Eschweiler: Die Wendelinus-Sänger waren noch immer nicht in New York

Eschweiler: Die Wendelinus-Sänger waren noch immer nicht in New York

Wird im Wonnemonat Mai ein Chorkonzert angeboten, so ist es guter Brauch, zu Beginn „Der Mai ist gekommen” anzustimmen. In der vollbesetzten Hastenrather Kirche zog der Kirchenchor St. Wendelinus das Publikum durch ein abwechslungsreiches Programm von einfachen bis zu schwierigen und modernen Chorsätzen in seinen Bann.

Mit dem einfachen „Sancta Maria” von Johannes Schweitzer war der geistliche Konzertteil eingeleitet. Der „kleine, aber feine Chor” - wie es ein Besucher später formulierte - unter der Dirigentin Ursula Ritzen, sang sehr stimmsicher und gefühlvoll sowohl das „Locus iste” von Anton Bruckner wie auch das „Tantum ergo” (in der Bearbei-tung von Maurice Duruflé) a capella. Bei der anschließenden Darbietung von Giuseppe Verdis „Chor der Gefangenen” aus der Oper „Nabucco” wurden neben der exzellenten Klavierbegleitung die erstaunlichen Stimmkraftkontraste deutlich, bevor darauf der sehr kleine, neu gegründete St.- Wendelinus-Kinderchor mit „Gottes guter Schöpfung” (Michael Hoppe), „Shalala” (Fredi Jirovec) und „Zwei kleine Wölfe” (Werner Rizzi) zum weltlichen Teil des Konzertes überleitete.

„Das Publikum ist entzückt” hieß die vorletzte Zeile in Albrecht Rosenstengels „Sing mit Bach”. Und dem entsprechend wurden auch die allgemein bekannten Chorsätze „Ich war noch niemals in New York” (Udo Jürgens), „In mir klingt ein Lied” (Chopin/Melichar), „Plaisir dAmour” (J.P. Martini) und „Marina” (Arr: A. Kempkens) dargeboten und aufgenommen. Bestens unterstützt waren dabei die Sängerinnen und Sänger durch das begleitende Klavierspiel von Andrea Deserno.

Ohne Zugaben geht es nicht

Es folgte ein ganz besonderer Musikgenuss mit vier modernen Stücken („The Winner”, „Yesterday”, „Heal the World”) für Querflöte und Klavierbegleitung. Der jungen Flötistin Jessica Langen gelang es, dass sie sich im Verlauf der Melodien mehr und mehr steigerte und wohl fühlte, nicht zuletzt auch wegen der unwahrscheinlich prägnanten Klavierführung durch Ursula Ritzen. Ja, hier konnte man es nach dem letzten Stück „Music” von John Miles am tosenden Applaus abmessen: „die Gunst beglückt”.

Das nächste Lied des Kirchenchores, „Wagt euch zu den Ufern” von Gregor Linßen, hätte als Motto über dem ganzen musikalischen Geschehen der anderthalb Stunden stehen können. Mit drei wunderschönen Abendliedern bot wieder der vierstimmige gemischte Chor sein Bestes: dem „Evening Song” von C.C. Scholefield; dem englisch gesungenen irischen Segenslied „Möge die Straße” von J. E. Moor; und dem von der Chorleiterin arrangierten siebenstrophigen Volkslied „Guter Mond, du gehst so stille”.

Mit zwei Zugaben ging ein sehr ansprechendes, abwechslungsreiches und anspruchsvolles Kirchenkonzert zu Ende. Kinder- und Kirchenchor zusammen sangen im Strophenwechsel der einzelnen Stimmen „Schau auf die Welt” von John Rutter. Nach Dauerapplaus und Standing Ovations brachte der Chor zum Schluss noch einmal das schnellste Stück des Konzertes „Marina” zu Gehör.