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Sportunterricht: Die meisten Sporthallen dürfen offen bleiben

Sportunterricht : Die meisten Sporthallen dürfen offen bleiben

Bisher fand der Sportunterricht aufgrund der Corona-Pandemie draußen statt, doch wegen der immer weiter fallenden Temperaturen ist das für viele Schulen und Schüler keine Option mehr.

Also heißt es: Zurück in die Halle. Das sorgt mancherorts wegen drastisch steigender Corona-Fallzahlen für Sorgen. Deshalb ist eine gute Vorbereitung um so wichtiger.

In den kommenden Wochen und Monaten wird das Lüften in den Hallen ein zentrales Thema. Dort, wo es nicht möglich ist, Fenster und Türen zu öffnen und keine Lüftungsanlage existiert, die ständig frische Luft von außen in die Halle pumpt, darf aktuell kein Sport getrieben werden.

In Stolberg sind zwei Hallen auf dieser „roten Liste“: die Turnhalle am Schulzentrum „Auf der Liester“ und die Sporthalle in der Atsch. Dort dürfen weder die Schulen noch Vereine zurzeit Sport treiben.

Dennoch habe es keine großen Auswirkungen auf den Schulsport und Vereinsport gegeben. „Wir haben den Vereinen und Schulen Ausweichhallen angeboten“, erklärt Pressesprecher Tobias Schneider. Nicht überall habe das funktioniert: So sei die Grundschule Atsch auf einen 14-tägigen Sportunterricht umgestieben. Die Schülerinnen und Schüler der Grundschule müssen nach Vicht in die Sporthalle. „Der Weg ist nicht so kurz“, sagt Schneider.

Insgesamt gibt es in Stolberg 18 Sporthallen, dazu kommt eine am Berufskolleg der Städteregion in Stolberg. Für diese Halle ist die Städteregion zuständig. Die genaue Anzahl von Hallen auf der „gelben Liste“ kann Schneider nicht angeben. Aber dies hieße lediglich, dass nur Lüften möglich ist und keine Lüftungsanlage existiert.

Die Situation an den Schulen

Markus Emundts, stellvertretender Leiter der Städtischen Gesamtschule Stolberg, berichtet von Sorgen in der Eltern- und Lehrerschaft bezüglich des Ansteckungsrisikos im Sportunterricht. „Wir nehmen diese Sorgen ernst“, versichert er. Normalerweise verfügt die Schule über drei Turnhallen. Eine – die am Schulzentrum – darf derzeit gar nicht genutzt werden, die zweite am Schulgebäude an der Walther-Dobbelmann-Straße hat den Status „gelb“, dort müssen während des Unterrichts Fenster, Türen und Notausgänge geöffnet sein. Lediglich in der Halle Glashütter Weiher sei der Unterricht normal möglich. „Das Problem sind aber eigentlich die Umkleiden“, sagt der Konrektor. Die dürfen nach wie vor nicht genutzt werden. Eine weitere Einschränkung: Aufgrund der begrenzten Hallenkapazitäten wird der Sportunterricht aktuell nur alle 14 Tage erteilt. Den Unterricht selbst hält er für wichtig: „Einige Schüler bewegen sich sonst gar nicht mehr. Und unsere Schüler brauchen die Bewegung.“

In Eschweiler ist die Lage nur unwesentlich anders: Alle 14 Sporthallen in kommunaler Hand können von Vereinen und Schulen genutzt werden. Keine bleibe ganz zu, teilt Petra Seeger vom städtischen Amt für Schule, Sport und Kultur mit. „Wir haben alle Gebäude geprüft. Alle Türen und Fenster lassen sich öffnen. Das Lüften ist also in den Hallen möglich“, erläutert sie. Es sei nur sicherzustellen, dass gelüftet werde und die Reinigung von Kontaktflächen gewissenhaft erfolge. An die Vereine hat die Verwaltung deshalb noch eine Handreichung geschickt. Im Schulsport rät die Stadt zudem dazu, auf Kontaktsportarten zu verzichten.

Die Sportlehrer am Städtischen Gymnasium Eschweiler sollen dies nach Aussage von Schulleitern Winfried Grunewald ebenso halten. Außerdem setzt die Schule weiterhin auf Sportunterricht außerhalb der Halle. „Wir versuchen soweit das Wetter es zulässt, draußen zu bleiben“, sagt er. Beim Umziehen in den Umkleiden müssen die Schüler Masken tragen, es wird ein strenges Hygienekonzept umgesetzt. Damit hofft die Schule, auch in den kommenden Wochen den Sport- und Schwimmunterricht erteilen zu können.

An der Don-Bosco-Grundschule in Eschweiler kann der Sportunterricht ebenfalls weiter erteilt werden. Die Fenster und Türen der erst rund ein halbes Jahr alten Halle lassen sich gut öffnen. „Die Eltern und Lehrer machen sich aber Sorgen“, berichtet Antje Cordes, kommissarische Schulleiterin. Die Ausgangslage mit den hohen Infektionszahlen sei schwierig. In der Grundschule ist im Unterricht das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes dringend angeraten. „Im Sportunterricht halte ich das aber für schwierig“, sagt Cordes. Sorgen macht sie sich auch wegen der Situation in den Umkleiden: Da dort nicht gelüftet werden kann, müssen sich die Schüler vor dem Sport umziehen und in Sportkleidung zur Halle laufen. Das ist jetzt schon ganz schön kalt – und es wird ja noch kälter. „Da sind die Eltern dann in Sorge, dass ihre Kinder sich erkälten“, sagt die Schulleiterin.