Konzert im Talbahnhof: Die Fats Jazz Cats und Miss Melli begeistern das Publikum

Konzert im Talbahnhof : Die Fats Jazz Cats und Miss Melli begeistern das Publikum

Auch dieses Jahr füllten die Fats Jazz Cats und Miss Melli am Pfingstsonntag das Kulturzentrum Talbahnhof und begeisterten dabei das Publikum mit Classic und Latino Jazz. Erstmals im Programm auch Stücke, die im ehemaligen Deutschland als „entartete Musik“ verboten waren.

Schwungvoll, bewegend und begeisternd gestaltete das Ensemble ihr zweiteiliges Konzert. Das erste Stück des Mittags widmeten die Musiker von Fats Jazz Cats ihrem verstorbenen Freund Father LeDoux, der Anfang des Jahres verstarb. Sie ehrten seinen großen Einfluss auf die Jazz und Rock Geschichte mit einer andächtigen und gefühlvollen Interpretation von „New Orleans Function“. Dr. Klaus Lumma, aka. Fats von Gerolstein, der Father LeDoux persönlich kannte, wies auf die Tradition hin, dass in New Orleans auf den Särgen der Toten getanzt wird, um zu zeigen, „dass das Leben weiter geht.“

Miss Melli führte diesen Gedanken bei ihrem Eintritt fort und forderte das Publikum dazu auf, wie auf dem Sarg, auf den Tischen, gegebenenfalls auch nackt, zu tanzen.Die Sopranistin, die aufgrund ihres schauspielerischen Talents auch bereits in vielen Theater- und Musikalproduktionen, etwa „Gambler und Gaudi“ eingebunden war, harmonierte wundervoll mit der Jazz Group.

Im ersten Teil luden stimmungsvolle Songs des klassischen, frühen Jazz aus New Orleans und Lateinamerika zum mitwippen ein. Beim Song „Frim Fram Sauce“ passierte nun der Albtraum jedes Sängers – der Text wurde vergessen. Frei nach dem Motto „Wir riskieren es“ hat Miss Melli kurzer Hand ihr eigenes Rezept zur Musik erfunden und wurde mit großem Applaus belohnt.

Nach einer kurzen Pause, ging es genauso stimmungsvoll weiter mit „entarteter Musik“, also Stücken aus den zwanziger und dreißiger Jahren, die von den Nazis verboten wurden. Da die Band auf Festivals in Amerika öfters darauf angesprochen wurde, warum sie als Deutsche keine deutschen Songs spielen, diente der Talbahnhof als Testpublikum für den „Kraut Jazz“. Das „Kraut“ stammt vom „Sauerkraut“, mit dem die Amerikaner die Deutschen und ihren Jazz assoziieren.

Bei allseits bekannten Liedern wie „Man müsste Klavier spielen können“, „Warte, warte nur ein Weilchen“ oder „Mein kleiner Grüner Kaktus“, wurde das Publikum in die Stücke integriert, klatschte im Takt, oder sang mit. Für zwei Songs gesellte sich ein Special Guest, Dr. Müller, zu dem abgestimmten Ensemble auf die Bühne und sang mit.

Vom Talent der Musiker zeugten auch ihre begeisternden Soli: Am Klavier, teils mit Gesang begleitend, Dr. Frank Carpentier, Jan Carpentier mit Posaune und mit Trompete, Saxophon und Gesang Dr. Klaus Lumma. Die „Hardest working Showmen“ Uwe Düppengießer am Schlagzeug und Patrick „SousaPaddy“ Crombach mit seinem Sousaphone rundeten die swingenden Rhythmen ab. Dem letzten Stück des Konzertes blickte das Publikum mit viel Bedauern entgegen, darum freute es sich auf die Zugabe durch „We’ll meet again“.

Den langen Atem und das große Talent der Musiker würdigte das Publikum mit Standing Ovations und Applaus. Manch einer kaufte sich auch eine CD der Band. Die lockere Atmosphäre während des Konzerts lädt sicher zum Wiederkommen ein. Die Bands We’ll meet again, Miss Melli und die Fats Jazz Cats treten erneut am 30. Juni beim Stolberger Musiksommer im Rittersaal der Burg Stolberg auf.

(ley)
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