Eschweiler: Die Pinne fest im Griff: Leser-Törn über den Blausteinsee

Eschweiler : Die Pinne fest im Griff: Leser-Törn über den Blausteinsee

„Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön!“ Davon können auch unsere Leser nun ein Lied singen. Jedenfalls die, die am Montag in den Genuss unserer 7 x Sommer-Aktion kamen und mit dem Segelklub in See stachen. Sommer, Sonne, Superhitze: Was konnte es da Schöneres geben, als den heißen Tag bei einem entspannten Segeltörn ausklingen zu lassen.

Wie immer — das Segeln hat bei unserer Sommeraktion schon Tradition — hatte der rührige Verein Segeljklub Eschweiler See unter dem Vorsitz von Wolfgang Peeters und der Geschäftsstellenleiterin Jutta Pletz auch dieses Mal alles aufgefahren, um unseren Lesern einen unvergesslichen und angenehmen Nachmittag zu bereiten.

„Alles klar zur Wende!“ Unsere Leser hätten noch stundenlang über den Blau­steinsee schippern können. Leider war die Zeit aber begrenzt.

Insgesamt 37 Leser durften sich auf das erfrischende Vergnügen freuen. Und damit nicht jeder all zu lange auf den Törn warten musste, hatte der Verein drei von ihren größeren Booten seeklar gemacht.

Mit „Karacho“ über den Blausteinsee: Wolfgang Peeters machte den Kindern eine besondere Freude, als er sie in seinem Motorboot mitnahm.

Doch bevor es in die „Valken“ und die BM-Jolle ging, nannte Wolfgang Peeters noch einige Zahlen und Fakten zum Blausteinsee und zum Segelklub Eschweiler See.

Skipper und Segelkub-Ehrenvorsitzender Kico Schmidt (rechts) unterbrach eigens seinen Urlaub, um unsere Leser über den See zu schippern.

Der Verein gründete sich bereits 1979, als die Idee geboren wurde, im Norden Eschweilers ein Naturschutzgebiet entstehen zu lassen. „Eigentlich sollte der Blausteinsee von Dürwiß bis Weiler reichen“, erklärte Peeters. „Nach der Auskohlung sollte hier ein großer See mit Inseln und Campingplätzen angelegt werden. Leider musste die Planung immer weiter zurückfahren, weil die Landwirte ihre Felder zurückhaben wollten. Der Blausteinsee ist mit 100 Hektar nun halb so groß, wie er ursprünglich mal werden sollte“, konstatierte Wolfgang Peeters weiter.

Ohne Schwimmweste geht nichts. Bevor es auf große Fahrt ging, zeigte Wolfgang Peeters, wie man die Weste richtig anlegt.

Erfahrene Skipper

40 Mitglieder aus Eschweiler und Stolberg zählte der Segelklub in seinen Anfangsjahren. Gesegelt wurde damals auf der Maas in den Niederlanden und auf dem Lucherberger See. Als der Blausteinsee dann endlich befüllt wurde zog der Segelklub um. Die Zahl der Mitglieder stieg auf 100 an. Heute zählt der rührige Verein 320 Mitglieder, inklusive 80 Kinder.

40 der Kinder, auch Sailkids genannt, trainieren aktiv. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder viel Spaß dabei haben, und deswegen führen wir ein reges Vereinsleben mit den unterschiedlichsten Aktionen.“

Nach ein wenig Theorie wurden dann endlich die Segel gehisst. Mit Schwimmwesten ausgerüstet gingen unsere Leser an Bord, um sich in die hohe Kunst des Segelns einweisen zu lassen. „Klappt das denn so ohne Wind überhaupt?“ fragten einige skeptisch. Und ja, ein bisschen mehr Wind — und der Törn über den See wäre perfekt gewesen. Das laue Lüftchen tat der guten Stimmung allerdings keinen Abbruch. Und die erfahrenen Skipper Kico Schmidt, Kurt Pohle und Helmut Hoffmann, wussten die Segelboote schon auf Fahrt zu bringen. Froh gelaunt und erwartungsvoll ging die erste Gruppe von 15 Leuten an Bord. Wenn auch langsam, steuerten die Skipper das gegenüberliegende Ufer an.

