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Trinity Gospel Company: Die Gospelsänger verzaubern ihre Zuhörer

Trinity Gospel Company : Die Gospelsänger verzaubern ihre Zuhörer

Stillstand ist Rückschritt. Weiterentwicklung ist gefragt, um sich dauerhaft behaupten zu können. Ein Credo, dem sich die Sängerinnen und Sänger der „Trinity Gospel Company“ mit Chorleiter Gerhard Behrens an der Spitze vollauf verschrieben haben.

Und so wagte sich das Ensemble der Evangelischen Kantorei Eschweiler während seines traditionellen Konzerts am Samstagabend in der ebenso traditionell absolut vollbesetzten Dreieinigkeitskirche auf zuvor musikalisch unbekanntes Terrain und interpretierte die Credo-Messe des norwegischen Komponisten Tore W. Aas, Gründer und Leiter des europaweit be- und anerkannten „Oslo Gospel Choir“.

Ganz offensichtlich mit Erfolg, wie die Reaktionen der zuvor sowohl andächtig als auch merklich bewegt lauschenden Zuhörer und -schauer zeigte. Stürmischer und langanhaltender Applaus belohnte die Chorsängerinnen und Sänger nach einem gut zweistündigen Konzert vollauf verdient.

Liebgewonnene Aspekte

Natürlich bedeutet Weiterentwicklung keinesfalls, alles Vertraute über Bord zu werfen. Zahlreiche liebgewonnene Aspekte eines Abends mit der „Trinity Gospel Company“ kamen am Samstagabend zu ihrem Recht. So stimmte der Chor im ersten Teil großartige Gospelsongs vom melodischen „Father“ über das entschlossen und kraftvoll vorgetragene Lied „Lord of Dance“, das der amerikanischen Protestbewegung der 60er Jahre entspringt, bis zum Aufbruchstimmung vermittelnden Traditional „Ride the chariot“ an und machte damit seinem guten Namen alle Ehre.

Mit an Bord war auch einmal mehr (seit 2002) die Band MacFly aus Baesweiler: Keyboarder Thomas Horbach, Bassist Jens Offergeld, Gitarrist Dirk Jöris und Schlagzeuger Markus Paffen bereiteten instrumental das Feld für Sängerin Marion Offergeld, die Randy Crawfords „Street Life“ stimmlich glänzend beleuchtete, mit „Seven Days in sunny June“ auf den Spuren Jamiroquais und des durchaus heißen, aber nun vergangenen Sommers wandelte, bevor das Quintett den Song „Golden“ der Country-Band „Lady Antebellum“ erklingen ließ und ihr Programm mit „Mind Trick“ von Jamie Cullum abschloss.

Doch ein Konzert der „Company“ ist inzwischen weitaus mehr als „nur“ Hörgenuss: Auch eine durch viele Kerzen und Lichteffekte hervorgerufene außergewöhnlich feierliche und erhebende Atmosphäre ist zum Markenzeichen des vielstimmigen Klangkörpers geworden. Das Tüpfelchen auf dem i stellen darüber hinaus immer wieder die Fotografien der Film- und Fotofreunde Eschweiler unter der Leitung von Harry Reimer dar, die als wunderschöne Ergänzung zur Musik auch noch einen Augenschmaus bieten.

Großes Repertoire

Im zweiten Teil des Konzerts ließ der Chor von Gerhard Behrens, dessen Repertoire inzwischen mehr als 130 (meist auswendig gesungene) Lieder umfasst, dann erkennen, welch breitgefächerte Qualitäten in ihm schlummern. „Vom Gospel, also dem englischen good spell, sprich der Verkündigung des Evangeliums, zur Gesamtliturgie“, beschrieb Chorsprecher Ulrich Sonntag die Aufgabe, die die Interpretation und Wiedergabe der im Jahr 2009 komponierten und uraufgeführten Credo-Messe von Tore W. Aas für die Sänger der „Trinity Gospel Company“ bereithalte.

Feinfühlig ließ das Ensemble zunächst das „Präludium“, das „Kyrie eleison“ und den „Lobgesang der Engel“ hören. So manchem Zuhörer entfuhr wörtlich oder gedanklich ein einfaches, aber treffendes „schön“. Die Solisten Elisabeth Raasch, Yvonne Debald (beide Sopran), Monika Ekberg, Marion Swiechota (beide Alt), Achim Hemgenberg, Wilfried Schultheis, Gabi Thyssens (alle Tenor) sowie Arne Ekberg, Ulrich Sonntag und Helmut Stöckmann (alle Bass) brillierten stimmlich genauso wie die Gastmusiker Gunild Starosta (Querflöte) und Bastian Kind (Saxophon) an ihren Instrumenten.

Während der Kehrverse „Selig sind die, die Gottes Wort hören und bewahren“ und „Es danken dir, Herr, all deine Werke“ hatten dann auch die Konzertbesucher die Gelegenheit, sich aktiv in das Konzert einzubringen. Über Credo, Sanctus und „Vater unser“ näherte sich die Credo-Messe ihrem Abschluss, dem würdevoll vorgetragenen Segen, der nach dem stürmischen und dankbaren Applaus des Publikums ein zweites Mal als Zugabe erklang.

Mit einem Versprechen endete ein großartig gelungener Abend: „In zwei Jahren feiert dieser Chor sein 25-jähriges Bestehen. Natürlich mit einem Konzert...“, entließ Ulrich Sonntag die Besucher in die Nacht. Voller Vorfreude!

(ran)