Die Entwicklung in der Dürener Straße 17,19 und 21

Eschweiler Amsichten | Damals und Heute : Die Entwicklung in der Dürener Straße 17,19 und 21

Die Dürener Straße hat in den zurückliegenden Jahrzehnten eine besondere Entwicklung genommen. Die Häuser Dürener Straße 17, 19 und 21 waren um 1900 alle im Eigentum von Anstreichermeister Heinrich Ahrens. In dessen damaligem Farben- und Tapetengeschäft, Dürener Straße 17, befanden sich bis vor kurzem nach Umbauarbeiten die Gastronomie „Gewölbe“ und „Fremdenzimmer Kamps“.

Um 1925 hatte Bäckermeister Johann Franken im Hause Dürener Straße 19 seine Bäckerei im Hofgelände eingerichtet, ausgestattet mit einem neuen Backofen der Fa. Josef Mauermann, Köln. Als Johann Franken schließlich „mit Goldstückchen“ das Haus vom Vermieter Ahrens hatte kaufen können, war es die Erkrankung des Kriegsversehrten Johann Franken, die den Sohn Anton Franken zwang, bereits mit 17 Jahren die Backstube zu übernehmen. Mit nur 21 Jahren schaffte er den Meister, wurde aber 1939 als „Nichtparteimitglied“ an die Front befohlen, so dass die Backstube verwaist war. Dies nutzte die Wehrmacht und beschlagnahmte die Bäckerei zur Eigenversorgung.

Als Familie Franken 1945 aus der Evakuierung nach Hause kam, fand sie ihr Haus durch Brand völlig zerstört vor. Bäcker Anton Franken selbst war in Odessa am Schwarzen Meer gefallen. In dieser Notsituation verkaufte die Wwe. Gertrud Franken 1946 ihr Resteigentum an den Bäcker- und Konditormeister Johannes Schmitz, der das niedergebrannte Haus 1948 wieder aufbaute. Da die im Hof gelegene Backstube den Krieg fast schadlos überstanden hatte, konnte Schmitz das Backgeschäft sehr früh wieder aufnehmen.

Bis zum Einzug in das neu aufgebaute Haus Dürener Straße 19 lebte Familie Schmitz nebenan bei der Familie des Anstreichermeisters Josef Warmbold, Dürener Straße 21. Johannes Schmitz, bekannt für einen besonders schmackhaften Bienenstich, verpachtete ab dem Jahr 1963 die Bäckerei. Es waren der Bäckermeister Franz Penkert, gefolgt von Irmgard und Harald Ziebarth, die von 1970 bis 1992 ihre eigene Bäckerei in der Dürener Straße 19 betrieben. Heute befindet sich hier das Schnell-Restaurant „Pyramide“.

... und aus heutiger Sicht. Foto: Armin Gille

Im Jahre 1951 eröffnete die „Kundenkreditbank“ in der Dürener Straße 21 eine Filiale. Der Vermieter und Hausbesitzer Josef Warmbold hatte zuvor die untere Etage umgebaut. Warmbold selbst unterhielt bis 1970 ein Maler- und Anstreichergeschäft. Dessen Tochter Helmi und Ehemann Erich Kuhn führten nach mehreren Standortwechseln innerhalb der Stadt von März 2002 bis Mitte 2015 ihr Geschäft „Goldschmiede Kuhn“ in der Dürener Straße 21, das sie aus Altersgründen aufgaben.