E-Mobilität weder ausgereift noch alleinige Zukunft: Die Idee einer Wasserstoff-Tankstelle

E-Mobilität weder ausgereift noch alleinige Zukunft : Die Idee einer Wasserstoff-Tankstelle

Eine Stadt, die „zukunftsorientiert arbeiten will“ und außerdem „für umweltschonendes Handeln ausgezeichnet wurde“, die solle auch bei der Antriebstechnik jetzt schon einen Schritt weiter denken, findet die CDU-Fraktion. Deswegen stünde Eschweiler eine Tankstelle für Wasserstoff gut zu Gesicht. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion bei der Stadtverwaltung eingereicht.

Die Stadt soll kurzfristig – „vielleicht unter Mitwirkung der Autoindustrie“ – überprüfen, ob und wie diese Idee umgesetzt werden kann.

Die Begründung liefert Fraktionsmitglied Marc Müller. „Die Technik und die Infrastruktur der E-Mobilität sind nicht ausgereift und auch nicht umweltschonend. Neue Batterien sind zwar schön, aber die Herstellung ist nicht umweltschonend“, betont Müller. Der Immobilienmakler beschäftige sich seit mehr als zwei Jahren mit alternativen Fahrzeugantrieben, ist schon mehrere Modelle Probe gefahren und hält die Wasserstoffvariante für die bessere im Vergleich zum E-Antrieb. Deswegen sagt er: „Unternehmer müssen vorangehen und ein Zeichen setzen.“ Müller betont nämlich in dem Zusammenhang, dass die mit Wasserstoff betriebenen Pkw für den Privatkunden noch viel zu teuer seien, die Preise lägen bei 60.000 bis 70.000 Euro, Lieferzeit sechs bis zwölf Monate. „Wir beantragen zunächst einmal die Infrastruktur. Warum sollen sich danach nicht die Unternehmer zusammensetzen?“

Noch mindestens einen Schritt weiter gedacht hält Müller es für möglich, dass sich zukünftig im Zuge der Produktion von Wasserstoff weitere Industrie ansiedeln und hier Jobs schaffen könnte. Stichwort: Strukturwandel.

Kurzfristig könnte sich die „Stadt der Energie“, wie Müller sagt, sich mit einer Wasserstofftankstelle in der Region hervortun. Bislang hat Aachen seit Ende Juni eine, und im Kreis Düren sind fünf geplant, sollten die entsprechenden Fördergelder bewilligt werden. 600 Kilometer Reichweite sind mit heutigen Wasserstoffautos möglich, schildert Müller seiner Erfahrungen mit verschiedenen Modellen. Tankzeit: wenige Minuten – anders als bei E-Autos, die stundenlang geladen werden müssen. „Wir sollten heute nicht nur den batteriebetriebenen Autos hinterherlaufen. Ich bin überzeugt, dass sich Wasserstoff gegen die E-Autos durchsetzen wird“, betont Müller.

Was sich im Kreis Düren tut

Ein genauer Blick in den Kreis Düren zeigt, dass sich in der Region etwas tut. Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) hat Ende 2018 seine Vision vorgestellt, den öffentlichen Nahverkehr bis 2030 komplett auf Wasserstoff umzustellen. Außerdem ist das Ziel, dass so viele Unternehmen wie möglich ihre Fahrzeugflotten auswechseln. Testfahrzeuge für den Kreis und ein Taxiunternehmen werden in Kürze erwartet. Die erste geplante Tankstelle in Düren-Distelrath soll „grünen Wasserstoff“ liefern, der mit Hilfe einer abgeschriebenen Windkraftanlage erzeugt und über eine 2,3 Kilometer lange Pipeline in den Dürener Osten transportiert wird.

(cro)
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