielsweise gefordert, dass im Jahr 2030 alle Mädchen und Jungen gleichberechtigt eine kostenlose und hochwertige Grund- und Sekundarschulbildung erhalten, auf die sie bereits durch Zugang zu hochwertiger frühkindlicher Erziehung, Betreuung und Vorschulbildung vorbereitet wurden. Des Weiteren sollen jedwede Diskriminierung beim Zugang zu Bildung beseitigt und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens gefördert werden. Auch kommt dem vierten Nachhaltigkeitsziel insofern eine Schlüsselrolle innerhalb der Agenda 2030 zu, als dass hier angestrebt wird, alle Lernenden für das Thema Nachhaltigkeit so zu sensibilisieren, dass sie aktiv zur Umsetzung nachhaltiger Entwicklung beitragen.

Besonders engagiert in dieser Hinsicht zeigen sich bereits viele Eschweiler Kitas und Schulen. Während von ersteren jüngst die ersten beschlossen haben, ihre Aktivitäten im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung weiter auszubauen und eine Auszeichnung als FaireKITA anzustreben, ist die Bischhöfliche Liebfrauenschule Eschweiler bereits seit 2013 Fairtrade School. In beiden Fällen zählt u.a. die Verankerung von Nachhaltigkeit im Schul- bzw. Kitaalltag anhand der Thematik des Fairen Handels zu einer Auszeichnungsvoraussetzung.

Aber auch bei grundlegenderen Bedarfen hinsichtlich der Umsetzung von Ziel 4 werden in Eschweiler große Anstrengungen unternommen. So zeigt sich die Stadt vorbildlich, was den Ausbau frühkindlicher Bildungsangebote angeht und ist hinsichtlich des Angebots an Grund- und weiterführenden Schulen bestens aufgestellt. Mit der Volkshochschule verfügt Eschweiler zudem über eine wichtige Institution, die Möglichkeiten des lebenslangen Lernens bietet und – nebenbei erwähnt – in diesem Jahr ihr 100. Bestehen feiert. Und dass man immer noch etwas dazulernen kann, weiß zumindest jeder, der schon einmal den Spruch aus dem Eischwiele Platt zu hören bekommen hat, den man in der Indestadt dem 4. Nachhaltigkeitsziel zugeordnet hat: „Du bess so luus wie zwei Doofe.“

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