Eschweiler: Die „Residenzlerchen” besingen ihre erste CD

Eschweiler: Die „Residenzlerchen” besingen ihre erste CD

Jeder möchte sie anfassen, angucken und das Resultat monatelanger Proben in den Händen halten. Die „Residenzlerchen” im Alter zwischen 80 und 90 Jahren haben diesem Augenblick entgegen gefiebert. Erstmals halten die Senioren ihre erste CD in den Händen. Dafür haben sie monatelang jede Woche geprobt, so wie an diesem Mittwoch.

Bevor die Probe beginnt, stehen Streckübungen auf dem Programm. „Wenn es knirscht, ist alles in Ordnung”, sagt Musiktherapeutin Susanne Herrmann und fordert ihre „Schüler” auf, die Arme zu strecken, sie kreisen zu lassen und die Schultern hochzuziehen.

„So jetzt machen wir noch einmal die Lokomotive”, fordert sie auf, und die Residenzlerchen schnaufen wie eine Dampflokomotive. „Tsch, tsch, tsch”, schallt es durch den Raum, bevor die ersten Töne auf dem Klavier erklingen. Nach den Lockerungs- und Atmungsübungen folgt das Einsingen mit dem „Apfelhottentottenkuchen”. Die seltsame Wortschöpfung wird ständig wiederholt, zuerst geht es die Tonleiter hoch hinauf, anschließend ganz tief hinunter.

„Zum Anfang was Flottes?”, fragt Chorleiterin Herrmann und stimmt auf dem Klavier in der Ecke des Speisesaals den Schlager „Das gibts nur einmal” an. Die Frauen beginnen, und mit dem Refrain setzen dann auch die beiden Männer ein. Die Füße der Senioren wippen im Takt, über die Gesichter huscht ein breites Lächeln und der Kehrreim wird voller Inbrunst mitgesungen.

Der Chor besteht aus 15 Senioren, die in der Pro Seniore Residenz in der Odilienstraße ihren Lebensabend verbringen. Als sich die Residenzlerchen vor acht Jahren gründeten, hätte sich niemand träumen lassen, was sich daraus entwickeln würde. Über die Jahre hinweg haben sie sich enorm weiterentwickelt, nicht zuletzt durch die professionelle Betreuung Herrmanns.

Denn aus den eher sporadischen Treffen ist mittlerweile ein regelmäßiger und fester Bestandteil des Alltags der Senioren geworden. Und doch vergessen die betagten Damen und Herren des Chors nie, was sie Gutes tun können: Den Erlös aus dem Verkauf ihrer CDs möchten sie teils caritativen Zwecken spenden und teils für die Anschaffung von Notenmaterial oder von Instrumenten nutzen.

Die Lerchen sind mittlerweile fester Bestandteil der Festlichkeiten in der Seniorenresidenz geworden, sie haben zum Beispiel auf dem Frühlingsfest des „Pro Seniore” gesungen und tun dies auch jeden Monat für die Geburtstagskinder des Altenheims. Voller Freude erwarten sie nun das Herbstfest am Dienstag, 19. Oktober, das sie mitgestalten werden. In Zukunft können sie sich auch Auftritte außerhalb des Hauses vorstellen, etwa in anderen Senioreneinrichtungen.