Eschweiler-Kinzweiler: Die nächste Elternhaltestelle ist eingerichtet

Eschweiler-Kinzweiler : Die nächste Elternhaltestelle ist eingerichtet

Die nächste Etappe für das Erfolgskonzept „Elternhaltestelle“ ist geschafft: Die Katholische Grundschule Kinzweiler wird die sechste Schule in Eschweiler, bei der Eltern ermutigt werden sollen, ihre Kinder nicht mehr bis vor die Eingangstür zu fahren.

René Costantini, Pressesprecher der Stadt Eschweiler, erklärte, dass er sich sehr über die Anregung aus der Elternpflegschaft gefreut hat und dass es zügig umgesetzt werden konnte.

Die Zufahrt zur Grundschule Kinzweiler sei besonders problematisch, da diese in einer Sackgasse mit Wendehammer und Bushaltestelle liege. Dadurch könne schnell ein Wirrwarr entstehen. Das sei im besten Falle nur verkehrsbehindernd, berge aber stets eine Unfallgefahr.

Das bestätigte Oliver Münchow von der Elternpflegschaft bei der offiziellen Eröffnung am Dienstag, bei der auch zahlreiche Kinder der Schule anwesend waren. „Wenn Eltern an einem Strang ziehen, wird der Schulweg einfacher“, so Münchow, der darauf verwies, dass bei der neuen Elternhaltestelle an der Oberstraße nun genug Platz sei, um die Kinder sicher aus dem Auto zu lassen. Damit werden Autos und Schulbusse getrennte Stellen anfahren, was die Verkehrssituation erheblich erleichtert.

„Den Weg kennen alle Kinder“, betonte Schulleiterin Ingeborg Lingens. Auch Sorgen darüber, dass die Kinder nun die viel befahrene Wardener Straße überqueren müssten, zerstreute sie. Mit Schülerlotsin Christiane Ahn wird immer ein wachsames Auge auf die Schüler geworfen, die dank ihrer Hilfe sicher auf den kleinen Gehweg in Richtung der Grundschule kommen, wo bereits eine Frühaufsicht auf dem Schulhof wartet.

Lingens hofft, dass die Eltern „lernen loszulassen“. Das müsse aber eingeübt werden, damit die Kinder langfristig selbstständiger werden. Wichtig sei, dass diese von selbst auf die Eltern zu gehen und auch mal sagen: „Das ist peinlich, direkt vor die Schule gebracht zu werden!“. Dies erzeuge am ehesten einen Effekt auf die Eltern.

Alle Beteiligten hoffen, dass sich das neue System nun zeitnah einspiele. Erfahrungen der bisherigen Standorte - Dürwiß, Eduard-Mörike-Schule, Weisweiler, Waldschule und der Kita Quellstraße — zeigten, dass die Elternhaltestellen doch positiv angenommen werden, wenn ein erstes Vertrauen seitens der Eltern gefasst wurde.

Deshalb ist auch die nächste Schule bereits im Visier der Stadt: An der Barbaraschule in Stich wird derzeit eine weitere Elternhaltestelle getestet. Verlängerung: mehr als Wahrscheinlich. Das Konzept bringe mehrere Vorteile mit sich, so Costantini. Sie seien nicht kostspielig und förderten gleichzeitig das Bewusstsein von Kindern für den Straßenverkehr. Auf diesem Wege können Kinder noch ein bisschen frische Luft schnappen und die sozialen Kontakte pflegen. Für die Schüler, die mit zur Haltestelle gekommen waren, hieß es schließlich wieder „Zurück in die Schule“. Den Weg von der Elternhaltestelle zur Schule kennen sie ja alle schon.

(cheb)
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