Immer für eine Überraschung gut, warf Segelklub-Vorsitzender Wolfgang Peeters sein Motorboot an, packte drei von den kleinen angehenden Kapitänen ein und schob die Segelboote an. Nicht nur die Kleinen hatten dabei einen Riesenspaß, sondern auch die Segelboot-Passagiere. Denn dann flitzten die Boote regelrecht über die Wellen. Normalerweise begleitet Peeters den Nachwuchs des Klubs mit seinem Motorboot, um bei dessen Ausbildung mit Tipps und Hinweisen zur Seite stehen zu können. Und so durften zwei der jungen teilnehmer mitten auf dem See und während der Fahrt das Boot wechseln. Peeters erklärte genau, was zu tun war, damit niemand im Wasser landete und das klappte hervorragend! „Juhu, das macht richtig Spaß!“ freute sich unsere Leserin Christel Nießen. Die 80-jährige Seniorin war der beste Beweis dafür, dass man fürs Segeln nie zu alt sein kann.

Einige unserer Leser durften dann auch einmal die Pinne und somit die Verantwortung für das Boot und die Crew übernehmen. Natürlich saßen die erfahrenen „Seebären“ daneben und achteten darauf, das nichts schief und vor allem keiner über Bord ging. Die Truppe auf dem Wasser hatte jedenfalls eine Menge Gaudi. Leider geht jede lustige Seefahrt mal zu Ende und so steuerten die drei Segelboote den Steg an, um die nächste Crew an Bord zu nehmen.

Während die einen sich den lauen Wind um die Nase wehen ließen, erfuhren die anderen an Land Interessantes zur Knotentechnik. Hier erklärten und zeigten Jens Tervooren, Segelklub-Vorstandsmitglied, und Michael Römer (Mitglied) wie man ein Boot richtig an einem Steg festmacht. Eifrig machten sich unsere Leser daran, es den erfahrenen Seglern gleichzutun und versuchten sich an Palstek, Achterknoten und Kreuzknoten. Bei leckerem Kuchen (und davon gab es reichlich: Schoko-Kokos, Himbeer-Kokos, Toffee-Nuss und Schoko-Rote Grütze) und einem Tässchen Kaffee und ganz vielen kalten Erfrischungsgetränken beantworteten die Segelklub-Mitglieder ganz viele Fragen unserer Leser.

Stolz auf die Sailkids

Segler und Leser plauderten übers Vereinsleben und erfuhren dabei, dass die Sailkids der ganze Stolz des Segelkubs sind. Die Jugendabteilung wurde unter dem Namen Sailkids 2004 neu organisiert. Damals kamen acht Kinder zum See, inzwischen sind allein in der Jugendabteilung 80 Jugendliche, von denen ca. 40 Großer Wert wird auf Spaß am Segeln gelegt. „Wir möchten vielen Kindern ermöglichen, in entspannter Atmosphäre Wassererfahrungen zu sammeln und diese Sportart zu erlernen. Außerdem fördern wir talentierte Kinder dahingehend, dass ein Übergang in den Leistungssport möglich ist“, verspricht Wolfgang Peeters.

Ein weiteres Anliegen des Vereins ist es, Jugendliche und jungen Erwachsene in Weiterbildungsmaßnahmen der Verbände zu Trainern oder Sportassistenten zu qualifizieren oder in anderen Funktionen in der Jugendabteilung einzubinden und Verantwortung zu übernehmen.

Der Segelklub Eschweiler See bietet nicht nur Trainingsmaßnahmen an, sondern im Laufe des Jahres finden viele Aktivitäten statt, bei denen der Spaß im Umgang miteinander, geknüpft an ein aktives Vereinsleben, im Vordergrund steht.

Alleine sechs Regatten stehen im Sommer auf dem Plan. Im Winter werden die Boote repariert, Knoten geübt und man kann einen Kurs für den Sportbootführerschein belegen. Zudem bietet der Verein traditionell eine Winterwanderung an und lädt zum Piratenball und Fischessen ein.

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