Eschweiler: Der Joint ist auf dem Bolzplatz angekommen

Eschweiler: Der Joint ist auf dem Bolzplatz angekommen

Cannabis-Konsum ist ein weltweites (Jugend-)Phänomen. Gerade in grenznahen Städten wie Eschweiler ist der nächste Joint oft nicht weit. Wie sollen Gesellschaft und Politik, wie sollen Eltern und Betroffene damit umgehen? Zwischen Panik und Verharmlosung pendeln die Herangehensweisen.

Fakt ist: Kiffen ist Kult, zumindest in gewissen Jugendkreisen. Das wissen auch Gabi Fischer und Daniela Göbel. Die Beiden sind Expertinnen, arbeiten als Diplom-Sozialpädagoginnen für die Suchtberatung in Eschweiler. Vorurteile zum Thema „Kiffen und Cannabis” können sie schnell relativieren, ohne das heiße Pflaster „Drogen” kleinzureden.

63 Cannabis konsumierende Menschen suchten im vergangenen Jahr die indestädtische Beratungsstelle auf. Hauptsächlich junge Menschen. Trotzdem: Viele, bestätigt Daniela Göbel, scheuen den Weg an die Bergrather Straße. Ein 2009 gestartetes Angebot für junge Konsumenten von Cannabis und Amphetaminen läuft derzeit eher mau. „Trotzdem: Wir müssen am Ball bleiben”, setzt die 29-Jährige auf Kontinuität und Nachhaltigkeit.

Ist der Joint mittlerweile auf dem Bolzplatz angekommen? „Ja”, sagen Fischer und Göbel. Aber nicht nur dort. 40 Prozent der 14- bis 22-Jährigen haben bereits mindestens einmal im Leben Cannabis probiert. „Das sind Menschen aus allen Bildungsschichten”, betont die für die Suchtvorbeugung zuständige Fischer.

Weiter sagt sie: „Wer in der Pubertät regelmäßig kifft, spielt Russisch-Roulette.” In Eschweiler werden sie auch 2009 wieder in etwa 60 Fällen die Primärdiagnose „Cannabis” feststellen. Für die meisten ist es eine Phase des Ausprobierens, Kiffen als zeitlich begrenzte Periode. Für manche wird es dagegen zu einem ernsthaften und dauerhaften Problem. Kiffen als Kaltstart ins eigene Leben. Hier können Gabi Fischer, Melanie Göbel und ihre Kollegen helfen. Suchtberatung als erster Schritt in die richtige Richtung.