Eschweiler: Dr. Franz Jansen: Eschweiler trauert um den „Mediziner mit großem Herzen“

Eschweiler: Dr. Franz Jansen: Eschweiler trauert um den „Mediziner mit großem Herzen“

In einem Porträt zu seinem 80. Geburtstag nannte ihn diese Zeitung einen „Mediziner mit großem Herzen“. Dieses Herz hat nun aufgehört zu schlagen. Wenige Wochen vor seinem 97. Geburtstag ist Dr. Franz Jansen verstorben.

Der gebürtige Indestädter prägte seine Heimatstadt in vielfacher Hinsicht. Unter anderem oblag ihm 30 Jahre lang die Leitung der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am St.-Antonius-Hospital, an dem er insgesamt 37 Jahre tätig war und somit eine Familientradition fortsetzte. Schließlich gehörte der Großvater von Dr. Franz Jansen zu den Gründern des Hospitals, an dem sein Vater 35 Jahre als Chefarzt und Chirurg wirkte.

Nach dem Abitur am Städtischen Gymnasium studierte Dr. Franz Jansen in Göttingen, München und Bonn, wo er 1947 sein Examen ablegte, dem sich bald darauf die Promotion anschloss. Zu Beginn seiner ärztlichen Tätigkeit am St.-Antonius-Hospital wandelte der Mediziner auf den Spuren seines Vaters in der Chirurgie, bevor er den wegweisenden Schritt in Richtung Geburtshilfe unternahm, unzähligen Babys beim Eintritt ins Leben half und den äußerst großen Wandel in seinem Fachgebiet erlebte und aktiv mitgestaltete. Markantestes Zeichen der weitreichenden Veränderungen in der Geburtshilfe war der Übergang von der Hebammengeburt zur Geburtshilfe des Arztes an der Seite der Hebamme.

„Domäne meines Handelns war stets die Achtung vor dem Leben, aber auch die Verhütung von Unheil und Krankheit“, lautete einer der Leitsätze des Arztes, der zwei Töchter, vier Enkel und drei Urenkel hinterlässt. Zu seinem Abschied aus dem St.-Antonius-Hospital im Januar 1987 wurde Dr. Franz Jansen von den Verantwortlichen der Stadt Eschweiler mit der Verdienstmedaille ausgezeichnet. Doch von wirklichem Ruhestand konnte keine Rede sein.

In seinem Haus an der Parkstraße unterhielt der passionierte Koch, Leser und Liebhaber klassischer Musik noch etliche Jahre eine Praxis und füllte damit einen weiteren Grundsatz, den er während seiner gesamten beruflichen Laufbahn verfolgte, mit Leben. Nämlich als eine Art Bindeglied zwischen den Ärzten des Krankenhauses und deren niedergelassenen Kollegen zu fungieren. Sein großes Herz für seine Mitmenschen und nicht zuletzt für sozial Benachteiligte stellte Dr. Franz Jansen, dessen Frau Odilie früh verstorben war, auch unter Beweis, als er im Jahr 1960 zu den Gründungsmitgliedern des Lions-Club Eschweiler-Stolberg zählte.

Als waschechter Indestädter war dem Hobbygärtner natürlich auch eine große Prise Humor in die Wiege gelegt worden, die ihn schnurstracks in die Arme der „Mutter Scharwache“ führte. Mit Dr. Franz Jansen als Präsident feierte die älteste Karnevalsgesellschaft Eschweilers im Jahr 1982 ihren 100. Geburtstag.

Zahlreiche Freundschaften, nicht zuletzt mit seinem Amtsnachfolger Dieter Sawall, entsprangen dem Engagement innerhalb der Scharwache, die ihrem Ehrenpräsidenten zu dessen 90. Geburtstag mit einem großen Empfang gratulierte.

Ein von viel Freude und Dankbarkeit, aber auch Wehmut erfülltes Leben ist nun zu Ende gegangen. Die Trauerfeier findet am Samstag, 17. März, um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul statt. Im Anschluss daran wird Dr. Franz Jansen auf dem Friedhof Dürener Straße beigesetzt.

(ran)