Drei Künstler in der Galerie Art Engert

Ausstellung : Der Mensch und die Natur

In der Galerie Art Engert startet eine neue Ausstellungsreihe, die sich mit dem Klimawandel beschäftigt. Los geht es am Sonntag.

Der Mensch und die Natur. Ein hochaktuelles Thema nicht nur in der Politik unter dem Schlagwort des Klimawandels, sondern auch ein immerwährendes Thema über die Jahrtausende hinweg in der Kunst, insbesondere in der bildenden Kunst. Die Galerie Art Engert eröffnet am Sonntag, 14. Oktober, um 17 Uhr, unter dem Titel „Mensch und Natur 1“ eine Ausstellungsreihe, die sich in den nächsten drei Jahren in unregelmäßigen Abständen mit diesem Thema unter unterschiedlichen Gesichtspunkten beschäftigen wird.

Seit Beginn der Menschheitsgeschichte kennen wir die Bemühungen unserer Artgenossen, die Natur in Bildern darzustellen (40.000 BC). Die Galerie Art Engert will nun in einer über zweieinhalb Jahre laufenden Ausstellungsreihe, die voraussichtlich fünf Einzelausstellungen umfasst, dem Verhältnis von Mensch und Natur in der zeitgenössischen Kunst nachgehen. Zur Einführung werden Arbeiten von drei Künstlern gezeigt: José Maria Guerrero Medina (Ölgemälde, Aquarelle), Annemarie Laner (Zeichnungen), Susanne Auslender (Skulpturen).

José Maria Guerrero Medina wurde 1942 in La Guardia, Andalusien, Spanien, geboren. Bereits mit 13 Jahren, nach einem Umzug nach Barcelona, begann er mit Zeichenunterricht an der Hochschule der Bildenden Künste. Viele Reisen durch Europa brachten ihn in Kontakt mit den damals bekanntesten Künstlern. Heute stellt er einen der renommiertesten Künstler Kataloniens dar, der in zahlreichen Ausstellungen weltweit präsentiert wird, so unter anderem in Portugal, Frankreich, Schweiz, Belgien, USA, Argentinien. Währen seines ganzen künstlerischen Schaffens hat er sich mit der Landschaftsmalerei auseinandergesetzt, vornehmlich in Öl auf Leinwand, aber auch in Aquarellen. Mittelpunkt der Ausstellung ist ein Ölgemälde in Abmessungen von 360 x 200 Zentimetern. Dieses Gemälde zeigt eine Landschaft, deren beherrschende Farbe blau ist, ein starkes Blau, das bei dem Betrachter ein Kornblumenfeld assoziiert, unterbrochen von grünen und braunen Einsprengseln. Starke Farben, starker Pinselstrich, starke Bewegung, ein meisterliches Werk. Daneben werden Aquarelle gezeigt, ebenfalls Landschaften darstellend, sanft dahinschwebend, in wundervoller Aquarelltechnik.

Annemarie Laner spricht mit Ihrem Zeichenstift die gleiche Sprache. Sie drückt, ohne irgendeinen Zweifel zuzulassen, aus, was Natur nicht ist. Mit vier Ihrer Zeichnungen ist sie in dieser Ausstellung vertreten. Sie erhielt den Hochschulpreis des Landes Tirol. Schwarz und Weiß sind die Nichtfarben, die die Konturen Ihrer Formen bestimmen. Auf den ersten Blick zweifelt man, ob die Künstlerin wohl irgendeinen Bezug zur Natur nehmen will. Doch dann erkennt man bei genauem und ruhigen Hinsehen: Die von ihr gewählten Formen stammen unverfälscht aus der Natur, sind nicht mit dem Lineal begradigt, sondern krumm und uneben, weit von geometrischen Figuren entfernt. Wie sagt Picasso: So ist Natur nicht, nein, nicht annähernd ist sie so. Annemarie Laner setzt den Kontrapunkt, so als wolle sie uns aus der Natur vertreiben und uns die freudlose und rauhe Welt zeigen. So als wollte sie die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies ins Antiparadies den Menschen mit ihren Mitteln schildern. Eine schreckliche Story, der Mensch in der feindlichen Natur.

Die Bildhauerin Susanne Auslender geht diesen Weg nicht mit. Mit ihr kehrt der Frohsinn wieder in die Natur zurück. Susanne Auslender, 1964 in Saarbrücken geboren, studierte nach einem zweijährigen Aufenthalt in Brasilien Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Ein Schwerpunkt ihres Werkes ist die Darstellung von Blumen. In vielfältigen Varianten entsteht das zarte organische Naturerzeugnis Blume. Jede Blume für sich wird zum Form- und Farbereignis. Aus ganz unterschiedlichen Hölzern wie Zedernholz, Pflaume, Eiche, Eibe oder Robinie schält die Elektrosäge vitale Gestalten heraus. Blumen mit starken kompakten Blütenköpfen, mit leuchtenden Farben bemalt sitzen auf starken Stielen, die manchmal von groben Blättern umringt sind. Die Kompositionen machen einen frischen, fröhlichen Eindruck. Susanne Auslender schafft Prototypen von Blumen als wollte sie uns erzählen, wie Natur nicht ist. Aber die Künstlerin zeigt dem Betrachter auch durch die Herausbildung von typisierten Pflanzenformen, dass der Mensch die Ideen der Natur nachempfinden kann, aber nie mit der gleichen Perfektion. 2006 erhielt Susanne Auslender den Preis für Bildhauerei der Villa Mohr in München. Im Jahre 2011 unterrichtete sie Holzbildhauerei an der Hochschule Darmstadt. Sie nahm an zahlreichen Bildhauersymposien teil und zeigte ihre Werke in diversen Ausstellungen, bei internationalen Messen und im öffentlichen Raum..

Mit der Vernissage wird die Ausstellung am Sonntag um 17 Uhr eröffnet. Die Galerie ist geöffnet dienstags bis freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags nach Vereinbarung.

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