Eschweiler: Die Schönheitskönigin: „Ist ja nichts für das ganze Leben”

Eschweiler: Die Schönheitskönigin: „Ist ja nichts für das ganze Leben”

Ob im Bikini oder im Abendkleid - Johanna Acs aus Eschweiler weiß mittlerweile, wie sie sich auf dem Laufsteg am besten präsentiert. Deshalb wird sie auch immer wieder zu Miss-Wahlen auf der ganzen Welt eingeladen. In den vergangenen zwölf Monaten standen gleich drei große Reisen an.

Im November 2010 hat sie die amtierende Miss Deutschland bei der Wahl zur Miss International, der drittgrößten Misswahl der Welt, vertreten. „Vielleicht war da auch etwas Glück dabei, dass keine andere Zeit hatte”, sagt die 19-Jährige rückblickend. Dreieinhalb Wochen verbrachte sie in China und lernte Land und Leute kennen. Im Mittelpunkt standen aber vor allem Besuche bei Sponsoren der Veranstaltung und das Training für die Miss Wahl. Dazu gehört das Einüben von Choreographien, schließlich muss jede der 80 Teilnehmerinnen wissen, wo sie hinlaufen und wo sie stehen soll. Am Tag der Wahl treten die jungen Frauen dann in einem sogenannten Nationalkostüm, im Abendkleid, im Bikini und in einem chinesischen Designerkleid vor die Jury.

Dabei geht es aber nicht nur um gutes Aussehen. Wer sich erfolgreich präsentieren möchte, muss sich auch gut ausdrücken und spontan auf Fragen reagieren. Das Reden vor Publikum ist bis heute Johannas größtes Problem. „Wenn ich vor 1000 Leuten ein Mikrofon in die Hand gedrückt bekomme, werde ich nervös, weil ich Angst habe etwas nicht beantworten zu können”, sagt die junge Frau. Aber mit jeder Veranstaltung wird sie sicherer und souveräner. „Ich habe viel gelernt und weiß jetzt, worauf es ankommt.” Bei der Wahl zur Miss International in China belegte Johanna am Ende einen Platz unter den ersten 15.

Da alle Teilnehmerinnen alleine ohne Freunde und Verwandte nach China gereist waren, viel es Johanna leicht Kontakte zu knüpfen und neue Freunde zu finden. „ Es ist toll, Menschen aus aller Welt und verschiedenen Kulturen kennenzulernen und die Unterschiede zu erleben”, sagt Johanna.

Über die Kontakte, die sie in China knüpfen konnte, gelangte sie dann nach Izmir in der Türkei, wo sie vor den Sommerferien mit rund 40 anderen jungen Frauen um den Titel der „Miss Exclusive of the World” konkurrierte.

Neben einer Menge Spaß, Fotoaufnahmen und Partys am Strand stand frühes Aufstehen, Schminken und ständiges Umkleiden auf dem Programm. „Das kann manchmal wirklich anstrengend sein, hier in Eschweiler lauf ich ja nicht dauernd auf hohen Hacken rum”, sagt Johanna. An manchen Tagen wurde bis 2 oder 3 Uhr in der Nacht geprobt, während zwischen 6 und 7 Uhr schon wieder der Wecker klingelte - nicht gerade die idealen Voraussetzungen, um später als Schönheitskönigin zu glänzen. Abschrecken lässt sich Johanna von so etwas nicht. „Schlafen kann ich ja zu Hause.”

Mit ihrer Leistung in der Türkei war Johanna am Ende nicht zufrieden. „Ich war so hektisch und nicht voll bei der Sache und dann kamen noch kleine Pannen während der Show hinzu”, sucht sie nach Erklärungen. Dafür lief es beim nächsten Mal umso besser. „Ich habe mich mehr angestrengt, weil ich gemerkt habe, dass es sonst nicht reicht.”

Einzige Europäerin

In Ecuador beim Wettbewerb „Reina Mundial del Banano” war sie die einzige Kandidatin aus Europa. Dort wurde sie schließlich Vizekönigin und wurde mit einer Krone mit echten Perlen sowie 1000 Dollar belohnt.

Im Januar wird sie an einem Wettbewerb in Kolumbien teilnehmen. Ihre Zukunft sieht sie aber nicht auf dem Laufsteg oder auf der Bühne. „Das ist ja nichts für das ganze Leben. Ich will zwar meine Möglichkeiten nutzen, mich aber nicht völlig darauf verlassen. Das wäre dumm”, sagt die 19-Jährige. In diesem Jahr hat Johanna an der Liebfrauenschule das Abitur mit einem Notendurchschnitt von 2,5 bestanden. Noch ist sie unsicher, was sie machen will. Gute Aufstiegsmöglichkeiten sieht sie im Managementbereich. „Aber das machen zu viele.” Eine sichere Alternative ist in ihren Augen der Beruf der Grundschullehrerin. Das will sie jetzt ausprobieren und ein Praktikum machen. „Wenn mir das gefällt, möchte ich das auch studieren.”

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