Eschweiler: Die Feuerwehr erhält im Rathaus ein eigenes Amt

Eschweiler : Die Feuerwehr erhält im Rathaus ein eigenes Amt

Im Eschweiler Rathaus dreht sich das Personalkarussell: Da Amts- und Abteilungsleiter in den kommenden Monaten in Ruhestand gehen, werden Posten neu vergeben.

Bürgermeister Rudi Bertram spricht von einer „großen Fluktuation“. Die ersten Entscheidungen sind schon gefallen und wurden am Mittwoch dem Stadtrat im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung vorgestellt: Die Feuerwehr erhält ein eigenes Amt und wird vom Ordnungsamt abgekoppelt.

Dessen Leiter Edmund Müller geht in diesem Sommer in den Ruhestand — nach 47 Jahren im öffentlichen Dienst. Sein Nachfolger steht nach einer internen Stellenausschreibung fest: Der bisherige stellvertretende Amtsleiter Michael Effenberg soll an die erste Position im Eschweiler Ordnungsamt rücken. „Es freut mich, dass wir die Stelle mit eigenem Nachwuchs besetzen können“, sagte Bertram. Effenberg hat seine Ausbildung im Eschweiler Rathaus absolviert und einige Ämter in seiner bisherigen Laufbahn durchlaufen.

Das neue Amt 37 soll vom Chef der Feuerwehr, Axel Johnen, geführt werden. 80 Mitarbeiter werden in diesem Bereich tätig sein. Diese hohe Zahl hat auch dazu geführt, die Struktur zu verändern: „Als ich als Bürgermeister begonnen habe, arbeiteten in Eschweiler 38 hauptamtliche Feuerwehrleute“, schildert Bertram.

Höhere Anforderungen

Inzwischen seien nicht nur das Personal, auch die Anforderungen an den Brand- und Katastrophenschutz gestiegen. Man sei gesetzlich verpflichtet gewesen, mehr Feuerwehrleute einzustellen, so der Verwaltungschef. Die Arbeit der Feuerwehr sei auch so fachspezifisch geworden, dass dies als eigenes Amt leichter zu organisieren sei. Nach einem „langen Abwägungsprozess“ habe man sich entschlossen, die Strukturen anzupassen.

Widerstand bei den Kommunalpolitikern gibt es für die Pläne nicht. Bertram geht davon aus, dass man zwar eine neue Amtsleitung schaffe, aber durch das Ausscheiden von Edmund Müller Personalkosten spare. „Am Ende wird es nicht teurer für die Stadt“, betont Bertram.

Der Katastrophenschutz ist erst im vergangenen Jahr überarbeitet worden, nachdem die Störfälle in den belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel für öffentliche Diskussionen gesorgt haben. Unter anderem wurden wieder Sirenen installiert, deren Standorte zuvor mit der Städteregion abgestimmt wurden. Auch bei den Arbeiten am Brandschutzsbedarfs­plan wurden die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen deutlich.

(pan)
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